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Stadt - Der städtebauliche Wandel - Berücksichtigung von Ansätzen Niklas Luhmann's und Karl E. Weick's

Scholarly Research Paper, 2006, 8 Pages
Author: Nadine Herdmann
Subject: Sociology - Habitation, Urban Sociology

Details

Event: Organisation als Black Box
Institution/College: University of St. Gallen
Tags: Stadt, Wandel, Berücksichtigung, Ansätzen, Niklas, Luhmann, Karl, Weick, Organisation, Black
Category: Scholarly Research Paper
Year: 2006
Pages: 8
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 16  Entries
Language: German
Archive No.: V62303
ISBN (E-book): 978-3-638-55569-2

File size: 131 KB


Excerpt (computer-generated)

Stadt - Der städtebauliche Wandel - Berücksichtigung von
Ansätzen Niklas Luhmann’s und Karl E. Weick’s

von: Nadine Herdmann

 


 

Eine Stadt! Sie ist die Beschlagnahme der Natur durch den Menschen. (Le Corbusier, 1929)

Stadt: was für ein knappes Wort für eine Vielfalt von Wirklichkeiten. (Häußermann/Siebel 1987).

Es gibt für mich keinen anderen Raum, wo alle Schichten der Gesellschaft aufeinander treffen. Städte sind Ausdruck eines neuen Maßstabs urbaner funktionaler Verflechtungen. Als Schnittstellen zwischen lokalen und globalen Netzwerken haben sie eine besondere Stellung für die gesellschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung eines Landes. Ihre Wahrnehmung jedoch bereitet Schwierigkeiten und sprengt gewohnte Vorstellungen: Städte umfassen weit mehr als eine Großstadt mit ihrem Umland. Ihre Gebietsabgrenzung ist schwierig, ihre Teilräume sind äußerst vielgestaltig. Die funktionalen Verflechtungen entziehen sich der unmittelbaren sinnlichen Wahrnehmung, unterschiedliche Raumdimensionen und Maßstäbe greifen gleichzeitig ineinander. Raumentwicklung findet unter dem wachsenden Einfluss der Wissensökonomie im Verborgenen statt. Städte lassen durch ein gemeinschaftliches Leben die Bildung von räumlich-sozialen Gemeinschaften zu, ebenso die von religiösen und ethischen Gruppen, nach Heitmeyer lassen sich hier Verhaltensweisen verfestigen resp. fortentwickeln (Heitmeyer 1998).

Ich möchte die Frage aufgreifen, in welcher Form Gesellschaften mit ihren Städten kommunizieren, speziell aus dem Blickwinkel eines Architekten. Hier habe ich brauchbare Ansätze in den Theorien von Niklas Luhmann und Karl E. Weick gefunden, die in den nachfolgenden Ausführungen integriert werden. Als erklärungsbedürftig erachte ich den Begriff Organisation. Nach Karl E. Weick bestehen Organisationen aus Plänen, Rezepten, Regeln, Anordnungen u. Programmen zum Hervorbringen, Interpretieren und Dirigieren von Verhaltensweisen, die von mehren Personen in Angriff genommen werden (Weick 1985). Luhmanns Definition: „Organisationen sind autonome, in sich geschlossene, von der Umwelt klar abgrenzte Einheiten. Diese Systeme ziehen ihre Grenzen von der Umwelt selbst.“ Soziale Systeme werden bei Luhmann nicht im direkten Austausch mit der Umwelt als offen bezeichnet. Ein System kann seine spezifische Wahrnehmungsweise der Umwelt nicht ändern, ohne seine spezifische Identität zu verlieren. (Luhmann 1984)

Das Ziel des Architekten ist die höchstmögliche organisatorische und räumliche Individualität des Einzelnen zu verknüpfen mit einer ebenso spezifischen wie kommunikativen Auslegung des Gebäudeentwurfs, ohne dabei die strukturelle Ordnung der Stadt in Frage zu stellen. Wie Luhmann zieht ein Architekt auch die Grenzen mit dem Entwurf, resp. der Umsetzung, selbst. Was nicht ausschließt, dass gerade architektonische Symbole des Andersseins und der Exklusivität dem gesellschaftlichen Austausch verpflichtet sind. Stadt verlangt Kreativität, in den Gebäuden wie im Stadtraum.

[...]


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