Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Roman Schmidt
Fach: Germanistik - ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Details
Institution/Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Tags: Motiv, Festes, Nibelungenlied, Zweites, Semester, Lehramt, Haupt-/Realschule, Deutsch/Geschichte
Jahr: 2005
Seiten: 26
Note: 2,1
Literaturverzeichnis: ~ 10 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 227 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-55272-1
Textauszug (computergeneriert)
Das Motiv des Festes im Nibelungenlied
von: Roman Schmidt
Inhaltsverzeichnis
Einleitung in das Nibelungenlied, Vorstellung des Themas und ein Ausblick auf den Inhalt 3
Höfische Kultur 5
Höfische Kultur im Nibelungenlied 7
Anlässe und Bräuche eines Festes 9
Das Motiv des Festes und seine Bedeutung im Nibelungenlied 10
Erster Teil des Nibelungenliedes (1.-19. Aventiure) und die Bedeutung des Festes darin 12
Die Schwertleite und das Siegesfest 14
Die Hochzeiten 16
Der Streit der Frauen beim Einladungsfest 17
Zweiter Teil des Nibelungenliedes (20.-39. Aventiure) 19
Der Untergang und der Wandel des Motiv des Festes 19
Kriemhilds Hochzeitsfest 20
Das Motiv des Festes ändert seine Bedeutung 21
Der Untergang im Rahmen des Festes 23
Schluss 24
Worin liegt der Sinn des Festes bezogen auf die Handlung des Nibelungenlieds? 24
Literaturverzeichnis: 26
Primärliteratur 26
Sekundärliteratur 26
Einleitung in das Nibelungenlied, Vorstellung des Themas und ein Ausblick auf den Inhalt
Das Nibelungenlied wurde im 12. Jahrhundert in Mittelhochdeutsch von anonymen Autoren aufgeschrieben. Im ersten Teil des Nibelungenliedes werden Siegfrieds Heldentaten, seine Liebe zu Kriemhild und der Tod von Siegfried thematisiert. Der zweite Teil befasst sich mit der Rache Kriemhilds, dem Untergang der Burgunder und dem Verfall höfischer Kultur. Das Nibelungenlied war zum Vortrag gedacht und wurde daher bei festlichen Anlässen dem Adel zu Hofe vorgetragen. Dadurch traf das Geschehen einer fernen Heroenzeit „alte maeren“ (Strophe 1) auf eine höfische Kultur.
Dieser Gegensatz (heroisch-höfisch) findet sich mehrfach im Nibelungenlied. Ein Held wird durch Verrat getötet, Freude, die zum Schluss in Leid umschlägt „ als ie diu liebe leide z`aller jungeste git“ (2378), und Feste, die zu Beginn noch als Aushängeschild für einen Hof dienten, werden zum Schluss als Falle benutzt und Festsäle werden zum Grab für unzählige stolze Recken. Die vorliegende Hausarbeit zum Thema „ Das Motiv des Festes im Nibelungenlied“ versucht das Fest zu Hofe im Allgemeinen zu erklären und die Rolle des Festes im Besonderen im Laufe der Handlung des Nibelungenlieds herauszustellen. Besonderer Wert wird auf die Ausarbeitung der Parallelität zwischen dem Wandel des Motivs des Festes und dem Verlauf des übrigen Handlungsstrangs gelegt. Verläuft das Siegesfest zu Beginn noch in geregelten und vorgeschriebenen Bahnen und geht dabei mit der Handlung im Allgemeinen zu Beginn konform, so fällt die Ordnung der allgemeinen Handlung mit dem Eklat um den „Vasallen“ Siegfried beim Hochzeitsfest.
Am Ende dient das Fest lediglich noch als Anlass zu Provokation, Rache und Massenmord. Dabei treten alle Vorschriften einer höfischen Kultur in Bezug auf ein formvollendetes Fest in den Hintergrund. So wie das Fest zum Schluss in den Schoß von Rache und Mord fällt, so wird aus Gründen der „triuwe“ zu ihrem ermordeten Ehegatten, aus der „ vil edel magedin“ (2), wie Kriemhild zu Beginn beschrieben wird, ein vor Rache blindes Weib. Dadurch bleiben in der allgemeinen Handlung des Nibelungenlieds nur Schmerz und Leid zum Schluss.
In Bezug auf das Motiv des Festes wird während der Hausarbeit herauszuarbeiten sein, wie es zu dem Endzustand im Chaos und im Untergang und der Vernichtung des Festes im altbekannten Sinn gekommen ist.
Höfische Kultur
Die höfische Kultur des 12. und 13. Jahrhunderts war geprägt von Erziehungsregeln, die zu „Beherrschtheit (zuht) und höfischer Wohlerzogenheit (hövescheit)“1 verpflichteten.
Die Beherrschung des eigenen Körpers, der Mimik, Gestik und Sprache standen im Mittelpunkt der Erziehung am Hofe des Adels. Für Männer galt es, ein Pferd reiten zu können und dabei „Geschicklichkeit und Kunstfertigkeit“2 unter Beweis zu stellen. Junge Männer sollten mit Jagd, Redensvorschriften und besonders mit dem ordnungsgemäßen Umgang mit Damen vertraut gemacht werden.
Hugo von St. Victor entwickelte im 12. Jahrhundert eine Erziehungslehre, die auf den Zusammenhang zwischen dem inneren Zustand und dem Benehmen und Verhalten aufmerksam machte. Ihm kam es auf einen Weg des Menschen „zur Vollkommenheit“3 an, an dessen Ziel die „Disziplin des Geistes und Körpers“3 stand. Diese Erziehungslehre wurde an adligen Höfen sehr gepflegt. Allgemein kam dem äußeren Auftreten eine dominierende Position zu. Sprache, Kleidung und Tischmanieren stellten einen Spiegel des inneren Zustands eines Adligen dar.
Die höfische Art zu sprechen vermeidet Abschweifungen, unschöne Sachverhalte und Überflüssiges. „Auf diese Weise werden ganze Gegenstandsbereiche tabuisiert“4 Insgesamt war die höfische Art des Sprechens eine Ausgrenzung und Distanzierung vom niederen „Bäuerischen (dörperlich)“5 Kleidung galt als Visitenkarte eines Hofes bei festlichen Anlässen.
[...]
1 Bumke, Joachim: Höfische Körper-Höfische Kultur, Seite 67
2 Bumke, Joachim: Höfische Körper-Höfische Kultur, Seite 68
3 Bumke, Joachim: Höfische Körper-Höfische Kultur, Seite 71
4 Bumke, Joachim: Höfische Körper-Höfische Kultur, Seite 75
5 Bumke, Joachim: Höfische Körper-Höfische Kultur, Seite 79
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: