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Elternzeit und Männer

Untertitel: Ist es noch zeitgemäß, dass der Mann sich an der Elternzeit nicht beteiligt?
Autor: Sven Sonntag
Fach: Wirtschaft - Sonstiges

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Details

Veranstaltung: Ökonomie und Geschlechterverhältnis
Institution/Hochschule: Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Tags: Elternzeit, Männer, Geschlechterverhältnis
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 41
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 27  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 297 KB
Archivnummer: V61683
ISBN (E-Book): 978-3-638-55090-1
ISBN (Buch): 978-3-638-66820-0

Zusammenfassung / Abstract

Die herkömmliche Rollenverteilung in der Familie zwischen Mann und Frau befindet sich im Wandel. Rein rechtlich gesehen, darf der Mann genau wie die Frau die Elternzeit ganz oder teilweise in Anspruch nehmen. Dass für einen Großteil der Männer Elternzeit ein Fremdwort ist, liegt an vielerlei Gründen. Explizit werden in meiner Arbeit die Ergebnisse der Allensbach Untersuchung – siehe Abbildung 1, Seite 4 – verwendet, die die größte Schnittmenge anderer Untersuchungen bildet und zeitlich als aktuell anzusehen ist. Die Ursachen und Wirkungen der Ablehnungsgründe werden dabei unter volkswirtschaftlichen, betriebswirtschaftlichen und soziologischen Aspekten untersucht und erörtert. Bei den volkswirtschaftlichen Ablehnungsgründen wird konkret der Frage der Entgeltverluste, die durch die Inanspruchnahme der Elternzeit für die Familie und die Einzelpersonen entstehen, nachgegangen. Die Auswirkung der Elternzeit auf die Karrierechancen des Mannes wird in den betriebswirtschaftlichen Aspekten beschrieben. Es werden die Möglichkeiten eines männlichen Mitarbeiters dargelegt, seinen alten Arbeitsplatz nach Beendigung der in Anspruch genommenen Elternzeit in seinem Betrieb wieder zu erhalten. Im Folgenden werden die Auswirkungen der Inanspruchnahme der Elternzeit durch einen männlichen Mitarbeiter für den betroffenen Betrieb selbst besprochen. Im Einzelnen wird die Vertreterregelung näher betrachtet und es werden die Position des Betriebsrats und die Reaktionen der Betriebe - also die Reaktionen der Vorgesetzten und Personaler - dem Mitarbeiter gegenüber, der Elternzeit in Anspruch nehmen möchte, verdeutlicht. Die soziologischen Gründe werden anhand der geschichtlichen Entwicklung unserer Gesellschaft seit dem 18. Jahrhundert näher erörtert – besonders der Umbruch seit dem letzen Weltkrieg, um dann die Reaktionen aus dem Umfeld des Vaters, der Elternzeit nimmt oder nehmen will, besser aufzeigen zu können. Denn negative wie positive Entscheidungen zur Inanspruchnahme der Elternzeit werden in vielen Fällen durch das soziale Umfeld beeinflusst, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben und die heutige Generation von Männern und Vätern prägen. Zum Abschluss folgen eine Zusammenfassung und eine Stellungnahme von meiner Seite zu diesem Thema.

Textauszug (computergeneriert)

Elternzeit und Männer

von: Sven Sonntag

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung  3

1. Ausmaß der Inanspruchnahme von Elternzeit durch Väter  5

2. Rechtliche Aspekte 7

2.1 Noch geltende Rechtslage  7
2.2 Rechtslage ab 1.1.2007 8

3. volkswirtschaftliche Aspekte  10

3.1 Einbußen im Familieneinkommen sind für Männer die wichtigsten Ablehnungsgründe 10
3.2 Elterngeld als Anreiz für Männer 12

3.2.1 Beispiel Deutschland 12
3.2.2 Beispiel Schweden  12

4. Betriebswirtschaftliche Aspekte 13

4.1 Karrierechancen des Mannes  14
4.2 Rückkehr nach der Elternzeit auf den alten Arbeitsplatz 15
4.3 Auswirkungen der Inanspruchnahme der Elternzeit durch einen männlichen Kollegen auf den Betrieb  15
4.4 Reaktion der Arbeitgeber auf die männliche Elternzeit  17
4.5 Einstellung des Betriebsrats zur Elternzeit 19

