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Termpaper, 2006, 25 Pages
Author: MA Mirja Freye
Subject: Musicology
Details
Tags: Boygroups, Image
Year: 2006
Pages: 25
Grade: 2
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-55527-2
ISBN (Book): 978-3-638-63935-4
File size: 206 KB
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Abstract
Schon seit vielen Jahrzehnten gibt es immer wieder Musikgruppen, die es schaffen, vor allem beim weiblichen Publikum unsagbar erfolgreich zu sein und dabei wahre Hysteriestürme auslösen. In vielen Fällen, bei denen die Begeisterung solch gewaltige Formen annimmt, handelt es sich um so genannte Boygroups. Was macht eine Boygroup so erfolgreich, wie wird sie vermarktet und welche Rolle spielt dabei ihr Image?
Excerpt (computer-generated)
Universität Bremen, Sommersemester 2006
Fachbereich 9 – Studiengang Musikwissenschaften
Image ist alles
von: Mirja Freye
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Begriffsdefinitionen
2.1. Popmusik 4
2.2. Was ist eine Boygroup 5
2.3. Konzept und Vermarktung 8
3. Überblick derzeitiger und vergangener Boygroups 11
3.1. Von den Beatles zu den New Kids on the Block 11
3.2. Die Take That Ära 12
3.3. Der Boygroup-Boom – Boyzone, Backstreet Boys, Caught in the Act und co. 13
3.4. Boygroups im Wandel der Zeit – Von Echt zu Tokio Hotel 14
4. Die Zielgruppe 15
4.1. Weiblicher Teenager 16
4.2. Die musikalische Wirkungsweise auf die Zielgruppe 18
5. Fazit 20
Literaturverzeichnis 24
1. Einleitung
Schon seit vielen Jahrzehnten gibt es immer wieder Musikgruppen, die es schaffen, vor allem beim weiblichen Publikum unsagbar erfolgreich zu sein und dabei wahre Hysteriestürme auslösen. In vielen Fällen, bei denen die Begeisterung solch gewaltige Formen annimmt, handelt es sich um so genannte Boygroups. In dieser musikwissenschaftlichen Hausarbeit möchte ich mich mit dem „Phänomen Boygroup“ beschäftigen. Was macht eine Boygroup so erfolgreich, wie wird sie vermarktet und welche Rolle spielt dabei ihr Image? Außerdem möchte ich herausfinden wie entscheidend die Musik für den Erfolg einer Gruppe ist. Ich vertrete dabei die These, dass die musikalische Seite einer erfolgreichen Boygroup nur von sekundärem Interesse für die Fans ist, primär müssen die Mitglieder und das Image gefallen. Das liegt vor allem an der Zielgruppe, die von einer Boygroup angesprochen werden soll – dem weiblichen Teenager. Ich werde versuchen Gründe zu finden, warum sich vor allem junge Mädchen für das Konzept der gecasteten „Retorten-Band“, wie Boygroups auch bezeichnet werden1, begeistern können. Offenbar gehört es heutzutage zum Erwachsenwerden dazu, Anhänger einer bestimmten Musikgruppe oder einer Musikbewegung zu sein. Doch was ist der Grund dafür, dass sich immer wieder junge Mädchen zusammenfinden und für eine bestimmte Musikgruppe schwärmen? Dabei gehen sie mitunter so weit, dass sie sich stundenlang vor den Hotels der entsprechenden Stars aufhalten, um diese einmal aus der Nähe zusehen oder sich selbst dort einmieten aus demselben Grund. Viele Fans reisen ihren Stars hinterher, nehmen lange Wartezeiten auf sich in denen sie meist nicht einmal essen und trinken und das alles für ein paar junge Männer, die von einem cleveren Musikproduzenten zu einer Boygroup zusammengestellt wurden. Dabei finde ich besonders interessant, dass dieses Konzept schon seit sehr langer Zeit erfolgreich ist und es in Zukunft in abgewandelter Form wahrscheinlich bleibt. Schon bei den Beatles oder den Bay City Rollers konnte man beobachten, wie sich junge Mädchen in Extase schrieen, wenn sie Konzerte der Gruppen besuchten. In den 90er Jahren entwickelte sich ein regelrechter Boygroup-Boom. In dieser Zeit gab es eine Vielzahl von nationalen und internationalen rein männlichen Popgruppen, unter anderem Take That, Caught in the Act, Boyzone und die Backstreet Boys. Inzwischen haben sich Machart und Images der Boybands dem aktuellen Zeitgeist angepasst; es wird wieder mehr Wert auf Musik und Authentizität gelegt. Songs werden von der Gruppe selbst komponiert und getextet und die Musik wird von ihnen gespielt und nicht von Studiomusikern. Das Phänomen allerdings ist nach wie vor sehr präsent im heutigen Musikbusiness. Im Augenblick heißen die Favoriten der Fans Tokio Hotel oder US5. Durch die Gruppe Tokio Hotel wurde ich auf dieses Thema aufmerksam, da sie im Augenblick in allen Medien zu finden ist.
