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Inwieweit lässt sich das mündliche Sprachhandeln bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache durch ein ausgewähltes Förderkonzept weiterentwickeln?

Autor: Nicole Frischmann
Fach: Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache

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Details

Kategorie: Examensarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 79
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 23  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 3162 KB
Archivnummer: V61875
ISBN (E-Book): 978-3-638-55230-1
Anmerkungen :
Schriftliche Hausarbeit zur Zweiten Staatsarbeit für das Lehramt für die Grundschule Großer Anhang

Textauszug (computergeneriert)

Studienseminar für Lehrämter an Schulen - Siegburg

Inwieweit lässt sich das mündliche Sprachhandeln bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache durch ein ausgewähltes Förderkonzept weiterentwickeln?

Nicole Frischmann

 

Inhaltsverzeichnis


1. Einleitung ... 1

1.1 Begründung der Themenwahl ... 1
1.2 Zielrelevante Handlungsfelder ... 2

2. Theoretische Grundlagen ... 4

2.1 Erst- und Zweitspracherwerb ... 4
2.1.1 Spracherwerbsstadien ... 5
2.1.2 Die Bedeutung der Erstsprache für den Zweitspracherwerb ... 6
2.2 Sprachvergleiche ... 6
2.2.1 Sprachliche Ursachen für Fehler in der Zweitsprache ... 6
2.2.2 Besonderheiten der deutschen Sprache ... 7
2.2.3 Unterschiede zwischen deutscher und türkischer Sprache ... 8
2.3 Basiskompetenzen in der Zweitsprache ... 9
2.3.1 Schwerpunktsetzung für die Förderung von Kindern im Vorschulalter ... 9
2.3.2 Sprachkompetenz als Voraussetzung für das Lernen in der Schule ... 10

3. Bestimmung der Lernausgangslage ... 11

3.1 Feststellung der Sprachkenntnisse bei der Schulanmeldung ... 11
3.2 Ergebnisse der Befragung in den Kindergärten ... 12
3.3 Ergebnisse der Elternbefragung ... 13
3.4 Begleitende Sprachbeobachtungen ... 15
3.5 Zusammenfassung der förderdiagnostischen Verfahren ... 16

4. Durchführung und Erprobung eines Förderkonzepts ... 17

4.1 Zielsetzungen ... 17
4.2 Schwerpunktsetzung ... 18
4.3 Thematischer Aufbau des Förderkonzepts ... 20
4.4 Auswahl und Begründung der Methoden und Materialien ... 21
4.4.1 Grundsätze und Methoden der Sprachförderung ... 21
4.4.2 Kindgemäße Medien und Aktivitäten in der Sprachförderung ... 21
4.4.2.1 Reime, Fingerspiele, Lieder und Tanzspiele als Mittel in der Sprachförderung
4.4.2.2 Einsatz von Bilderbüchern in der Sprachförderung
4.5 Anforderungen an die Lehrerin ... 23

5. Evaluation: Möglichkeiten und Grenzen der Förderung ... 24

5.1 Evaluation des Lernerfolges anhand der Beobachtungen ... 24
5.2 Evaluation der Rahmenbedingungen ... 27

6. Schlussbetrachtung ... 29

6.1 Bewertende Zusammenfassung ... 29
6.2 Ausblick ... 31

7. Literaturverzeichnis ... 32

8. Anhang ... 35

 

 

1. Einleitung


1.1 Begründung der Themenwahl

Aufgrund der Anfrage der Schulleitung der Grundschule Deichhaus im Sommer 2003 übernahm ich im Februar diesen Jahres zwei Stunden Sprachförderung für einer Gruppe von Kindern im Vorschulalter. Mein Interesse hierbei galt in erster Linie der Erweiterung meiner theoretischen, wie auch praktischen Erfahrungen zum Thema Sprachförderung zweisprachiger Kinder1. Darüber hinaus bietet sich dieses Thema besonders an, da meine Ausbildungsschule in einem Einzugsgebiet mit vielen ausländischen Familien liegt. Aus diesem Grund ist die Sprachförderung von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache ein wichtiges Thema in unserer Schule.
Für den Sprachförderkurs informierte ich mich zunächst über Ziele und Hintergründe der Fördermaßnahmen: Sprachförderkurse sollen Kinder im Vorschulalter gezielt in der deutschen Sprache fördern, wenn ihre Kenntnisse in Deutsch nicht ausreichen, um im Unterricht mitarbeiten zu können. Laut Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein- Westfalen wachsen fast ein Drittel aller Kinder, die vor der Einschulung stehen, mit zwei oder mehr Sprachen auf. Damit Sprachdefizite jedoch frühzeitig vor Eintritt in die Schule erkannt und durch Fördermaßnahmen abgebaut werden können, wurde die Anmeldung zur Grundschule, die eine Sprachstandsfeststellung beinhaltet, vorgezogen.
Das Ministerium geht davon aus, dass Kinder, die ohne ausreichende Deutschkenntnisse zur Schule angemeldet wurden, daraufhin aber an einem vorschulischen Sprachkurs mit Erfolg teilgenommen haben, in der Regel im Anschluss daran in der Lage sind im Unterricht mitzuarbeiten.2
Bei der Arbeit in der Schule fallen mir immer wieder Kinder auf, die aufgrund ihrer Defizite in der deutschen Sprache nur unzureichend in der Lage sind im Unterricht mitzuarbeiten. Ich möchte daher mehr über die Ursachen, den Sprachentwicklungsprozess in der Zweitsprache und die familiären Bedingungen erfahren. Mich interessieren aber auch die Fördermöglichkeiten im Vorschulbereich, die mit Sicherheit auch für meinen Unterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht von Nutzen sein können.

