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Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2002
Seiten: 22
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 9  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 195 KB
Archivnummer: V6163
ISBN (E-Book): 978-3-638-13799-7

Textauszug (computergeneriert)

Entstehen, Niedergang und Organisation der Hanse

von Thorsten Lemmer



Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Von der Kaufmannshanse zur Städtehanse

2.1. Das Entstehen der Hanse als Kaufmannshanse
2.2. Die Städtehanse formiert sich

3. Die Organisation der Städtehanse

3.1. Die Mitglieder der Hanse
3.2. Die Tagungen der Hanse
3.3. Die vier Kontore

4. Der hansische Handel

4.1. Handelsraum und Handelsgüter
4.2. Der hansische Kaufmann
4.3. Das Münzwesen
4.4. Die Schiffe

5. Das Verhältnis der Hanse zu den Territorialherren

6. Der Niedergang der Hanse

7. Zusammenfassung

8. Literaturverzeichnis


1. Einleitung

Der Begriff der Hanse stammt aus dem althochdeutschen Sprachschatz und bedeutet übersetzt etwa soviel wie "Bund, Schar, Gemeinschaft". Eine bedeutungsgeschichtliche Untersuchung des Wortes erweist sich allerdings als wenig ergiebig, da der Begriff in verschiedenen Variationen verwendet wurde und somit keine Aufschlüsse über das Wesen der Hanse erlaubt.
Die Hanse lässt sich als historisches Phänomen nur sehr schwer mit gewöhnlichem kategorialem Denken, welches auf modernen staatsrechtlichen Begriffen fußt, erfassen. Weder die Rechtsnatur der Hanse noch die Frage, wer eigentlich zur Hanse gehörte und wer nicht, lässt sich damit in irgendeiner Weise zu-friedenstellend beschreiben. Gleichwohl war die deutsche Hanse, deren Organisationsmerkmale zu ihrer Blütezeit als Städtehanse Schwerpunkt dieser Darstellung sein sollen, lebenskräftige Wirklichkeit. Neben der Organisationsstruktur und einer Beschreibung des Handelswesens sollen auch das Entstehen und der Niedergang der Hanse dargestellt werden.
Die deutsche Hanse entstand ursprünglich als ein Zusammenschluss von norddeutschen Kaufleuten zur Förderung ihres Handels. In der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde dieser Bund in eine Städtegemeinschaft umgewandelt. Der Hanse gehörten in ihrer Blütezeit nahezu 2ää See- und Binnenstädte an, sie erreichte ein Gebiet von 1500 km Länge von der Zuidersee bis zum Finnischen Meerbusen.
Einen genau bestimmbaren Zeitpunkt des Anfangs und des Endes der Existenz der Hanse gibt es nicht, die Hanse ist nie im eigentlichen Sinne gegründet worden. Es lässt sich diesbezüglich lediglich sagen, dass sich ihre Geschichte zwischen dem 12. und dem 17. Jahrhundert vollzog.
Waren Städtebünde wie z.B. der oberitalienische Lombarden-Bund in erster Linie zu politischen Zwecken, zur Verteidigung der Autonomie und des Rechtsstatus ins Leben gerufen worden, so entstand die Hanse im wesentlichen aus wirtschaftlichen Zwecken. Die Mittel, mit denen die Hanse ihre Ziele verfolgte, waren dann auch im wesentlichen diplomatischer Natur. Die Hanse war in ihrer Struktur während ihrer ganzen Geschichte immer eine sehr lockere, auf Freiwilligkeit beruhende Gemeinschaft. Nichtsdestotrotz war die Hanse aber gleichzeitig immer eine aus ihrer wirtschaftlichen Vormachtstellung heraus entstandene permanente politische Macht.

2. Von der Kaufmannshanse zur Städtehanse

2.1. Das Entstehen der Hanse als Kaufmannshanse

Ein Gründungsdatum der Hanse gibt es nicht. Auch lässt sich kein Zeitpunkt nennen, an dem die Hanse "fertig" dasteht. Die Hanse war eine natürlich gewachsene Vereinigung, welche über viele Etappen wie z.b. der Ostkolonisation, der Gründung Lübecks 1159 als Tor Westeuropas nach Osten oder der Bildung der Gotländischen Genossenschaft zu der Hanse als der Gemeinschaft der im Ost- und Nordseeraum privilegierten Kaufleute führte.
Die Geschichte der Hanse war geprägt von zwei Hauptetappen. Zuerst bildete sich die Kaufmannshanse, welche dann im 14. Jahrhundert in die Städtehanse überging. Dieser Übergang von der älteren Kaufmannshanse in die Städtehanse gilt allgemein als ein epochaler Einschnitt hansischer Geschichte. In ihrem Wesen änderte sich allerdings wenig, die Hanse blieb immer eine Hanse der Kaufleute, welche die Träger des Handels und die Nutznießer der Privilegien waren. Kaufmannshanse und Städtehanse waren nicht etwas von Grund auf Verschiedenes, der Unterschied beider Hanseetappen ist im Kern in einer Verschiebung der äußeren Struktur und Organisation der Hanse zu sehen. Die Hanse war in ihrer Werdezeit wie in ihrer Blütezeit mit all ihren Unzulänglichkeiten immer das Werk der Kaufleute und der Städte zugleich.

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