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Diploma Thesis, 2006, 99 Pages
Author: Andreas Garscha
Subject: Economics / Business: Investment and Finance
Details
Institution/College: University of Heidelberg (Alfred-Weber-Institut)
Tags: Förderung, Eigenkapitalfinanzierung, Unternehmen, Deutschland, Betriebswirtschaftslehre
Year: 2006
Pages: 99
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 54 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-55476-3
ISBN (Book): 978-3-638-66846-0
File size: 1528 KB
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Abstract
1. Einleitung 1.1 Motivation und Problemstellung „Der Mittelstand jammert, auch über ihn wird gejammert – besonders über seine Eigenkapitalschwäche“ , so beurteilen die Autoren der Studie „Aufbruch aus dem Jammertal“ der Ruhr Universität Bochum die Diskussion um die Situation des Mittelstands in Deutschland. Seit der Einigung auf die Bestimmungen der neuen Baseler Eigenkapitalverordnung (Basel II), der anhaltenden konjunkturellen Schwäche in Deutschland und dem Wandel auf den internationalen Finanzmärkten ist das Finanzierungsumfeld des deutschen Mittelstands verstärkt in den Fokus von Politikern und Wirtschaftsanalysten geraten. Obwohl sich die finanzielle Situation der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland im letzten Jahr tendenziell verbessert hat, scheinen weiterhin Finanzierungshemmnisse zu bestehen, die Investitions- und Finanzierungsvorhaben erschweren und teilweise sogar verhindern. Als einer der Hauptgründe für die Finanzierungsprobleme wird im „Jammertal“ der erschwerte Zugang zu Krediten aufgrund zu geringer Eigenkapitalquoten im deutschen Mittelstand genannt. Daher wurde eine stärkere staatliche Unterstützung der KMU durch Förderung der Eigenkapitalfinanzierung gefordert, worauf der Staat bereits reagiert hat: Neben der Förderung junger, innovativer KMU in Deutschland wurde im Jahr 2003 auf Betreiben der Mittelstandsbank der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Initiative „Eigenkapital für den breiten Mittelstand“ ins Leben gerufen. Sie soll dem „breiten Mittelstand“ in Deutschland verstärkt Eigenkapital zur Verfügung stellen. Wie bei allen staatlichen Eingriffen muss jedoch auch hier nach dem Sinn einer staatlichen Eigenkapitalförderung gefragt werden. Liegt im vorliegenden Fall ein Versagen des Marktes vor, das den Eingriff des Staates rechtfertigt? Kann der Staat an dieser Stelle tatsächlich eine Leistung effizienter zur Verfügung stellen als der Markt? Wenn ja, wie sollte die staatliche Förderung ausgestaltet sein?
Excerpt (computer-generated)
Universität Heidelberg
Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Förderung der Eigenkapitalfinanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland
Andreas Garscha
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
1.1 Motivation und Problemstellung ... 1
1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Untersuchung ... 2
2. Der Mittelstand in Deutschland ... 3
2.1 Was ist der „Mittelstand“? – Definitionen ... 3
2.1.1 Die Definition der Europäischen Union ... 3
2.1.2 Die Definition des IfM Bonn ... 4
2.2 Die wirtschaftliche Bedeutung ... 5
2.2.1 Die Bedeutung des Mittelstands in Deutschland ... 5
2.2.2 Die Stellung der KMU im europäischen Vergleich ... 9
2.3 Die Finanzstruktur des Mittelstands ... 9
2.3.1 Die Bedeutung der Finanzierungsquellen ... 10
2.3.2 Der Finanzmarkt im Wandel ... 14
3. Finanztheoretische und empirische Evidenz ... 19
3.1 Eigenkapitallücke und Eigenkapitalrationierung ... 19
3.2 Das Auftreten asymmetrischer Information ... 20
3.3 Theoretische Modelle der Kreditrationierung ... 21
3.4 Theoretische Modelle der Eigenkapitalrationierung ... 22
3.5 Empirische Untersuchung ... 25
3.5.1 Vorbemerkungen ... 25
3.5.2 Die Auswirkungen des Finanzsystems ... 26
3.5.3 Verfügbarkeit der Eigenkapitalfinanzierungsinstrumente ... 28
3.6 Zusammenfassung und Zwischenfazit ... 41
4. Staatliche Förderung der Eigenkapitalfinanzierung ... 44
4.1 Die KfW Bankengruppe ... 44
4.1.1 Auftrag und Bedeutung ... 44
4.1.2 Die Struktur der KfW Bankengruppe ... 44
4.2 Die KfW Mittelstandsbank ... 45
4.3 Die Beteiligungsfinanzierung der KfW Mittelstandsbank ... 46
4.3.1 Die Early-Stage-Förderung ... 46
4.3.2 Die Later-Stage-Förderung ... 47
4.4 „Eigenkapital für den breiten Mittelstand“ ... 50
4.4.1 Die Zielgruppe ... 50
4.4.2 Die Ziele ... 50
4.4.3 Der Kerngedanke und Lösungsansatz ... 52
4.4.4 Der Private Equity-Ansatz ... 53
4.4.5 Der MBG-Ansatz ... 55
4.4.6 Die Umsetzung am Beispiel des HessenFonds ... 56
4.5 Die Mezzanine Förderung - Unternehmerkapital ... 59
5. Die Evidenz der Förderung ... 60
5.1 Die theoretische Rechtfertigung staatlicher Förderung ... 60
5.2 Die Gestaltung staatlicher Förderung ... 64
