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Antifaschistischer Schutzwall vs. KZ Berlin - Der 13. 8. 1961 in BRD- und DDR-Presse

Scholary Paper (Seminar), 2002, 43 Pages
Authors: Nina Dombrowsky, Christoph Lewerenz
Subject: Politics - Political Systems - History

Details

Event: PS Politische Kommunikation, Öffentlichkeit und Demokratie
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Philosphische Fakultät)
Tags: DDR, BRD, Öffentlichkeit, Kommunikation, Presse, Neues Deutschland, Bild, Spiegel, Mauerbau, Demokratie, Diktatur
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 43
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V6205
ISBN (E-book): 978-3-638-13836-9

File size: 313 KB
Notes :
Kann auch für das Fach Publizistik verwendet werden.



Excerpt (computer-generated)

Antifaschistischer Schutzwall vs. KZ Berlin - Der 13. 8. 1961 in BRD- und DDR-Presse

von Nina Dombrowsky

 

Inhaltsverzeichnis

A Einleitung 4

1. Zensur - und Lenkungsmechanismen im Mediensystem der DDR 7

1.1. "Zensur ohne Zensor" 7
1.2. Anleitungs- und Konstrollstrukturen 8
1.3. Reglementierte Öffentlichkeit in der DDR? 10

2. Untersuchung der Zeitung "Neues Deutschland" (ND) 12

2.1. Die Zeitung "Neues Deutschland". 13
2.2. Die Hauptargumentationsstränge 13
2.3. Fazit 20

3. Meinungs- und Pressefreiheit in der BRD 22

4. Untersuchung von "DER SPIEGEL" und "BILD" 24

4.1. Formaler Vergleich 24
4.2. Die Darstellung des Mauerbaus in "BILD" 27
4.3. Die Darstellung des Mauerbaus im "SPIEGEL" 30
4.4. Fazit 33

B Schluss 36

C Abkürzungsverzeichnis 40

D Literaturverzeichnis 40
Aufstellung aller in der Untersuchung verwerteten Artikel 40
Aufstellung der verwendeten Literatur 42
3. Internet 43

"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten."
(Ulbricht am 15. Juni 1961 auf einer Internationalen Pressekonferenz in Ostberlin auf die Frage
der Berliner Korrespondentin der Frankfurter Rundschau, Annamarie Doherr)

A Einleitung

Am 13. August 1961, um 1 Uhr nachts, begannen Einheiten der Grenz- und Volkspolizei, Angehörige der Kampfgruppen, des Ministeriums für Staatssicherheit, der Transportpolizei, des Amtes für Zoll und Kontrolle des Warenverkehrs, des Luftschutzes und Soldaten der Nationalen Volksarmee mit der Absperrung der über 160 km langen Grenze zwischen Ost-Berlin und der DDR nach West-Berlin. Durch Stacheldraht, Holzbarrikaden und Panzersperren wurde der Ostteil hermetisch vom Westen abgeriegelt. In der Folgezeit entstand eine gemauerte Sperranlage mit Vorder- und Hinterlandmauer, Kolonnenweg, Kontroll- und Schutzstreifen, Beobachtungstürmen, Signalzaun- und Beleuchtungsanlagen: die Berliner Mauer.
Mit dem innenpolitisch motivierten Bau der Mauer versuchte die DDR-Regierung, die Massenflucht der Bevölkerung ("Abstimmung mit den Füßen") und den drohenden Zusammenbruch der Wirtschaft zu verhindern. Mehr als 2,6 Mio. Menschen waren seit der Gründung der DDR bis zum August 1961 aus der DDR geflohen. Fehlender Rückhalt in der Bevölkerung und dauerhafte Mangelwirtschaft kennzeichneten die Existenzkrise des SED-Regimes. Im Sommer 1961 drohte zudem die Zahlungsunfähigkeit.

Unter Heranziehung zeitgenössischer publizistischer Berichte (und Bilder) soll in dieser Arbeit untersucht werden, wie der 13. August 1961 in BRD- und DDR-Presse rezipiert und kommuniziert wurde und ob sich daraus Unterschiede in der Funktion der Presse in einem demokratisch-pluralistischen und einem diktatorischen Kommunikationssystem aufzeigen lassen. Gleichzeitig ist ein Einblick in die Welt der Sprache aus der Zeit des Kalten Krieges zu gewinnen, die die öffentliche Meinung nicht unwesentlich geprägt hat.
Der Schwerpunkt im methodischen Vorgehen ist der Vergleich der inhaltlichen und formalen Berichterstattung, also der journalistischen Aufbereitung dieses Themas. Als repräsentatives Beispiel für die DDR wurde die Tageszeitung "Neues Deutschland" ausgewählt. Als Gegenpol und Vergleichsaspekt soll die Reaktion der westdeutschen freien Presse auf den Mauerbau am Beispiel des Boulevardblattes "BILD" und des wöchentlich erscheinenden Nachrichtenmagazins "DER SPIEGEL" untersucht werden. Die nähere Begründung für die jeweilige Auswahl folgt in der Ausarbeitung. Daraus ergeben sich strukturelle Unterschiede im Herangehen an das Thema.

Der erste Teil der vorliegenden Arbeit, der sich mit der DDR-Presse beschäftigt, will vor allem die Frage klären, inwieweit Sprache hier als Steuerungsorgan politischer Macht diente, bzw. ob und ggf. wie mittels der Presse Macht- und Herrschaftsstabilisierung betrieben wurde. Um hierauf eine Antwort zu geben, müssen in gebotener Kürze theoretischer Hintergrund, Rahmenbedingungen und Mechanismen angedeutet werden, die auf die journalistische Arbeit des "Neuen Deutschlands" einwirkten und ihr Grenzen setzten. Das erste Kapitel beschäftigt sich deshalb mit der Darstellung von Zensur - und Lenkungsmechanismen und erläutert Anleitungs- und Kontrollstrukturen. Anschließend folgt die kurze Vorstellung einiger theoretischer Ansätze, die versuchen, das Öffentlichkeits-Modell der DDR zu charakterisieren.
Bei der darauffolgenden Untersuchung von vier Ausgaben des "Neuen Deutschlands" liegt der Schwerpunkt darauf, die Hauptargumentationsstränge in der Berichterstattung herauszuarbeiten und diese sprachlich zu analysieren. Daran schließt sich ein erstes Fazit an, das die gewonnenen Ergebnisse zusammenfasst.

Wegen des demokratisch-pluralistischen Mediensystems der BRD verbietet sich die Beschäftigung mit der Rezeption des Mauerbaus in der BRD-Presse anhand der Untersuchung eines einzelnen Presseprodukts. Deswegen werden für die BRD zwei in ihrer politischen Ausrichtung unterschiedliche Printmedien für die Untersuchung ausgewählt. Dadurch soll eine breitere Erfassung der Geschehnisse ermöglicht und eine einseitige Darstellung der politischen Kritik, bezogen auf den Mauerbau, verhindert werden.

[...]


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