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Autor: Ishan Hegele
Fach: Theologie - Systematische Theologie
Details
Institution/Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München (Philosophie-Department)
Tags: Vergleich, Rousseaus, Zivilreligion, Religion, Sichtweise, Grundlagen, Denkens, Religion, Kultur, Politik
Jahr: 2006
Seiten: 18
Note: 2+
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 195 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-55303-2
Textauszug (computergeneriert)
Universität: Ludwig-Maximilians-Universität München, Philosophie-Department
Seminar: Grundlagen europäischen Denkens in Religion, Kultur und Politik
Wintersemester 2005/2006, Fachsemester: 03
Ein Vergleich zwischen Rousseaus Zivilreligion und
Religion aus heutiger Sichtweise
von: Ishan Hegele
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1 Leben und Werdegang von Rousseau 4
2 „Von der bürgerlichen Religion“ 6
3 Betrachtung von Religion im 21. Jahrhundert 12
4 Resümee 15
Literaturverzeichnis 17
Einleitung
Die Beschäftigung mit dem Ursprung und Sinn des menschlichen Lebens sowie der Natur- und Tierwelt scheint ein Grundbedürfnis der Menschheit zu sein. Religiöse Deutungssysteme sind eine Möglichkeit, wie Menschen versuchen, ihre Welt und den sie umgebenden Kosmos zu verstehen. Jedoch gibt es viele verschiedene religiöse Systeme und jedes versucht auf seine Art und Weise, Ursprung und Bedeutung der menschlichen Existenz zu erklären. Letztlich gibt es keine Kultur bzw. keinen Kulturkreis, der gänzlich ohne eine Religion auskommt. So findet beispielsweise der staatlich verordnete Atheismus sozialistischer Staaten keinen Rückhalt in der traditionell gläubigen Bevölkerung.1 Das Wort Religion leitet sich vom lateinischen religio ab und bedeutet Gottesfurcht. In vielen anderen religiösen Systemen wie dem Buddhismus oder Hinduismus findet sich allerdings kein adäquates Wort für das im mitteleuropäischen Sprachraum gebräuchliche Wort Religion.2 Im westlichen Kontext bezeichnet Religion einen „Oberbegriff für verschiedene Arten transzendentaler Systeme, die sich durch ein philosophisch-mythologisches Denkgebäude (…) auszeichnen“3.
In der vorliegenden Arbeit soll sich aufgrund der Vielfalt und Komplexität religiöser Systeme auf Religion aus westlicher Sicht konzentriert werden. Im christlich geprägten Abendland versuchten diverse Philosophen, immer wieder den vorherrschenden christlichen Glauben zu analysieren, zu kritisieren oder sogar nach eigenen Vorstellungen zu modifizieren. Auch Rousseau gehört zu denjenigen Denkern, die die verschiedenen religiösen Deutungssysteme von der Antike bis ins 18. Jahrhundert näher betrachtet hatten. Er ging so weit, dass er im Rahmen seines Werks Du Contrat Social eine neue Definition bzw. Vorstellung von Religion, die mit den Idealen des im Gesellschaftsvertrag entwickelten Staates konform gehen, konzipierte. Auf den folgenden Seiten soll Rousseaus Ansicht von Religion mit der heutigen verglichen werden. Dem Hauptteil der Arbeit wird eine kurze Biographie über Rousseau vorangestellt, um besser die Zusammenhänge zwischen seinem Leben und der in seinem Werk Du Contrat Social entwickelten Religion zu verstehen. Der Schwerpunkt liegt auf dem achten Kapitel, in welchem Rousseau „Von der bürgerlichen Religion“4 schreibt.
1 Leben und Werdegang von Rousseau
Rousseau ist ein wichtiger Denker des 18. Jahrhunderts, der unter anderem dadurch auffällt, dass er nicht, wie viele seiner Zeitgenossen, eine klassische akademische Ausbildung genoss und zudem eher der proletarischen Schicht entstammte und letztlich nie bürgerlich wurde. Rousseau, der am 28. Juni 1712 in Genf als Sohn eines Uhrmachers geboren wurde, steht geistig zwischen der Zeit des Rationalismus und der Aufklärung. Als sechzehnjähriger flieht er aus Genf, „um eine lebenslange Wanderschaft zu beginnen“5. Auch beruflich war sein Leben von Unruhe geprägt: Er versucht sich als Bediensteter, als Sekretär und als Musiklehrer. In Annecy lernt er Madame de Warens, eine vornehme katholische Dame, kennen, durch deren Einfluss er zum Katholizismus konvertiert ist. Es sei darauf hingewiesen, dass er später dem Katholizismus wieder abschwört, da es unter anderem zu persönlichen und religiösen Auseinandersetzungen zwischen ihm und der Kirche von Genf gekommen war.6 Fortan erscheint Rousseau die protestantische Kirche sowohl in persönlicher als auch in religiöser Hinsicht sympathischer.7
[...]
1 O. V.: „Religion“, in: Microsoft Encarta Enzyklopädie Professional 2003.
2 Michaels (1998), S. 30 ff.
3 O. V.: „Religion“, in: Microsoft Encarta Enzyklopädie Professional 2003.
4 Rousseau: „Du Contrat Social Ou Principes Du Droit Politique“, 1762, übers. v. Brockard (1986), S. 140.
5 Maier, in: ders./ Denzer (22004), S. 59.
6 Grimsley (1986), S. 78.
7 ebd., S. 77.
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