5. Soziologische Aspekte  20

5.1 Historische Entwicklung des männlichen Rollenverhaltens  20

5.1.1 Die Rolle des Mannes vom 18. Jahrhundert bis zum 2. Weltkrieg 21
5.1.2 Die Rolle des Mannes von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart  22

5.2 Einstellung von Männern und Umfeld zur Elternzeit  28

5.2.1 Reaktionen des männlichen Umfeldes hängen von Geschlecht und Alter ab 28
5.2.2 In Eltern-Kind-Gruppen sind Männer immer noch Exoten  30
5.2.3 Elternzeit ist für die Männer selbst nicht normal  30

6. Fazit 32

Anhang  35

Literaturverzeichnis 38



 

 

Einleitung

Die herkömmliche Rollenverteilung in der Familie zwischen Mann und Frau befindet sich im Wandel. Frauen drängen verstärkt in die Erwerbstätigkeit und es wird vielerorts diskutiert, wie Frauen Familie und Beruf am besten managen können. Die eigentliche Frage nach Wegen zu einer stärkeren Beteiligung der Männer an der Kindererziehung wird seltener gestellt. Was sehr schade ist, denn auch Väter sind heutzutage für die Kindererziehung zuständig.1 Rein rechtlich gesehen, darf der Mann genau wie die Frau die Elternzeit ganz oder teilweise in Anspruch nehmen. Mit der Einführung des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) voraussichtlich ab 01.Januar 2007 wird der Mann grundsätzlich wählen können, ob er 12 oder nur 2 Monate Elternzeit in Anspruch nimmt. Dass für einen Großteil der Männer Elternzeit ein Fremdwort ist, liegt an vielerlei Gründen. Darüber gibt es verschiedene Untersuchungen mit ähnlichen oder fast gleichen Feststellungen und Antworten, die sich nur im Detail z.B. den Prozentzahlen geringfügig unterscheiden. Explizit werden in meiner Arbeit die Ergebnisse der Allensbach Untersuchung – siehe Abbildung 1, Seite 4 – verwendet, die die größte Schnittmenge anderer Untersuchungen bildet und zeitlich als aktuell anzusehen ist. Die Ursachen und Wirkungen der Ablehnungsgründe werden dabei unter volkswirtschaftlichen, betriebswirtschaftlichen und soziologischen Aspekten untersucht und erörtert. Bei den volkswirtschaftlichen Ablehnungsgründen wird konkret der Frage der Entgeltverluste, die durch die Inanspruchnahme der Elternzeit für die Familie und die Einzelpersonen entstehen, nachgegangen. Dabei wird die mögliche positive Wirkung des neuen BEEGs anhand des Beispiels Schwedens, in dem es das Elterngeld bereits mehrere Jahre gibt, erläutert.

Die Auswirkung der Elternzeit auf die Karrierechancen des Mannes wird in den betriebswirtschaftlichen Aspekten beschrieben. Es werden die Möglichkeiten eines männlichen Mitarbeiters dargelegt, seinen alten Arbeitsplatz nach Beendigung der in Anspruch genommenen Elternzeit in seinem Betrieb wieder zu erhalten. Im Folgenden werden die Auswirkungen der Inanspruchnahme der Elternzeit durch einen männlichen Mitarbeiter für den betroffenen Betrieb selbst besprochen. Im Einzelnen wird die Vertreterregelung näher betrachtet und es werden die Position des Betriebsrats und die Reaktionen der Betriebe - also die Reaktionen der Vorgesetzten und Personaler - dem Mitarbeiter gegenüber, der Elternzeit in Anspruch nehmen möchte, verdeutlicht. Die soziologischen Gründe werden anhand der geschichtlichen Entwicklung unserer Gesellschaft seit dem 18. Jahrhundert näher erörtert – besonders der Umbruch seit dem letzen Weltkrieg, um dann die Reaktionen aus dem Umfeld des Vaters, der Elternzeit nimmt oder nehmen will, besser aufzeigen zu können. Denn negative wie positive Entscheidungen zur Inanspruchnahme der Elternzeit werden in vielen Fällen durch das soziale Umfeld beeinflusst, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben und die heutige Generation von Männern und Vätern prägen.

