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Scholary Paper (Seminar), 2005, 32 Pages
Author: Si Gou
Subject: Economics / Business: Economic Policy
Details
Institution/College: University of Bayreuth (Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät )
Tags: Betreibt, China, Währungspolitik, Seminar, China, Indien, Vergleich
Year: 2005
Pages: 32
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 46 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-55513-5
File size: 353 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Bayreuth
Seminar: China und Indien im Vergleich
SS05, 7. Semester
Betreibt China eine angemessene Währungspolitik?
von: Si Gou
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit 1
2. Die alternative Währungssystem im Vergleich 2
2.1 Die theoretische Grundlage 2
2.2 Ecklösungen: Feste versus Flexible Wechselkurse 3
2.3 Zwischenlösung: Managed Floating 5
2.4 Wahl des Währungssystems 6
3. Chinas währungspolitische Option 8
3.1 Die gegenwärtige Währungspolitik 8
3.2 Gründe für Dollar-Peg 9
3.2.1 Makroökonomische Stabilität 10
3.2.2 Außenhandel 10
3.2.3 Internationale Kapitalmärkte 11
3.3 Kritiken an Dollar-Peg 13
3.3.1 Handelsbilanzungleichgewicht 13
3.3.2 Expansion der Geldmenge 14
3.4 Entwicklungsstrategie oder Merkantilistische Handelspolitik 15
3.5 Betrachtungen der aktuellen Entwicklungen im Rahmen des Konzeptes Impossible Trinity 16
4. Reformvorschläge 17
4.1 Alternative zum Dollar-Peg 17
4.2 Handlungsbedarf 18
5. Zusammenfassung und Ausblick 19
Literatur 20
Abkürzungsverzeichnis
CFETS = China Foreign Exchange Trade System
CNY = Der chinesische Yuan
FX = Foreign Exchange
IWF = Internationaler Währungsfond
PBC = The People’s Bank of China
RMB = Reminbi (Die chinesische Währung: Yuan)
[...]
1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit
China zählt zu den wenigen Ländern in Ostasien, die noch offiziell eine Wechselkurssteuerung betreiben. Seit 1994 wird die chinesische Währung Reminbi faktisch von der chinesischen Zentralbank 1 durch Kapitalverkehrkontrollen sowie Devisenmarkt- interventionen in einem schmalen Band von 8,276 bis 8,28 Yuan zum Dollar gehalten – und das auch durch turbulente Zeiten: Während der asiatischen Finanzkrise 1998 hielt Peking dem Abwertungsdruck der Region stand und verhinderte damit die Ausweitung der Abwärtsspirale. Dafür erntete China viel Lob aus dem Westen.2
In jüngster Zeit steht China mit seiner Währungspolitik wieder im Fokus. Die westliche Industriestaaten, vor allem die USA, halten die gegenwärtige Währungspolitik Chinas für verzerrend und setzt sie einer merkantilistischen Handelspolitik gleich. „Nach amerikanischer Auffassung hat die (Wechselkurs)Bindung (des Yuan an den Dollar) zu einer künstlichen Unterbewertung des Yuan geführt, was wiederum die amerikanischen Exporte nach China erschwert hat und ein Grund für das riesige Außenhandelsdefizit der USA ist.„3 In Europa wird beklagt, dass der Euro den größten Teil der Dollarabschwächung abgefangen habe4. Europa sieht in der Wechselkurspolitik Chinas einen Grund für die starke Euro-Aufwertung, die Europas Konjunktur belastet.5 Der politische Druck auf die chinesische Regierung, die Wechselkursbindung des chinesischen Yuan an den US-Dollar aufzugeben, nimmt kontinuierlich zu.
Aus der Sicht Chinas schiente die feste Wechselkursanbindung hingegen vorteilhaft, die „nicht nur Wechselkurssicherheit für den Außenhandel, sondern auch wirtschaftliche Stabilität für die gesamte Region geschaffen hat“.6 Und auch viele Experten warnen, dass eine Abkehr von der Dollar-Bindung wegen der Schwäche des chinesischen Finanzsystems gefährlich wäre. Deshalb hat China vor 22. Juli 20057 noch alle Forderungen nach einer Aufwertung zurückgewiesen. Der Standpunkt der chinesischen Regierung wurde von dem Ministerpräsident Wen Jiabao in der letzten Zeit wiederholt betont: „China wird nicht überstützt handeln, wenn die Bedingungen nicht gegeben sind.“8 Vor diesem Hintergrund wird es zurzeit sehr viel über die Angemessenheit der gegenwärtigen Währungspolitik Chinas und eine mögliche Flexibilisierung des Wechselkurses der chinesischen Währung diskutiert.
