Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Termpaper, 2003, 18 Pages
Author: Benjamin Hanna
Subject: History - Early and Ancient History
Details
Tags: Konnte, Repräsentation, Bevölkerungsgruppen, Demokratie, Idealismus, Realität
Year: 2003
Pages: 18
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 4 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-55307-0
File size: 433 KB
Other users also were interested in the following titles:
Excerpt (computer-generated)
Universität Bielefeld, Abteilung Geschichte
Studiengang Lehramt Geschichte Sek. 1
Konnte der Rat der 500 die angestrebte gleichmäßige
Repräsentation aller Bevölkerungsgruppen erreichen –
Die athenische Demokratie zwischen Idealismus und politischer Realität
von: Benjamin Hanna
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
1 Entstehung des Rates der 500 1
2 Zusammensetzung des Rates der 500 2
2.1 Die Prytanie 4
3 Aufgaben und politische Funktion des Rates der 500 5
3.1 Das Verhältnis von Volksversammlung und Rat der 500 und die Stellung innerhalb des athenischen Staatswesens 6
4 Die politische Realität 7
4.1 Die geographische Lage 9
4.2 Die wirtschaftliche Situation 11
4.3 Das Alter 12
5 Zusammenfassung 12
6 Schlussbetrachtung 14
Literaturverzeichnis 16
Einleitung
Die athenische Demokratie wird immer wieder als Bezugspunkt für aktuelle Demokratien bemüht und häufig als deren Wiege bezeichnet. An dieser Tatsache lässt sich wohl kaum rütteln, was tritt aber bei einem detaillierteren Blick auf einzelne Institutionen des attischen Staatswesens1 hervor? Ist es berechtigt, von einem Idealtypus zu sprechen oder müssen Abstriche getätigt werden?
Diese Hausarbeit unternimmt den Versuch, die aufgeworfenen Fragen am Beispiel des Rates der 500 zu untersuchen. Der Zeitraum seit Beginn der Kleisthenischen Reformen wird hierzu betrachtet. Da es innerhalb des vorliegenden Rahmens nicht möglich ist, ein umfassendes Bild über das gesamte attische Staats- und Verfassungswesen zu zeichnen, muss notwendigerweise einen Beschränkung erfolgen. Diese orientiert sich maßgeblich an der Darstellung des Rates der 500. Um aber zumindest eine rudimentäre Einordnung in den historischen Kontext erfolgen zu lassen, werden folgende Aspekte aufgegriffen: Die Entstehung des Rates der 500, seine Zusammensetzung und seine Aufgaben, sowie das Wechselspiel mit anderen Institutionen, insbesondere mit der Volksversammlung, sollen in einem ersten Schritt aufgezeigt werden. Hiernach wird ein kritischer Blick auf die politische Realität angestrebt. Es soll erfragt werden, ob die in den vorangegangen Kapiteln dargelegten Vorstellungen, die häufig idealistische Ansichten verkörperten, in dem Alltag des athenischen Staatswesens Umsetzung erfuhren. Dies wird konkret an dem Beispiel des Rates der 500 untersucht. Hierzu werden verschiedene Teilaspekte der Partizipation aufgegriffen und anschließend problematisiert.
1 Entstehung des Rates der 500
In der Geschichtswissenschaft existieren keine gesicherten Erkenntnisse über die Entstehung des Rates der 500. In der kontrovers geführten Debatte kristallisieren sich jedoch zwei Standpunkte heraus: Einige sehen in dem von Solon geschaffenen Rat der 400 einen Vorläufer2. Wobei anerkannt werden muss, dass dieser andere Aufgaben und eine andere Zusammensetzung hatte. Andere datieren die Entstehung des Rates der 500 mit dem Beginn der Kleisthenischen Reformen, also ca. vor 510/509 v. Chr.. Die Entwicklung von Kleisthenes bis zur Mitte des 5 Jahrhundert ist nicht geklärt, es bestehen Annahmen, dass beispielsweise die Losung der Ratsmitglieder erst nach 462/61 v. Chr. erfolgte. Also zu einem Zeitpunkt als der Rat durch Epiphaltes neue Aufgaben erhielt. Zu erwähnen ist auch, die 462 v. Chr. durchgeführte Entmachtung des Aeropags, der bis dato parallel zu dem Rat der 500 existierte und danach seinen Einfluss einbüßte.
