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Termpaper, 2006, 26 Pages
Author: Stephanie Ziplys
Subject: Sociology - Habitation, Urban Sociology
Details
Institution/College: University of Lüneburg (Kulturorganisation und - vermittlung)
Tags: Wachsende, Stadt, Hamburg, Kritische, Betrachtungen, Kulturpolitik, Organisation, Kultur, Stadt
Year: 2006
Pages: 26
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 23 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-55427-5
ISBN (Book): 978-3-638-92225-8
File size: 229 KB
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Abstract
Im Rahmen der Globalisierung und des freien Waren-, Dienstleistungs- und Arbeitnehmerverkehrs in der Europäischen Union stehen die städtischen Metropolen heute in einem Wettbewerb um ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital. Folge sind kulturpolitische Strategien, welche Kultur als Standortfaktor in den Mittelpunkt rücken. Die Erzeugung kreativer Milieus und Bereitstellung eines breiten Angebots kultureller Konsummöglichkeiten ist Teil eines umfassenderen Konzepts, innerhalb dessen Kulturpolitik als Teil einer städtischen Markenpolitik und einer Marktlogiken folgenden Wirtschafts- und Stadtentwicklungspolitik angesehen wird. Das Regierungsprogramm 2004-2008 der christdemokratischen Regierung Hamburgs stellt ein Beispiel eines Stadtentwicklungskonzeptes dar, welches die Wirtschafts-, Sozial- und Kulturpolitik an einer allen übergeordneten Wettbewerbs- und Imagepolitik unter dem Leitbild der Wachsenden Stadt ausrichtet. In dieser Arbeit sollen die Leitgedanken dieses Programms und an einigen Beispielen Aspekte der Kultur- und Stadtentwicklungspolitik Hamburgs vorgestellt werden, um sie anschließend in das Creative City - Konzept Charles Landrys einzuordnen. Das Creative City - Konzept beschreibt eine neue Methode der strategischen Stadtplanung, nach der sich die Erzeugung kreativer Milieus und die daraus folgende Attraktivität einer Stadt gezielt beeinflussen lässt, und spiegelt sich teilweise in der Hamburger Kulturpolitik wider, wobei diese aber wichtige Aspekte vernachlässigt. Des Weiteren wird der Creative Class - Ansatz Richard Floridas vorgestellt, der ebenfalls in seiner Grundidee in der Hamburger Marketing-Strategie wieder zu erkennen ist. Eine Gegenüberstellung der Gedanken Richard Floridas mit der Kulturpolitik und dem Kulturmarketing Hamburgs wird jedoch zeigen, dass sich der Creative Class - Ansatz hier nur unzureichend widerspiegelt. Im letzten Abschnitt werden die Ökonomisierung der Kulturpolitik und deren Folgen kritisierende Ansätze näher dargestellt, dabei diesen zugrunde liegende Begriffe wie „Neue Urbanität“, „Festivalisierung“ und „Disneyfizierung“ erläutert und die Kulturpolitik Hamburgs anhand dieser Ansätze kritisch bewertet. Abschließend werden Hamburger Kulturprojekte vorgestellt, die sich zu ihrer Gegnerschaft zur Hamburger Kultur- und Stadtentwicklungspolitik bekennen.
Excerpt (computer-generated)
Universität Lüneburg
Kulturorganisation und - vermittlung
Wachsende Stadt Hamburg - Kritische Betrachtungen einer unternehmerischen Kulturpolitik
Stephanie Ziplys
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
2. Hamburger Kulturpolitik ... 2
2.1 Metropole Hamburg – Wachsende Stadt und Hamburg Marketing ... 2
2.2 Kulturbehörde Hamburg ... 4
2.3 Hamburger Leitprojekte ... 6
3. Creative City - Konzept ... 10
4. Creative Class - Ansatz ... 15
5. Kritik an einer unternehmerischen Kulturpolitik ... 17
6. Fazit ... 21
Literaturverzeichnis ... 22
Internetverzeichnis ... 23
1. Einleitung
Im Rahmen der Globalisierung und des freien Waren-, Dienstleistungs- und Arbeitnehmerverkehrs in der Europäischen Union stehen die städtischen Metropolen heute in einem Wettbewerb um ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital. Zu den Ende der 80er- Jahre aufkommenden kulturökonomischen Überlegungen mit Forderungen nach einer Professionalisierung der Kulturbetriebe und einer stärkeren Effizienz- und Nachfrageorientierung gesellen sich nun außerdem kulturpolitische Strategien, welche Kultur als Standortfaktor in den Mittelpunkt rücken und die Bedeutung der kreativen Vielfalt einer Stadt als Lockmittel für Unternehmer und Akademiker und als Basis für eine neue ökonomische Produktivität der Städte hervorheben. Die Erzeugung kreativer Milieus und Bereitstellung eines breiten Angebots kultureller Konsummöglichkeiten ist Teil eines umfassenderen Konzepts, innerhalb dessen Kulturpolitik als Teil einer städtischen Markenpolitik und einer Marktlogiken folgenden Wirtschafts- und Stadtentwicklungspolitik angesehen wird.
