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Textile Fachinhalte im allgemein bildenden Schulwesen - eine vergleichende Untersuchung der einschlägigen Studienordnungen und Bildungsstandars in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen

Examination Thesis, 2005, 81 Pages
Author: Sarah Schulzki
Subject: Handwork: Textiles

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2005
Pages: 81
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 15  Entries
Language: German
Archive No.: V61775
ISBN (E-book): 978-3-638-55155-7

File size: 771 KB


Excerpt (computer-generated)

PH Freiburg

Erste Staatsprüfung für das Lehramt an
Grund- und Hauptschulen

Wissenschaftliche Hausarbeit

Textile Fachinhalte im allgemein bildenden Schulwesen –
eine vergleichende Untersuchung der einschlägigen Studienordnungen
und Bildungsstandards in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen

Prüfungsfach: Haushalt/ Textil

Vergabe des Themas : 20.07.2004

vorgelegt von: Schulzki, Sarah

2005

 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung ... 3

1. Historische Entwicklung des Textilen als Schulfach in Deutschland ... 4

2. Aktueller Stand ... 12

3. Allgemein bildendes Schulwesen ... 18

4. Baden-Württemberg: Bildungsstandards ... 19
4.1 Grundschule ... 20
4.2 Hauptschule und Werkrealschule ... 23
4.3 Realschule ... 27
4.4 Zusammenfassung ... 30

5. Nordrhein-Westfalen: Richtlinien und Lehrpläne ... 32
5.1 Grundschule ... 33
5.2 Hauptschule ... 35
5.3 Realschule ... 38
5.4 Zusammenfassung ... 40

6. Vergleich ... 41

7. Studienmöglichkeiten in Baden-Württemberg ... 44
Studienordnungen: Haushalt/ Textil
7.1 Grundschule ... 49
7.2 Hauptschule ... 52
7.3 Realschule ... 54

8. Studienmöglichkeiten in Nordrhein-Westfalen ... 56
8.1 Studienordnung Kunst/ Gestalten ... 61
8.2 Studienordnung: Textilgestaltung ... 65

9. Vergleich ... 68

10. Schlusskommentar ... 74

11. Ausblick ... 76

12. Literaturverzeichnis ... 78

 

Einleitung

Zu Beginn wird die historische Entwicklung des Textilen als Schulfach aufgezeigt. Rückführend auf diese Entwicklung und derzeit geltende Studienordnungen und Bildungspläne, erfolgt in Kapitel 2 der aktuelle Stand. Kapitel 3 beinhaltet eine kurze Darstellung des all-gemein bildenden Schulwesens der Bundesrepublik Deutschland.

In Kapitel 4 werden die Bildungsstandards in Baden-Württemberg - für die Schultypen Grund-, Haupt-, und Realschule - in die textile Fachinhalte integriert sind, dargestellt. Das Kapitel endet mit einer Zusammenfassung. Kapitel 5 behandelt in gleicher Weise die Richtlinien und Lehrpläne Nordrhein-Westfalens. Kapitel 6 beinhaltet den Vergleich beider.

Kapitel 7 wendet sich den Hochschulen zu, indem es sich mit den Studienordnungen des Faches Haushalt/ Textil in Baden-Württemberg befasst. Beginnend mit einer Übersicht der Studienmöglichkeiten, folgt eine Erklärung des Studienaufbaus der Lehramtsstudiengänge. Am Ende steht eine Darstellung exemplarischer Studienordnungen für die Grund-, Haupt-, und Realschule. Genauso wird in Kapitel 8 mit den Studienordnungen – Kunst/ Gestalten und Textilgestaltung - Nordrhein-Westfalens verfahren. In Kapitel 9 wird wiederum verglichen.

Ein Schlusskommentar und ein Ausblick runden die Arbeit ab.


1. Historische Entwicklung des Textilen als Schulfach

Die historische Entwicklung des Faches, für das so viele Bezeichnungen1 gelten und deshalb in diesem Kapitel der Begriff „des Textilen“ gewählt wurde, ist so umfangreich, dass hier nur die wichtigsten Ausschnitte gezeigt werden können. Dieser Abriss ist in sofern notwendig, als er die noch heute bestehende Problematik des Faches verdeutlicht und zu einem besseren Verständnis der weiterführenden Arbeit beiträgt.

Die Geschichte des Textilen reicht weit zurück. Schon im Altertum sind textile Arbeiten eine beliebte Beschäftigung für Frauen und Männer.2 So fertigen schon die Ägypter, Griechen, Römer und Germanen Gebrauchgegenstände aus textilem Material mittels verschiedener Verfahren, wie Nähen, Sticken und Weben an.

Im 8. Jahrhundert nehmen die Klosterschulen textile Verfahren in ihren Unterricht auf. Es entsteht ein Kanon, der Weben, Sticken, Nähen, Häkeln und Stricken umfasst. Zugänglich sind die Klosterschulen Adligen, später auch reichen Bürgerstöchtern.3 Das einfache Volk hingegen lernt die Textilarbeiten innerhalb der Familie, wo diese als Lebensnotwendigkeit gelten.4 Die im späteren Mittelalter handwerksmäßige Herstellung führt jedoch dazu, dass die Mütter ihre Töchter die einzelnen Verfahren nicht mehr lehren.

Im 16. Jahrhundert entwickeln sich daraufhin die so genannten Strickschulen, die allerdings auch das Nähen und Häkeln lehren. Die neu gegründeten öffentlichen Schulen nehmen die Textilarbeit noch nicht als Fach auf. Nach Abschluss dieser Schule, ist es für die Mädchen möglich eine Nähschule zu besuchen.

Mitte des 18. Jahrhunderts entstehen - auf Grund der wirtschaftlichen Entwicklung - die Industrieschulen, um der Verarmung entgegenzuwirken. „Dieser Schulunterricht ging von den Bedürfnissen der niedrigeren Bevölkerungsschichten aus und wollte ihnen Produktionsfertigkeiten vermitteln, um ihnen so bessere Verdienstmöglichkeiten und damit ausreichende Lebenschancen zu sichern.“5 Arbeit und Herstellung mit/ von Textilien bildet den größten Aufgabenbereich. Im Vordergrund steht allerdings das Industrieprodukt; Mädchen und Jungen werden als billige Arbeitskräfte benutzt. Wissensvermittlung und pädagogische Ziele treten in den Hintergrund, zumal die Lehrer, sobald die Technik beherrscht wird, keine pädagogische Bildung benötigen, um den Unterricht zu erteilen.

[...]


1 auf die Bezeichnungen wird im Laufe der weiteren Arbeit eingegangen

2 vgl. Sommerfeld, Dietlind: Textiles Werken. Aumüller KG Regensburg. 1973. S. 11

3 vgl. Sommerfeld S. 12

4 vgl. ebd.

5 Beyer, Brigitte/ Kafka, Heilweg: Textilarbeit. Aumüller KG Regensburg 1973. S. 12


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