5.2.1 Breitenwirksame vs. gezielte Förderung ... 64
5.2.2 Ex ante vs. ex post Förderung ... 65
5.2.3 Direkte Finanzierung vs. Haftungsübernahme ... 66
5.3 EK für den breiten Mittelstand – Subvention oder Innovation? ... 66
5.3.1 Ist die Förderung des „breiten Mittelstands“ gerechtfertigt? ... 67
5.3.2 Die Ausgestaltung des Förderprogramms ... 69
5.3.3 Die Beurteilung der Initiative ... 70
6. Resümee ... 73
Literaturverzeichnis ... VI
1. Einleitung
1.1 Motivation und Problemstellung
„Der Mittelstand jammert, auch über ihn wird gejammert – besonders über seine Eigenkapitalschwäche“1, so beurteilen die Autoren der Studie „Aufbruch aus dem Jammertal“ der Ruhr Universität Bochum die Diskussion um die Situation des Mittelstands in Deutschland. Seit der Einigung auf die Bestimmungen der neuen Baseler Eigenkapitalverordnung (Basel II), der anhaltenden konjunkturellen Schwäche in Deutschland und dem Wandel auf den internationalen Finanzmärkten ist das Finanzierungsumfeld des deutschen Mittelstands verstärkt in den Fokus von Politikern und Wirtschaftsanalysten geraten. Obwohl sich die finanzielle Situation der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland im letzten Jahr tendenziell verbessert hat, scheinen weiterhin Finanzierungshemmnisse zu bestehen, die Investitions- und Finanzierungsvorhaben erschweren und teilweise sogar verhindern.2 Als einer der Hauptgründe für die Finanzierungsprobleme wird im „Jammertal“ der erschwerte Zugang zu Krediten aufgrund zu geringer Eigenkapitalquoten im deutschen Mittelstand genannt. Daher wurde eine stärkere staatliche Unterstützung der KMU durch Förderung der Eigenkapitalfinanzierung gefordert, worauf der Staat bereits reagiert hat: Neben der Förderung junger, innovativer KMU in Deutschland wurde im Jahr 2003 auf Betreiben der Mittelstandsbank der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Initiative „Eigenkapital für den breiten Mittelstand“ ins Leben gerufen. Sie soll dem „breiten Mittelstand“ in Deutschland verstärkt Eigenkapital zur Verfügung stellen.
Wie bei allen staatlichen Eingriffen muss jedoch auch hier nach dem Sinn einer staatlichen Eigenkapitalförderung gefragt werden.
Liegt im vorliegenden Fall ein Versagen des Marktes vor, das den Eingriff des Staates rechtfertigt?
Kann der Staat an dieser Stelle tatsächlich eine Leistung effizienter zur Verfügung stellen als der Markt?
Wenn ja, wie sollte die staatliche Förderung ausgestaltet sein?
1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Untersuchung
Zur Beantwortung dieser Fragen wird zunächst definiert, was unter „Mittelstand“ in Deutschland verstanden wird (Kapitel 2). Es folgt eine Einschätzung seiner Bedeutung für die deutsche Wirtschaft und seiner Stellung im europäischen Vergleich. Des Weiteren werden die Instrumente dargestellt, die dem Mittelstand zur Finanzierung seiner Unternehmertätigkeit bisher zur Verfügung stehen. Der Erläuterung der Bedeutung der Finanzierungsquellen folgt eine Einschätzung der sich verändernden Finanzmarktbedingungen und seiner Auswirkungen auf das Finanzierungsverhalten im Mittelstand.
Das 3. Kapitel beschäftigt sich mit der Frage, in wieweit hier eine „Equity Gap“ existiert und von einem Versagen des Marktes ausgegangen werden kann. Aufbauend auf den Definitionen von Eigenkapitallücke und Eigenkapitalrationierung werden unterschiedliche Modelle der Kredit- und Eigenkapitalrationierung dargestellt. Dem theoretischen Teil folgt eine empirische Untersuchung über die Finanzierungssituation der KMU in Deutschland. Dabei werden die Instrumente der Eigenkapitalfinanzierung bezüglich ihrer Verfügbarkeit für den Mittelstand unter Beachtung der Struktur des deutschen Finanzmarkts untersucht und die Notwendigkeit eines staatlichen Eingriffs diskutiert.
Im 4. Kapitel folgt zunächst eine Darstellung der bedeutendsten mittelständischen Förderbank, der KfW Mittelstandsbank, und ihre Förderprogramme. Dabei geht es vor allem um die die Förderinstrumente mit Beteiligungskapital und Mezzanine Mittel und insbesondere um die Initiative „Eigenkapital für den breiten Mittelstand“.
Im 5. Kapitel werden die Berechtigung einer staatlichen Förderung und die optimale Ausgestaltung eines staatlichen Eingriffs auf theoretischer und empirischer Ebene diskutiert. Es folgt eine Untersuchung, in wieweit das neue Förderprogramm den gestellten Ansprüchen gerecht wird.
In Kapitel 6 werden die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit in einer Schlussfolgerung noch einmal zusammenfassend dargestellt.
2. Der Mittelstand in Deutschland
2.1 Was ist der „Mittelstand“? – Definitionen
[...]
1 Ruhr-Universität Bochum (2004), Pressemitteilung.
2 KfW Bankengruppe (2005c), Presseerklärung.
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