Das Regierungsprogramm 2004-2008 der christdemokratischen Regierung Hamburgs stellt ein Beispiel eines Stadtentwicklungskonzeptes dar, welches die Wirtschafts-, Sozial- und Kulturpolitik an einer allen übergeordneten Wettbewerbs- und Imagepolitik unter dem Leitbild der Wachsenden Stadt ausrichtet. Im Folgenden möchte ich die Leitgedanken dieses Programms und an einigen Beispielen Aspekte der Kultur- und Stadtentwicklungspolitik Hamburgs vorstellen, um sie anschließend in das Creative City - Konzept Charles Landrys einzuordnen. Das Creative City - Konzept beschreibt eine neue Methode der strategischen Stadtplanung, nach der sich die Erzeugung kreativer Milieus und die daraus folgende Attraktivität einer Stadt gezielt beeinflussen lässt, und spiegelt sich teilweise in der Hamburger Kulturpolitik wider, wobei diese aber wichtige Aspekte vernachlässigt. Des Weiteren werde ich den Creative Class - Ansatz Richard Floridas vorstellen, der ebenfalls in seiner Grundidee in der Hamburger Marketing-Strategie wieder zu erkennen, ist. So bezieht sich der Geschäftsführer der Marketing GmbH Hariolf Wenzler in einem Welt-Interview auch auf Richard Florida1. Eine Gegenüberstellung der weiteren Gedanken Richard Floridas mit der Kulturpolitik und dem Kulturmarketing Hamburgs wird jedoch zeigen, dass sich der Creative Class - Ansatz hier nur unzureichend widerspiegelt.
Im letzten Abschnitt möchte ich die Ökonomisierung der Kulturpolitik und deren Folgen kritisierende Ansätze näher darstellen und dabei diesen zugrunde liegende Begriffe wie „Neue Urbanität“, „Festivalisierung“ und „Disneyfizierung“ erläutern und dabei die Kulturpolitik Hamburgs anhand dieser Ansätze kritisch bewerten und abschließend Hamburger Kulturprojekte vorstellen, die sich zu ihrer Gegnerschaft zur Hamburger Kultur- und Stadtentwicklungspolitik bekennen.
2. Hamburger Kulturpolitik
2.1 Metropole Hamburg – Wachsende Stadt und Hamburg Marketing
Das Regierungsprogramm 2004-2008 der christdemokratischen Regierung Hamburgs stellt ein strategisches Stadtentwicklungskonzept dar, welches alle politischen Maßnahmen an dem Leitbild der „Wachsenden Stadt“ ausrichtet und dessen Ziel es ist, Hamburg als pulsierende Metropole von internationaler Ausstrahlung zu vermarkten. Die Marke „Hamburg“ steht danach im weltweiten Wettbewerb mit anderen Großstädten, und es gilt, die für die Attraktivität einer Stadt entscheidenden Dimensionen „Wertschöpfung“, „Bevölkerung“, „Lebensqualität“, „Kultur“ und „Wissenschaft“ gezielt und in positiver Hinsicht zu gestalten und zu fördern, um somit Unternehmen, Touristen und kreatives Potential anzulocken und die Stadt im internationalen Wettbewerb zu einer der „World Winning Cities“ zu machen. Voraussetzung dafür ist eine ganz auf das Leitbild ausgerichtete wirtschaftsfreundliche und durch strategische Investitionen den Wachstumskurs beschleunigende Finanzpolitik. Die besonders den Mittelstand fördernden Maßnahmen, ein durch gezielte politische Maßnahmen geförderter und durch die Attraktivität der Stadt ausgelöster Zuzug von Fachkräften, Investoren und kreativem Potential sollen zu einem überdurchschnittlichen Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum führen, was Grundlage einer weiteren Verbesserung der verschiedenen Qualitäts- und Anziehungsfaktoren der Stadt und weiteren Wachstums ist.
Im Mittelpunkt einer die Lebensqualität und Attraktivität der Stadt steigernden Politik steht auch die Förderung des Kultur- und Freizeitangebotes durch gesellschaftliche Akteure einbindende Public Private Partnerships mit der Konzentration auf Leuchtturmprojekte von internationaler Ausstrahlungskraft2, um so den Ruf Hamburgs als Kulturmetropole weiter auszubauen. Hervorgehoben werden dabei Großevents und Großprojekte wie die Hafencity mit die Elbphilharmonie und das Tamm-Museum, die Ballin-Stadt und das Musikzentrum St. Pauli, aber auch die Jugendkulturförderung, um Hamburgs Anziehungskraft weiter zu stärken.3 Um die Marke „Hamburg“ noch bekannter zu machen, sollen sämtliche Kulturaktivitäten gebündelt und geschlossen vermarktet werden4.
[...]
1 Schirg, Oliver: 15 Millionen Euro für Hamburgs Marketing. Neue Gesellschaft soll internationale Kampagne entwickeln - Hariolf Wenzler designierter Geschäftsführer. In: http://www.welt.de/data/2003/10/07/179072.html (heruntergeladen am 02.01.06)
2 vergl. CDU Hamburg (Hrsg.): Hamburg im Aufwind – die Zukunft der Wachsenden Stadt gestalten. Regierungsprogramm 2004-2008, S.2f. In: http://www.cdu-hamburg.de/deutsch/32/32/27006/liste5.html (heruntergeladen am 11.12.06)
3 vergl. ebd., S.11f
4 vergl. Senat Hamburg (Hrsg.): http://www.wachsende-stadt.hamburg.de/ grafikversion/projekte/leitprojekte/kulturmetropole.php (heruntergeladen am 10.04.06)
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