Wie vermutlich viele andere kann ich nicht verstehen, was an dieser Gruppe besonderes ist, allerdings erinnert es mich an mein eigenes Dasein als Fan, was mich zumindest nachvollziehen lässt, wie sich die Mädchen in ihrem Fansein fühlen und warum sie überhaupt Fans sind. In meiner Pubertät war ich selbst großer Fan der damals populären Boygroup Take That und schwärmte besonders für das jüngste Mitglied der Band, Robbie Williams. Schwärmereien und auch das Verliebtsein in eines der Bandmitglieder gehören meistens zum Phänomen Boygroup dazu. Die Gruppen werden schon von Anfang an so konzipiert, dass für jedes Mädchen der richtige Typ Mann zum Anhimmeln dabei ist.
Im nun folgenden Kapitel werde ich allgemein auf den aktuellen Stellenwert der populären Musik eingehen, um daran ausführlicher zu beschreiben, was eine typische Boygroup ausmacht und wie diese vermarktet wird. Danach werde ich die für mich interessantesten Boygroups der letzten Jahrzehnte vorstellen, bevor ich die Zielgruppe der Bands näher untersuchen werde. In meinem Fazit werde ich die Ergebnisse meiner Betrachtungen zusammenfassen und einer abschließenden Auswertung unterziehen.
2. Begriffsdefinitionen
2.1. Popmusik
Den Stellenwert, den die Popmusik innerhalb der Jugendkulturen einnimmt, darf nicht unterschätzt werden. Durch ihre auditive und visuelle Vermittlung hat sie Einfluss auf die bewusste und unterbewusste Gefühlswelt der Jugendlichen2. Das sie so großen Einfluss auf die Heranwachsenden hat, liegt daran, dass sie für jeden zugänglich und durch die starke Verbreitung der Medien auch omnipräsent in unserer Kultur ist. Der persönliche Musikstil entwickelt sich zudem in der Pubertät, in welcher auch der musikalische Einfluss der Eltern auf die Kinder nachlässt und dem der Peer Group3 weicht. Ein wichtiger Faktor bei der Auswahl persönlicher Lieblingslieder und Lieblingsgruppen ist nach Barthelmes und Sander die „Verständlichkeit und Vertrautheit der Texte und Botschaften“4.
Aber Popmusik oder generell Unterhaltungsmusik ist auch eine Ware die verkauft werden soll. Um möglichst viel Geld damit zu verdienen, ist es lohnenswerter gleich einen Star zu kreieren als „nur“ eine Hitsingle. Auch völlige Neulinge werden von Beginn an so präsentiert, als würde es sich bereits um etablierte Stars der Musikbranche handeln. Das allerwichtigste bei dieser Präsentation ist von vornherein das richtige Image ohne dass heutzutage keine neu entwickelte Musikproduktion mehr vermarktet wird. Durch die Medien, Merchandisingprodukte und individuelle (Band-)Logos wird das Image nach außen verbreitet. Musikstars werden so zu „Markenartikeln der Musikindustrie“5. Durch diese Art der Vermarktung weiß der Kunde, genau wie bei anderen Markenartikeln, wofür die Marke steht, welches Image sie vertritt und erkennt sie wieder. Die Marke symbolisiert ein unverwechselbares Profil und es steht für Qualität und Beständigkeit des Produkts. Von diesen „Produkten“ sind Boygroups nur eine von vielen Kategorien in die unterteilt werden kann, allerdings sind sie durch ihr offenkundig inszeniertes Auftreten besonders auffällige Vertreter der Markenware Musik. Nur wenigen Marktteilnehmern ist bewusst, dass sich heutzutage hinter jedem Star eine große Maschinerie von Marketingstrategen und Imageberatern verbirgt.
2.2. Was ist eine Boygroup
[...]
1 Vgl. Fritzsche, Bettina: Pop-Fans. Studie einer Mädchenkultur. Reihe Geschlecht und Gesellschaft Band 31, Leske und Budrich, Opladen, 2003, S. 91.
2 Vgl. Vatterodt, Nikola: Boygroups und ihre Fans. Annäherung an ein Popphänomen der neunziger Jahre, Forum Jazz Rock Pop 5, Coda Musikservice und Verlag, Karben, 2000, S. 58.
3 Gruppe von Gleichaltrigen bzw. Gleichgestellten, vgl. dazu http://de.wikipedia.org/wiki/Peer_Group, Stand vom 2. Juli 2006.
4 Barthelmes, Jürgen / Sander, Ekkehard: Medien in Familie und Peer-group. Vom Nutzen der Medien für 13- und 14jährige. Medienerfahrungen von Jugendlichen, Band 1, Deutsches Jugendinstitut, München, 1997, S. 204.
5 Vgl. Vatterodt, Nikola: Boygroups und ihre Fans. Annäherung an ein Popphänomen der neunziger Jahre, Forum Jazz Rock Pop 5, Coda Musikservice und Verlag, Karben, 2000, S. 36.
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