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Arbeitsausfall wegen Krankheit: Die besonderen Probleme kleiner und mittlerer Betriebe und die Entlastungsmöglichkeiten nach dem Lohnfortzahlungsgesetz

Termpaper, 2001, 25 Pages
Author: Dipl.-Betriebsw. (FH) Florian Gerbig
Subject: Economics / Business: Personnel and Organisation

Details

Category: Termpaper
Year: 2001
Pages: 25
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V6209
ISBN (E-book): 978-3-638-13839-0

File size: 272 KB


Excerpt (computer-generated)

Arbeitsausfall wegen Krankheit: 
Die besonderen Probleme kleiner und mittlerer Betriebe 
und die Entlastungsmöglichkeiten 
nach dem Lohnfortzahlungsgesetz

Florian Gerbig

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung S. 2

2. Probleme und Konsequenzen krankheitsbedingter Arbeitsausfälle, insbesondere für KMU S. 5


2.1. Hintergründe von Fehlzeiten S. 5
2.2. Auswirkungen von Fehlzeiten S. 7
2.2.1. Auswirkungen im Allgemeinen S. 7
2.2.2. Die Besonderheiten bei Klein- und Mittelbetrieben S. 9
2.3. Maßnahmen zum Abbau von Fehlzeiten S. 11

3. Entlastungsmöglichkeiten nach dem Lohnfortzahlungsgesetz S. 13


3.1. Das Lohnfortzahlungsgesetz S. 13
3.2. Wann entsteht einem Arbeitnehmer Anspruch auf Lohnfortzahlung? S. 14
3.3. Entlastungsmöglichkeiten für den Arbeitgeber S. 16
3.3.1. Das Ausgleichsverfahren S. 16
3.3.2. Arbeitsunfähigkeit durch Drittverschulden S. 18
3.3.3. Leistungsverweigerungsrecht des Arbeitgebers S. 19
3.4. Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers S. 20

4. Resümee S. 21

5. Literaturverzeichnis S. 23

1. Einleitung

Diese Arbeit handelt von den besonderen Problemen kleiner und mittlerer Betriebe in Bezug auf Arbeitsausfall wegen Krankheit und den Entlastungsmöglichkeiten nach dem Lohnfortzahlungsgesetz .
„Es gibt kaum Betriebe, in denen Fehlzeiten bzw. Arbeitsausfälle eine untergeordnete Rolle spielen. Sie sind ein betriebliches Problem, für viele Personalleiter vielleicht das Hauptproblem der betrieblichen Personalführung.”1
Sie stellen für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar.
Es ist unumstritten, dass Fehlzeiten den Arbeitsablauf empfindlich stören können (ungenutzte Kapazitäten, Lieferschwierigkeiten, Überstunden, Ersatzarbeitskräfte etc.), das Betriebsklima belasten und die Rentabilität des Unternehmens beeinträchtigen.2 Dies wirkt sich besonders auf kleine und mittlere Betriebe spürbar aus.
Vor allem krankheitsbedingte Arbeitsausfälle kommen Unternehmen aufgrund der Lohnfortzahlungs- bzw. Entgeltfortzahlungskosten teuer zu stehen. Und gerade die Fehlzeiten durch Krankheit machen den größten Anteil aus, wie folgende Abbildung untermauert.

Tabelle: Zusammensetzung der Fehlzeiten im Jahr 1989 pro Arbeitnehmer in der Industrie

[In dieser Online-Voschau nicht enthalten]

Quelle: H. S.: Fehlzeiten: Eine Bilanz nach 20 Jahren LFZG, Köln 1991, S. 74.