Mit dieser Arbeit möchte ich versuchen, diese aktuelle Diskussion darzustellen und anhand der grundlegenden Wechselkurstheorie zu untersuchen, ob China eine angemessene Währungspolitik betreibt, und zwar angesichts der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Dabei werden die nationale Gegebenheit Chinas und die Entwicklung der internationalen Rahmenbedingungen berücksichtigt. Von daher werden zunächst das Konzept der impossible trinity vorgestellt und die Vor- und Nachteile der alternativen währungspolitischen Modelle erarbeitet und Im anschließenden Kapitel werden die gegenwärtige Währungspolitik Chinas und ihre aktuelle Entwicklung im Rahmen der Wechselkurstheorie und des Konzeptes der impossible trinity näher beleuchtet. Abschließend werden die alternativen Modelle zum Dollar-Peg dargestellt und die noch zu erfüllenden Bedingungen für eine Flexibilisierung des Wechselkurses erörtert.
2. Die alternativen Währungssysteme im Vergleich
2.1 Die theoretische Grundlage
Der Ausgangspunkt für alle geld- und währungspolitischen Strategien in einer offenen Volkswirtschaft ist grundsätzlich die Frage, wie die beiden zentralen geldpolitischen Steuerungsgrößen gehandhabt werden sollen: der kurzfristige Zins, der von der Notenbank mit ihren geldpolitischen Instrumenten am Geldmarkt gesteuert wird. der Wechselkurs, der von der Notenbank (und in manchen Ländern vom Finanzministerium) durch den An- und Verkauf von Devisen am Devisenmarkt gesteuert wird.
Viele renommierte Ökonomen behaupten, dass sich bei freiem Kapitalverkehr nur eine dieser beiden Größen steuern lasse. Es bestehe dann ein „Incompatible Trinity“(siehe Abbildung 1), dass bei quasi freiem Kapitalverkehr (als eine Ecke) zu zwei geld- und währungspolitischen Ecklösungen führe, den sogannten „two corner solutions“9: der Strategie flexibler Kurse, bei der ganz auf Devisenmarktinterventionen verzichtet wird – dafür kann jedoch der Zins autonom gesteuert werden10 der Strategie absolut fester Kurse, bei der sich die Geld- und Währungspolitik ganz auf die Stabilisierung des Wechselkurses konzentriert, wobei der inländische Zins nicht mehr aktiv gesteuert werden kann11
In der Realität findet man jedoch sehr häufig Länder, die sich nicht an diese „corner solutions“ halten und vielmehr eine gleichzeitige Steuerung des Wechselkurses und des inländischen Zinsniveaus versuchen. Diese Strategie stellt eine Zwischenlösung dar und wird als „Managed Floating“ bezeichnet.12 Um jedoch das für ein Land angemessene Währungsregime bestimmen zu können, erscheint es sinnvoll, zunächst Vor- und Nachteile der alternativen Währungssysteme zu betrachten.
2.2 Ecklösungen: Feste versus Flexible Wechselkurse
[...]
1 The People’s Bank of China
2 Kühl (2003)
3 o. V. (2005), Siehe hierzu: Financial Times Deutschland, 04.02.2005
4 Die europäische Währung ist seit dem Frühjahr 2002 gegenüber dem Dollar kräftig zugelegt. Nach einem Kursanstieg um fast 45 % ist der Euro im Verhältnis zum Dollar inzwischen jedoch Überbewertet. Vgl. Bundesverband Deutscher Banken Siehe hierzu: www.bdb.de/print.asp?channel=121110&art=1069
5 Häring (2005)
6 McKinnon und Schnabl (2003)
7 Am 21.Juli 2005, zwei Monate nach der Abgabe dieser Seminararbeit, hat die chinesische Notenbank bekannt gegeben, dass die alte Dollar-Bindung des Renminbi mit sofortiger Wirkung aufgegeben und durch eine Politik der Kontrollierten Wechselkursflexibilität („Managed Floating“) ersetzt wird. Der aktuelle Wechselkurs gegenüber dem US-Dollar wurde auch einmalig um 2,1 % aufgewertet. Darüber wird später näher diskutiert.
8 Hoffbauer (2005)
9 Bofinger (2003) S.1
10 Ausländische Zinssenkung (-erhöhung) führt zu Kapitalimport (-export). Dies führt zur Aufwertung (Abwertung) der heimischen Währung gegenüber der ausländischen Währung
11 Ausländische Zinssenkung (-erhöhung) führt zu Kapitalimport (-export), die einheimische Geldmenge nimmt folglich solange zu, bis der heimische Zins des Niveau des ausländischen Zins erreicht hat
12 vgl. Bofinger (2003) S.2
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