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Hausarbeit, 2006, 12 Seiten
Autor: Elena Razumova
Fach: Germanistik - ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Details
Tags: Tageliedvariationen, Werk, Oswald, Wolkenstein
Jahr: 2006
Seiten: 12
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 11 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-55372-8
Dateigröße: 177 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Universität Trier
Fachbereich I I – Germanistik – Ältere deutsche Philologie
Hausarbeit zum Thema:
Tageliedvariationen im Werk von
Oswald von Wolkenstein
eingereicht von:
Elena Razumova vorgelegt.
Sommersemester 2006
Inhaltsverzeichnis
Einleitung ... 2
I. Tagelied und Tageliedvariationen
1. Tagelied und seine Konstituenten ... 3
2. Tageliedvariationen ... 4
a. Normaltyp und seine Varianten ... 4
b. Anti-Tagelied ... 5
c. Serena (Abendlied) ... 5
d. Bäuerliches Tagelied ... 6
e. Tagelied-Parodie ... 6
II. Variationen des Tageliedes im Werk von Oswald von Wolkenstein ... 7
1. „Es seusst dort her von orient…“ ... 7
2. „Ain tunckle farb von occident…“ ... 8
Schlussfolgerung ... 10
Literaturverzeichnis ... 11
Einleitung
Die große Rolle spielen in der Minnesanggeschichte die so genannten Tagelieder, deren Thematik eine zeitlose Relevanz besitzt und sich nicht auf das Mittelalter beschränken lässt. So entstand das mittelhochdeutsche Tagelied nach den Vorbildern und Entlehnungen aus verschiedenen Quellen. Die tageliedartigen Gedichte reichen bis in das 13. Jahrhundert vor Christus zurück und finden eine ausgiebige Rezeption bei verschiedenen Dichtern in vielen Zeitepochen, einschließlich der Moderne. So z.B. die Spiegelung des Tageliedes in Shakespeares „Romeo und Julia“.
Schon vor der Entstehung des deutschen Tageliedes gab es deren zahlreiche Variationen, wie z.B. Tagelieder, die eine offene Trennung der Liebenden bei Tagesanbruch thematisierten, und solche, die vom ‚heimlichen Herausschleichen’ des Liebhabers handeln, die Tagelieder über die Trennung oder über das Treffen der Liebenden am Morgen.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Tageliedvariationen des deutschen Minnesangs und führt als Beispiel zwei ausgewählte Variationen der Tagelieder von Oswald von Wolkenstein (Ende des 14. – Mitte des 15. Jahrhundert) an, dem Vertreter des späten Minnesangs, der, wie kein anderer mittelalterlicher deutscher Autor, viele Lieder verfasst hat, die Tagelieder sind oder sich auf das Tagelied als Gattung beziehen. Das Ziel der Arbeit besteht in der Bestimmung der Typen der ausgewählten Tagelieder von Oswald von Wolkenstein, die mithilfe von Konstituentenanalyse erfolgen soll. Diese werden im ersten Teil der Arbeit als Merkmale fast aller mittelalterlichen Tagelieder erläutert, wie auch die sich aus den unterschiedlichen Zusammensetzungen der Konstanzen ergebenen Tageliedvariationen.
Für die Hausarbeit wurden die Tagelieder Oswalds ausgewählt, die die Merkmale verschiedener Tageliedvariationen aufweisen. Sie stammen aus der Pergamenthandschrift der Innsbrucker Universitätsbibliothek (Handschrift B), verzeichnet in Die Lieder Oswalds von Wolkenstein herausgegeben von Karl Kurt KLEIN.
I. Tagelied und Tageliedvariationen
1. Tagelied und seine Konstituenten
Das Tagelied ist eine der wichtigsten lyrischen Untergattungen. Es existiert seit dem 12. Jahrhundert und wird während des gesamten Mittelalters weiterentwickelt und variiert.
Während die Minnelyrik keinen erzählerischen Inhalt besitzt, ist das Zentrum des Tageliedes eine feste Handlung1, die im Tagelied nicht nur eine feste Personenkonstellation besitzt, sondern auch in bestimmter Weise abläuft: „Nach einer heimlich verbrachten Liebesnacht muss ein Ritter, zumeist von einem Wächter ermahnt, am Morgen seine Geliebte verlassen, wobei dieser Abschied häufig mit Wehklagen und Verfluchungen des aufbrechenden Tages einhergeht.“2 Dieser konstante Inhalt des Tageliedes wird „in einer Kombination von epischer Erzählung und dramatischem Dialog in der lyrischen Form eines gesungenen Liedes“3 dem Publikum vorgeführt. Aus den oben angegebenen Definitionen des Tageliedes lassen sich folgende Konstituenten (Konst.) bestimmen:
personale Konst.: Dame, ihr Geliebter (oft als Ritter bezeichnet), Wächter;
[...]
1 vgl.: MÜLLER, Ulrich: Die Tagelieder des Oswald von Wolkenstein oder Variationen über ein vorgegebenes Thema. In: Gesammelte Vorträge der 600-Jahrfeier Oswalds von Wolkenstein. Hrsg. von Hans-Dieter Mück und U. Müller, Göppingen 1978 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik, Nr. 206), S. 205.
2 HAUSNER, Renate: Owe do tagte ez. Tagelieder und motivverwandte Texte des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Göppingen 1983 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik, Nr.204), Bd.1, S. XX.
3 MÜLLER, Ulrich: Die Tagelieder des Oswald von Wolkenstein, S. 206.
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