Im Jahr 1989 hatte ein Arbeitnehmer in der Industrie im Durchschnitt eine Fehlzeit von 142 Stunden (in der Industrie ist die Fehlzeitenquote am höchsten), hiervon sind allein 115 Stunden, also fast 81% durch Krankheit im engeren Sinne bedingt. Andere Gründe, so zum Beispiel Kuren, Unfälle oder Mutterschutz fallen dagegen kaum ins Gewicht. Allein für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall mussten die deutschen Unternehmen 1996 rund 62 Milliarden DM aufwenden.
„Mit dem Lohnfortzahlungsgesetz vom 27. Juli 1969, das am 1. Januar 1970 in Kraft trat, sind Betriebe i. d. R. dazu verpflichtet, bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers für sechs Wochen das volle Bruttoarbeitsentgelt weiterzuzahlen, was gleichzeitig bedeutet, dass sie für diese Transferleistungen auch noch Steuern und Sozialabgaben aufzubringen haben.”3 Da die Gegenleistung des Arbeitnehmers (die Arbeit) ausbleibt, wird hiermit der Grundsatz „Ohne Arbeit kein Lohn” durchbrochen. Aus Sicht der Unternehmen stellen die Bestimmungen zur Lohnfortzahlung vermutlich eine teure sozialpolitische Wohltat dar.
Im Übrigen kommen viele empirische Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass der Krankenstand in der Bundesrepublik seit Einführung der arbeitsrechtlichen Regelungen der Lohnfortzahlung drastisch angestiegen ist. Fehlzeiten sind vor allem in Zeiten der Hochkonjunktur und des Arbeitskräftemangels, aber auch an Wochenenden sowie vor und nach den Feiertagen zu verzeichnen.4 Insofern liegt der Verdacht nahe, dass manche Arbeitnehmer die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall missbrauchen.
Betriebe, die i. d. R. nicht mehr als zwanzig Arbeitnehmer – ausschließlich der zur Berufsausbildung Beschäftigten – beschäftigen, müssen sich am Ausgleichsverfahren beteiligen. Insbesondere für solche Betriebe ergeben sich aus der Lohnfortzahlungsverpflichtung heraus erhebliche finanzielle Risiken. Um dieser Tatsache entgegenzuwirken, müssen sie Beiträge in die Umlagekasse bzw. Lohnausgleichskasse einzahlen, die im Lohnfortzahlungsfall einen Großteil der entstandenen Kosten an den Arbeitgeber erstattet. Unternehmen mit einer Betriebsgröße bis zu 30 Arbeitnehmern können dieser Lohnfortzahlungsversicherung freiwillig beitreten.

2. Probleme und Konsequenzen krankheitsbedingter Arbeitsausfälle, insbesondere für KMU
2.1. Hintergründe von Fehlzeiten

In Bezug auf Fehlzeiten unterscheidet man zwischen allgemeinen und betriebsabhängigen Hintergründen, die sich zum Teil auch wechselseitig bedingen und/ oder verstärken. Bei statistischen Auswertungen sind vielerlei Auffälligkeiten zum Vorschein gekommen:

Allgemein können folgende Faktoren eine Rolle spielen:

  • Wirtschaftlich: Je höher das Bruttosozialprodukt und je niedriger die Arbeitslosenquote, desto höher ist der Krankenstand – Fehlzeiten sind ein Spiegelbild der konjunkturellen Entwicklung.
  • „Witterung und Epidemien beeinflussen vor allem die Erkältungskrankheiten, die mehr als ein Drittel der Fehltage ausmachen.”5 Ebenso wird der psychische Zustand vieler Arbeitnehmer durch klimatische Bedingungen beeinflusst.
  • Gesundheit: Durch den höheren Lebensstandard haben sich Lebensweise und Lebenserwartung verändert. Chronische und degenerative Krankheiten treten häufiger auf. Auch die psychosomatischen Krankheiten haben an Bedeutung zugenommen.
  • Persönlich: Der Krankenstand wird durch Alter, Geschlecht, Erziehung, Bildungsstand, Zufriedenheit am Arbeitsplatz, Nationalität, soziales Netz, Veranlagungen beeinflusst.

„Jüngere Mitarbeiter fehlen in der Regel häufiger kurze Zeit, ältere Mitarbeiter fehlen dafür länger.”6 „Die Fehlzeiten der Frauen sind im Allgemeinen höher als die der Männer.”7

[...]

1 Heinz Salowsky: Fehlzeiten: Eine Bilanz nach 20 Jahren Lohnfortzahlungsgesetz, Köln 1991, S.16.
2 Vgl. ebenda, S. 10.
3 Heinz Salowsky: Fehlzeiten: eine Bilanz nach 20 Jahren Lohnfortzahlungsgesetz, Köln 1991, S. 110.
4 Vgl. ebenda, S. 111.5 Rüdiger Pillat und Karl H. Wilke: Probleme bei krankheitsbedingten Fehlzeiten, Köln 1986, S. 24.
6 Ebenda, S. 23.
7 Heinz Salowsky: Fehlzeiten: eine Bilanz nach 20 Jahren Lohnfortzahlungsgesetz, Köln 1991, S. 13.


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