Danach werden die Erfahrungen von Männern in Eltern-Kind-Gruppen besprochen, um anschließend die Peinelt-Jordan-Studie zum Thema Männer und Elternzeit darzustellen. Zum Abschluss folgen eine Zusammenfassung und eine Stellungnahme von meiner Seite zu diesem Thema.

1. Ausmaß der Inanspruchnahme von Elternzeit durch Väter

Im dieser Rubrik wird die prozentuale Inanspruchnahme der Elternzeit durch Männer vorgestellt und es werden die Ablehnungsgründe der Männer zur Elternzeit aufgelistet. Anspruch auf Elternzeit haben grundsätzlich alle Menschen in Deutschland, die ein Kind selbst betreuen, erziehen und mit dem Kind im selben Haushalt leben.2 75 % der Anspruchsberechtigten nehmen die Elternzeit in Anspruch.3 Davon beträgt der männliche Anteil gerade einmal 4,9 %4 (100 %). 4,7 % (95,92 %) dieser Männer nehmen Elternzeit gemeinsam mit der Mutter und arbeiten Teilzeit. Lediglich 0,2 % (4,08 %) der Männer sind in dieser Zeit reine Hausmänner.5 Folglich wäre der bescheidende Anstieg von 1,5 %6 vor der Novellierung auf jetzt 4,9 % ohne die Neuregelung in Bezug zur Erhöhung der Teilzeit während der Elternzeit auf wöchentlich 30 Stunden7 gar nicht zu Stande gekommen. Diese Zahlen widersprechen den eigentlichen Wünschen der Väter, wie eine Befragung der Väter direkt nach der Elternzeit durch die Prognos AG ergibt. Sie stellt fest, dass grundsätzlich 75 % der Väter bereit wären, die Elternzeit selbst in Anspruch zu nehmen, wenn ihnen dadurch keine Nachteile entstehen würden.8 Dass Männer allerdings glauben, dass sie durch die Inanspruchnahme der Elternzeit Nachteile erfahren, zeigt eine repräsentative Bevölkerungsumfrage durch das Allensbachinstitut. In dieser geben Männer verschiedene Gründe an, warum sie keine Elternzeit nehmen können bzw. wollen. Mit geringen Abweichungen kommen zu diesen Ergebnissen auch andere ähnlich gelagerte Untersuchungen9. Eine Teilzeitbeschäftigung von maximal 30 Stunden die Woche während der Elternzeit ist im Zuge der Neuregelung des Bundeserziehungsgeldgesetzes im Jahre 2001 in Kraft getreten.

Quelle: Abbildung 1: Allensbach, Einstellungen junger Männer zu Elternzeit, Elterngeld und Familienfreundlichkeit im Betrieb, S 6 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

2. Rechtliche Aspekte

Im diesem Kapitel werden das derzeitige und das voraussichtliche ab 1.Januar 2007 geltende Recht zur Elternzeit aufgezeigt.

2.1 Noch geltende Rechtslage

[...]


1 Vgl. Krell, 2004, S. 298.

2 Näheres siehe Bundeserziehungsgeldgesetz (BErzGG) § 15, S. 4

3 Vgl. Allensbach, 2005, S. 5

4 Vgl. BMFSFJ, BErzGG - Bericht über die Auswirkungen der §§ 15 und 16, S. 20.

5 Vgl Allensbach, 2005, S. 5.

6 Vgl. BMFSFJ, BErzGG - Bericht über die Auswirkungen der §§ 15 und 16, S. 20.

7 Vgl. BMFSFJ, Gender Datenreport, 2005, S. 323:

8 Vgl. BMFSFJ, Väter und Erziehungsurlaub, 2002, S. 54.

9 Siehe z.B. BMFSFJ, Väter und Erziehungsurlaub, 1999, S. 46

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