2 Zusammensetzung des Rates der 500
Einleitend soll in aller Kürze eine Kontextualisierung der angestrebten Epoche stattfinden. Wie bereits erwähnt, scheinen die Kleisthenischen Reformen Einfluss auf die Entstehung des Rates der 500 ausgeübt zu haben. Was verbirgt sich aber hinter diesen Reformen und woraus nahmen sie ihren Ausgangspunkt3?
Kleisthenes reformierte das athenische Staatswesen, im Wesentlichen bezieht sich dies auf die Phylenreform, den Rat der 500, das Heereswesen, das Scherbengericht und die Archonten. Hintergrund dieser Reformen war die Intention, den Einfluss von Interessensgruppen, insbesondere des alten Adels, zu brechen und die politische Organisation Attikas neu zu konzipieren. Dies beinhaltete auch den Versuch, die Polisgebiete mit dem Zentrum Athen enger zu verbinden, hierzu war aber eine gleichmäßige Repräsentation der einzelnen Regionen unabdingbar4. Die politischen und wirtschaftlichen Sonderinteressen einzelner Gebiete, Gruppen und Personen sollten nicht mehr umgesetzt werden können, da sie lähmend auf den athenischen Staat wirkten. Vielmehr sollte eine Stärkung des Volkes erfolgen. Eine der wichtigsten Änderungen war daher die Neuordnung des athenischen Staatsgebietes im Zuge der Phylenreform. Dies erschwerte es Interessengruppen Gebiet und Macht zu akkumulieren. Es sollte sichergestellt werden, dass jeder Winkel des Landes zu jeder Zeit im politischen Aufbau präsent war. Kleisthenes schuf die Grundlagen eines neuen athenischen Staates mit Zustimmung des athenischen Volkes. Allerdings wird die kleisthenische Staatsform heute häufig nicht mehr direkt als Demokratie, sondern eher als Isonomie, also als „Gleichgesetzlichkeit“ und „Volksrepräsentativität“, bezeichnet. Zur Diskussion den Demokratiebegriff und Kleisthenes sei an dieser Stelle auf die einschlägige Literatur verwiesen5. Kleisthenes werden große Verdienste zugesprochen, da sein Wirken Ursache überaus positiver Entwicklungen gewesen ist6.
[...]
1 Im Folgenden wird der Begriff „attischer Staats“ ebenso wie „Attika“ als Bezeichnung für das gesamte Gebiet des athenischen Staates verwendet.
2 Vgl. z.B. Aristoteles: Der Staat der Athener. S. 51.
3 Vgl. hierzu u.a. Welwei: Die griechische Polis. S. 157ff. und Bleicken: Die athenische Demokratei. S. 190ff.
4 Vgl. Welwei: Das klassische Athen. S. 19.
5 Vgl. Eder/Hölkeskamp: Volk und Verfassung im vorhellenistischen Griechenland. S. 178.
6 Ebd., S. 89ff.
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Die Reformpolitik des Kleisthenes
Author: Dr. phil. Jürgen SchäferHistory - Early and Ancient History, 2001 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Kampf der Kulturen? Huntingtons These in der Diskussion
Author: Michael AdamPolitics - International Politics - General, 2007 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Die Kontroverse um Huntingtons These 'clash of civilizations'
Author: Thomas BrandtPolitics - International Politics - Topic: Peace and Conflict Studies, Security, 2004 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Angststörungen - ein kurzer Überblick
Author: Alexandra LudwigPsychology - Clinic and Health Psychology, Abnormal Psychology, 2002 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Angststörungen
Author: Stephanie ScheckPsychology - Clinic and Health Psychology, Abnormal Psychology, 2004 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Full Metal Jacket - Ein (Anti-)Kriegsfilm?
Author: Marten HornbostelCommunications: Movies and Television, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Angststörungen im Kindesalter
Author: Claudia RödigerPedagogy - Pedagogic Psychology, 2003 Download as PDF-file for 8,99 EUR
"Der Gottesbegriff nach Auschwitz" - Hans Jonas´ Versuch, das Schweigen Gottes angesichts von Auschwitz zu erklären
Author: Bernhard RiedlTheology - Systematic Theology, 2004 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Ein Konflikt in Illyrien. Historische Untersuchung zur Geschichte der Auseinandersetzung um Epidamnos vor Beginn des Peloponnesischen Krieges
Author: Maik LehmkuhlHistory - Early and Ancient History, 2003 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Huntingtons Kampf der Kulturen in der politikwissenschaftlichen Debatte
Author: Tim PetersPolitics - International Politics - General, 2007 Download as PDF-file for 6,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: