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Analyse aktueller Werkbeispiele der Medienkunst (VALIE EXPORT und Cindy Sherman) hinsichtlich der Relevanz medienspezifischer Aspekte

Autor: Jessica Rosenbrock
Fach: Kunst - Installationen, Aktionskunst, 'moderne' Kunst

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Details

Kategorie: Examensarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 66
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 17  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 620 KB
Archivnummer: V61960
ISBN (E-Book): 978-3-638-55301-8
ISBN (Buch): 978-3-638-70984-2

Zusammenfassung / Abstract

inleitung In der vorliegenden Arbeit werde ich mich mit der Relevanz medienspezifischer Aspekte, anhand von insgesamt vier Werkbeispielen zweier Künstlerinnen der aktuellen Medienkunst auseinandersetzen. Ich habe mich nach umfassender Information, bzw. eingehender Betrachtung unterschiedlicher Arbeiten, für die Künstlerinnen VALIE EXPORT und Cindy Sherman entschieden. Der Grund, warum der Name der erstgenannten Künstlerin in Versalien geschrieben wird, soll im nachfolgenden Kapitel geklärt werden, war aber durchaus ein interessanter Anhaltspunkt für meine Auswahl. Ich habe mich bei den Arbeiten beider Frauen bewusst für die sogenannten Frühwerke entschieden, da ich der Auffassung bin, dass besonders in den Anfängen des künstlerischen Schaffens der Künstlerinnen viele originäre Ideen und Intentionen zu entdecken sind, die vielleicht in späteren Werken, aufgrund einer entwicklungsbedingten, größeren Abgeklärtheit, gewichen sein könnten. …Aber ich glaube das war einfach Glück, oder so was wie Intuition, etwas, woran ich heute nicht mehr glaube. Dazu bin ich wohl zu abgeklärt.1 Die ausgewählten Aktionen VALIE EXPORTS Cutting und Tapp und- Tastkino, die Ende der 1960er Jahre entstanden sind, empfinde ich als besonders interessant, da sich dem Betrachter ihre Aussagen nicht auf den ersten Blick erschließen, aber hauptsächlich, weil EXPORT bisher tabuisierte Themen aufgreift und im öffentlichen Kunstraum demonstriert. Ihre Wege Elemente der Medien in ihre Kunst zu integrieren, oder besser, inwiefern sie durch diese Darstellungsformen ihre Kunst ausdrückt, werde ich im zweiten Kapitel der Arbeit untersuchen. Selbstverständlich soll auch die Aussagekraft der Kunst EXPORTS behandelt werden, im Besonderen ihre Form der Darstellung weiblicher Wirklichkeitswahrnehmung und deren Wirkungsweise beim Betrachter; allerdings werden ihre feministischen und politischen Intentionen nicht den Schwerpunkt meiner Arbeit bilden, sollten aber im Zusammenhang mit dem künstlerischen Schaffen VALIE EXPORTS erläutert werden. [...]

Textauszug (computergeneriert)

Gottfried Wilhelm Leibnitz Universität Hannover
Institut für Gestaltungspraxis und Kunstwissenschaft

Analyse aktueller Werkbeispiele (VALIE EXPORT und Cindy Sherman) der Medienkunst hinsichtlich der Relevanz

Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung
für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen- Schwerpunkt Hauptschule und Realschule
gem. PVO- Lehr I von 1998

vorgelegt von:: Jessica Rosenbrock
vorgelegt am: 11. Mai. 2006

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 3

2. VALIE EXPORT ... 5

2.1 Biografie ... 5

2.2 Expanded cinema und Wiener Aktionismus ... 7
2.2.1 Cutting, 1967-1968, expanded cinema ... 10
2.2.2 Mediale Elemente und ihre Bedeutung von Cutting,expanded cinema ... 13
2.2.3 Tapp- und Tastkino, 1968, expanded cinema ... 19
2.2.4 Mediale Elemente und ihre Bedeutung bei Tapp- und Tastkino, expanded cinema ... 20

2.3 Zusammenfassung und Vergleich von Cutting und Tapp- und Tastkino, expanded cinema ... 24

3. Cindy Sherman ... 28

3.1 Biografie ... 28

3.2 Die Untitled Film Stills und ihre Nähe zu den Standbildern der traditionellen Filmproduktion ... 29
3.2.1 Untitled Film Still # 14, 1978 ... 32
3.2.2 Deutungsversuch Untitled Film Still # 14 ... 34
3.2.3 Untitled Film Still # 11, 1978 ... 39
3.2.4 Deutungsversuch Untitled Film Still # 11 ... 41

3.3 Vergleich der Untitled Film Stills # 14 und # 11 ... 45
3.3.1 Mediale Aspekte der Untitled Film Stills ... 46

4. Vergleich der Werkbeispiele von VALIE EXPORT und Cindy Sherman ... 51

5. Ein Resümee ... 55

6. Abbildungen ... 57

7. Abbildungsverzeichnis ... 64

8. Literaturverzeichnis ... 65
 

1. Einleitung

In der vorliegenden Arbeit werde ich mich mit der Relevanz medienspezifischer Aspekte, anhand von insgesamt vier Werkbeispielen zweier Künstlerinnen der aktuellen Medienkunst auseinandersetzen. Ich habe mich nach umfassender Information, bzw. eingehender Betrachtung unterschiedlicher Arbeiten, für die Künstlerinnen VALIE EXPORT und Cindy Sherman entschieden. Der Grund, warum der Name der erstgenannten Künstlerin in Versalien geschrieben wird, soll im nachfolgenden Kapitel geklärt werden, war aber durchaus ein interessanter Anhaltspunkt für meine Auswahl.

Ich habe mich bei den Arbeiten beider Frauen bewusst für die sogenannten Frühwerke entschieden, da ich der Auffassung bin, dass besonders in den Anfängen des künstlerischen Schaffens der Künstlerinnen viele originäre Ideen und Intentionen zu entdecken sind, die vielleicht in späteren Werken, aufgrund einer entwicklungsbedingten, größeren Abgeklärtheit, gewichen sein könnten.


…Aber ich glaube das war einfach Glück, oder so was wie Intuition, etwas, woran ich heute nicht mehr glaube. Dazu bin ich wohl zu abgeklärt.1

Die ausgewählten Aktionen VALIE EXPORTS Cutting und Tapp und- Tastkino, die Ende der 1960er Jahre entstanden sind, empfinde ich als besonders interessant, da sich dem Betrachter ihre Aussagen nicht auf den ersten Blick erschließen, aber hauptsächlich, weil EXPORT bisher tabuisierte Themen aufgreift und im öffentlichen Kunstraum demonstriert. Ihre Wege Elemente der Medien in ihre Kunst zu integrieren, oder besser, inwiefern sie durch diese Darstellungsformen ihre Kunst ausdrückt, werde ich im zweiten Kapitel der Arbeit untersuchen. Selbstverständlich soll auch die Aussagekraft der Kunst EXPORTS behandelt werden, im Besonderen ihre Form der Darstellung weiblicher Wirklichkeitswahrnehmung und deren Wirkungsweise beim Betrachter; allerdings werden ihre feministischen und politischen Intentionen nicht den Schwerpunkt meiner Arbeit bilden, sollten aber im Zusammenhang mit dem künstlerischen Schaffen VALIE EXPORTS erläutert werden.

An Cindy Shermans Fotografien der Serie Untitled Film Stills, interessiert mich vor allen Dingen deren detaillierte Konstruiertheit und die Wirkung, die sie dadurch beim Betrachter hervorrufen. Auch hier soll an erster Stelle die Frage nach dem wie, in meiner Arbeit analysiert werden.

Bei beiden Künstlerinnen scheinen auf den ersten Blick Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten in ihrer künstlerischen Arbeit vorhanden zu sein. Eine erste große Gemeinsamkeit fällt auf, wenn man sich die Titel der Arbeiten anschaut. Cindy Sherman hat ihre Serie mit Untitled2 Film Stills3 betitelt, VALIE EXPORT reiht beide ihrer Aktionen in das s.g. expanded cinema4 ein. Anscheinend haben alle dieser Werkbeispiele etwas mit dem Medium Kino, bzw. der traditionellen (Spiel-) Filmproduktion zu tun, oder nähern sich dieser in bestimmter Art und Weise an, was in den folgenden Kapiteln untersucht werden soll.

Eine deutliche Unterscheidung der Werkbeispiele ist auf den ersten Blick in ihrem Kunstraum und auch in der Kunstzeit zu finden. EXPORTS Werke sind Aktionen, bzw. Performances5, die mehrmalig in der Vergangenheit, teilweise mit unterschiedlichen Akteuren, aufgeführt worden sind. Bei der Recherche muss ich demnach auf vorhandene Reproduktionen zurückgreifen, die ganze Tragbreite der Werke kann sicherlich nicht erfasst werden, was an späterer Stelle auch erläutert werden soll. Cindy Sherman drückt ihre Intentionen durch Fotografien aus, die heute in nahezu unveränderter Form vorliegen und somit eindeutiger zu analysieren sind.

Um die Lebensumstände und die gelebte Zeit der Künstlerinnen einschätzen zu können, werde ich, in der dafür notwendigen Länge, jeweils auf biografische Daten eingehen, bevor ich die Werke beschreibe und den Versuch einer Deutung unternehme.

 

2. VALIE EXPORT

2.1 Biografie

VALIE EXPORT wurde am 17. Mai 1940, als Waltraud Lehner in Linz geboren. Während ihres Studiums an der Kunstgewerbeschule in Linz von 1956 bis 1959 entstanden mit Metamorphosen der Identität die ersten Malereien und fotografischen Selbstportraits. EXPORT heiratete 1958, sehr jung, nimmt den Namen ihres Ehemannes Höllinger an, gebar eine Tochter und ließ sich 1960 von ihrem Mann scheiden. Anschließend besuchte sie ab 1960 die Abteilung Design der Höheren Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Textilindustrie, wo sie ihr Studium 1964 abschloss. In den Jahre 1965 bis 1968 war VALIE EXPORT in der Filmbranche als Skriptgirl6 beim Ciné- film in Wien, sowie als Cutterin und Filmkomparsin tätig. Im Jahr 1966 entwickelt sie ihr erstes Drehbuch für einen Kurzfilm Aus alt macht nicht neu, eine metaphorische Bildassoziation.

[...]


1 Sherman in Dickhoff, 1995, S. 17.

2 Untitled: engl. für unbetitelt, unbenannt

3 film still: engl. für Filmstandbild

4 expanded cinema: engl. für erweitertes Kino

5 performance: engl. für Aufführung, Vorstellung

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