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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 21 Pages
Author: Markus Zimmermann
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Details
Institution/College: Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Tags: Bewertung, Kreditportefeuilles, Hauptesminar, Bank-, Börsenwesen
Year: 2006
Pages: 21
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 29 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-55181-6
ISBN (Book): 978-3-638-79292-9
File size: 167 KB
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Abstract
Mit den neuen Baseler Eigenkapitalvorschriften (Basel II) haben Banken in Zukunft die Möglichkeit, verschiedenste Verfahren zur Bewertung von Kreditportefeuilles zu verwenden. Diese Modellansätze sind jedoch nicht nur zur Berechnung des regulatorischen Eigenkapitals notwendig, sondern spielen auch für das Risikomanagement eines Kreditinstituts eine zentrale Rolle. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, die Bonität von Kunden und deren Rentabilität für die Bank zu ermitteln und eine risikoadäquatere Preisgestaltung zu erstellen. Dabei ist eine Differenzierung des Risikobegriffs von großer Bedeutung. Zu diesem Zweck wurden in den letzten Jahren zahlreiche Ansätze entwickelt. Die folgende Arbeit soll Aufschluss darüber geben, wie auf Basis von Basel II eine für das Kreditinstitut risikooptimale Bewertung von Kreditportefeuilles im Rahmen unterschiedlicher Verfahren vorzunehmen ist. In einem ersten Schritt erfolgt eine Einführung in die Problematik von Basel II sowie eine Beurteilung der damit verbundenen Auswirkungen auf das gesamte Kreditgewerbe. Anschließend werden auf Grundlage portfoliotheoretischer Ansätze die Methodik und Vorgehensweise bei der Bewertung von Kreditportefeuilles und dabei auftretende Schwierigkeiten näher betrachtet. Schließlich werden die in der Praxis entwickelten, relevanten Kreditrisikomodelle vorgestellt und untersucht, inwieweit diese einen Beitrag zur Umsetzung der neuen Eigenkapitalvereinbarungen im Kreditgewerbe leisten können.
Excerpt (computer-generated)
FRIEDRICH ALEXANDER UNIVERSITÄT ERLANGEN-NÜRNBERG
LEHRSTUHL FÜR BANK- UND BÖRSENWESEN
Wintersemester 2005/2006, Fachsemester 7
Bewertung von Kreditportefeuilles
von: Markus Zimmermann
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einführung und Zielsetzung 2
2. Basel II – neue Eigenkapitalvereinbarung für das Kreditgewerbe 2
2.1 Notwendigkeit einer neuen Kapitalvereinbarung 3
2.2 Begriffsabgrenzung und Definition 3
2.3 Zielsetzungen von Basel II 4
2.4 Auswirkungen auf das Kreditgewerbe 5
3. Methodik und Vorgehensweise bei der Bewertung von Kreditportefeuilles 6
3.1 Moderne portfoliotheoretische Ansätze 6
3.2 Kreditrisikoprozessanalyse 7
3.3 Verfahren zur Bewertung von Kreditportefeuilles 8
3.3.1 Ansätze zur Bemessung des Kreditrisikos 8
3.3.2 Ansätze zur Bemessung des Marktrisikos 9
3.3.3 Ansätze zur Bemessung des operationellen Risikos 10
3.4 Dilemma bei der Bewertung von Kreditportefeuilles 10
4. Anwendungsfelder bei der Bewertung von Kreditportefeuilles 11
4.1 Übersicht über die Kreditrisikomodelle 11
4.2 Praxisrelevante Ansätze 12
4.2.1 CreditMetrics 12
4.2.2 KMV Portfolio Manager 13
4.2.3 CreditRisk+ 14
4.2.4 Credit Portfolio View 15
4.3 Kritische Würdigung der Kreditrisikomodelle 16
5. Fazit 16
LITERATURVERZEICHNIS 18
1. Einführung und Zielsetzung
Mit den neuen Baseler Eigenkapitalvorschriften (Basel II) haben Banken in Zukunft die Möglichkeit, verschiedenste Verfahren zur Bewertung von Kreditportefeuilles zu verwenden. Diese Modellansätze sind jedoch nicht nur zur Berechnung des regulatorischen Eigenkapitals notwendig, sondern spielen auch für das Risikomanagement eines Kreditinstituts eine zentrale Rolle. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, die Bonität von Kunden und deren Rentabilität für die Bank zu ermitteln und eine risikoadäquatere Preisgestaltung zu erstellen. Dabei ist eine Differenzierung des Risikobegriffs von großer Bedeutung. Zu diesem Zweck wurden in den letzten Jahren zahlreiche Ansätze entwickelt. Die folgende Arbeit soll Aufschluss darüber geben, wie auf Basis von Basel II eine für das Kreditinstitut risikooptimale Bewertung von Kreditportefeuilles im Rahmen unterschiedlicher Verfahren vorzunehmen ist.
In einem ersten Schritt erfolgt eine Einführung in die Problematik von Basel II sowie eine Beurteilung der damit verbundenen Auswirkungen auf das gesamte Kreditgewerbe. Anschließend werden auf Grundlage portfoliotheoretischer Ansätze die Methodik und Vorgehensweise bei der Bewertung von Kreditportefeuilles und dabei auftretende Schwierigkeiten näher betrachtet. Schließlich werden die in der Praxis entwickelten, relevanten Kreditrisikomodelle vorgestellt und untersucht, inwieweit diese einen Beitrag zur Umsetzung der neuen Eigenkapitalvereinbarungen im Kreditgewerbe leisten können
2. Basel II – neue Eigenkapitalvereinbarung für das Kreditgewerbe
Im Jahr 1988 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht die Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel I) mit dem Ziel der Verbesserung der internationalen Stabilität der Finanzmärkte sowie der Schaffung international einheitlicher Wettbewerbsbedingungen veröffentlicht.1 Seit 1999 wird an der Formulierung der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) gearbeitet, deren Inkrafttreten spätestens Ende 2006 vorgesehen ist.2
2.1 Notwendigkeit einer neuen Kapitalvereinbarung
Aufgrund der Baseler Eigenkapitalübereinkunft (Basel I) ist es Banken vorgeschrieben, acht Prozent ihres risikogewichteten Kreditvolumens mit Eigenkapital zu unterlegen, um eine Abdeckung des Kreditrisikos zu gewährleisten. Zunächst wurde sich auf dieses Risikomaß beschränkt, bis im Jahr 1996 im Rahmen des Baseler Marktrisikopapiers neben dem Kreditrisiko auch das Marktrisiko Berücksichtigung fand.3 Bereits Mitte der neunziger Jahre ist diese Eigenkapitalregelung jedoch in die Kritik geraten, da das tatsächliche Risiko dadurch nur unzureichend abgebildet wird. Zudem entspricht eine alleinige Berücksichtigung des Kredit- und Marktrisikos aufgrund der fehlenden Zuordnung ökonomischer Risiken nicht dem tatsächlichen Risikoprofil einer Bank. Weiterhin wurde kritisiert, dass neue Finanzinstrumente und neue Kreditrisikosteuerungsmethoden kaum Berücksichtigung finden. In Folge dieser Entwicklung war es notwendig, Basel I durch ein moderneres Regelwerk (Basel II) zu ersetzen.4
2.2 Begriffsabgrenzung und Definition
Grundgedanke dieser neuen Kapitalvereinbarung für das Kreditgewerbe ist eine risikogerechtere Ausrichtung der Kapitalanforderungen an Banken bezüglich ökonomischer Risiken, sowie die Berücksichtigung neuerer Entwicklungen an den Finanzmärkten und im Risikomanagement der Institute.5 Um die Stabilität des nationalen und internationalen Bankensystems besser abzusichern, basiert Basel II auf einem Modell bestehend aus drei sich gegenseitig ergänzenden Säulen. Basel I wird also neben den Mindestkapitalanforderungen um zwei weitere Bereiche, den Überprüfungsprozess durch die Bankaufsicht und die verstärkten Offenlegungspflichten für Banken, erweitert.6
Die erste Säule stellt dabei das Herzstück der Baseler Rahmenvereinbarungen dar. Die bisherigen Risikoarten Kredit- und Marktrisiko werden um das operationelle Risiko ergänzt, das künftig explizit mit Kapital zu unterlegen sein wird. Den quantitativen Eigenkapitalanforderungen liegt ein Kapitalkoeffizient von mindestens acht Prozent zugrunde.7 Die Eigenkapitalausstattung einer Bank ergibt sich somit aus dem Quotienten aus gesamtem Eigenkapital und der Summe des Kredit-, Markt- und operationellen Risikos. Diese relevanten Risiken werden hierbei anhand unterschiedlich komplexer Verfahren gemessen und entsprechend gewichtet.8
[...]
1 Vgl. Nouy/Cordewener (2001), S. 1090 f.
2 Vgl. Borgel/Loch/Thelen-Pischke (2005), S. 20 f.
3 Vgl. Schmieder (2005), S. 12-14.
4 Vgl. Cluse/Dernbach/Engels/Lellmann (2005), S. 19-21.
5 Vgl. Übelhör/Warns (2004), S. 15-19.
6 Vgl. Cluse/Dernbach/Engels/Lellmann (2005), S. 21 f.
7 Vgl. Brezski/Kinne (2004), S. 188.
8 Vgl. Übelhör/Warns (2004), S. 21 f.
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