Aufgrund der Auseinandersetzung mit diesem Thema erwachte das Interesse im Rahmen meiner Examensarbeit zu überprüfen inwieweit sich das mündliche Sprachhandeln von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache durch ein ausgewähltes Förderkonzept weiterentwickeln lässt. Da eine ausgearbeitete Konzeption für die speziellen Lernbedürfnisse dieser Kinder erforderlich ist, stütze ich mich bei der Planung und Durchführung der Sprachförderstunden auf die "Didaktisch-methodischen Empfehlungen für die Sprachförderung vor der Einschulung", die das Niedersächsische Kultusministerium3 herausgegeben hat. Ich werde in der vorliegenden Arbeit stets von dieser Konzeption ausgehen, jedoch hier und da meine Abwandlungen und Innovationen einfließen lassen.

Erste Erfahrungen mit Kindern dieser Altersstufe habe ich bereits bei einem zwölfstündigen Praktikum im Deutsch-Türkischen Kindergarten im Sommer 2003 gesammelt. Dabei war mir aufgefallen, dass einige ausländische Kinder über einen sehr geringen Wortschatz verfügten. Sie sprachen beim Spielen und Erzählen nicht im Zusammenhang wie die deutschen Kinder, sondern benutzten einzelne Wörter. Allerdings waren dies auch jüngere Kinder oder Kinder, die noch nicht so lange den Kindergarten besuchten. Beim Besuch des Kindergartens bekam ich nicht nur erste Vorstellungen vom Sprachstand, sondern auch vom allgemeinen Leistungs- und Entwicklungsstand angehender Schulkinder.
Vor Beginn der Fördermaßnahmen besuchte ich die umliegenden Kindergärten, um Anhaltspunkte bezüglich des Sprachstandes der am Sprachkurs teilnehmenden Kinder zu erhalten.


1.2 Zielrelevante Handlungsfelder

Die Arbeit mit den Kindern im Sprachkurs sowie das Durchführen und Erproben einer Konzeption für konkreten Unterricht erfordern von der Lehrerin4 folgende in der OVP Abs.II § 6 festgelegten Handlungsfelder:

Erziehen und Unterrichten: Diese Handlungen beziehen sich auf die Arbeit mit den Kindern. Das Konzept ist auf die Förderung der Sprachkompetenz der Kinder in Deutsch als Zweitsprache ausgerichtet.

Organisieren und Verwalten: Die Lehrkraft hat die Aufgabe Termine mit den Eltern abzusprechen. Sie muss die Planung und Gestaltung der einzelnen Förderstunden vornehmen und das Gesamtkonzept zeitökonomisch im zur Verfügung stehenden Zeitraum planen und umsetzen. Die Ergebnisse aus den Befragungen und den Beobachtungen müssen geschützt aufbewahrt und für eine Interpretation aufbereitet werden.

Innovieren: Die im Rahmen meiner Arbeit gewonnenen Erfahrungen, Erkenntnisse, Methoden, Materialien und Erhebungsinstrumente werden dem Kollegium für die folgenden Sprachfördermaßnahmen zur Verfügung gestellt.

Kooperieren: Um die ersten Anhaltspunkte über den Sprachstand der Kinder zu erhalten, setzt sich die Lehrkraft mit den umliegenden Kindergärten in Verbindung. Während der Fördermaßnahme tauschen sich beide regelmäßig über die Entwicklungen der betreffenden Kinder aus. Weiterhin erfolgt ein regelmäßiger Austausch mit den Eltern.

Beraten: Die Lehrerin berät die Eltern bezüglich des Sprachentwicklungsstandes ihres Kindes, aber auch hinsichtlich beobachteter Defizite in anderen Bereichen wie Motorik, soziales Verhalten und Wahrnehmung und vereinbart geeignete Fördermöglichkeiten.

Beurteilen: Durch kontinuierliche und gezielte Beobachtungen der individuellen Lernentwicklung erfolgen entsprechende Fördermaßnahmen, die zielgerichtet auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet sind.

Evaluieren: Die Konzeption und ihre förderdiagnostischen Verfahren werden evaluiert. Die Auswahl der Verfahren zur Ermittlung der Lernausgangslage und das vorliegende Förderkonzept werden im Hinblick auf ihre Effektivität kritisch hinterfragt. Dies erfolgt auf der Grundlage der beobachteten Lernfortschritte der Kinder im Hinblick auf die Weiterentwicklung ihrer sprachlichen Kompetenzen.


2. Theoretische Grundlagen

 

[...]


1 Ich verwende zur besseren Lesbarkeit in meiner Arbeit die verallgemeinernde Form "zweisprachig" oder "Zweisprachigkeit". Eingeschlossen sind Kinder, die dreisprachig aufwachsen bzw. für die Deutsch die Drittsprache ist.
2 Vgl. Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes NRW 2003, S. 2ff.
3 Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium 2004. Die Didaktischen Empfehlungen sind im Internet auf der Homepage des Niedersächsischen Kultusminsteriums erhältlich.
4 Zur besseren Lesbarkeit verwende ich in der Arbeit die weibliche Form, da ich selbst eine Lehrerin bin.

Kommentare

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