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Termpaper, 2006, 10 Pages
Author: Christian Gülisch
Subject: Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Details
Institution/College: University of Erfurt
Tags: Hans, Jonas, Prinzip, Verantwortung, Menschen, Augen, Gottes, Philosophische, Ethik
Year: 2006
Pages: 10
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 2 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-55659-0
File size: 132 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Erfurt, Philosophische Fakultät
Hauptseminar: Philosophische und religiöse Ethik
SS 06, Abgabe: 04.08.06
Hans Jonas: Das Prinzip der Verantwortung des
Menschen unter den Augen eines ohnmächtigen Gottes
von: Christian Gülisch
Gliederung
1. Einleitung 3
2. Der ohnmächtige Gott 3
3. Der Mensch und die Technik 5
4. Fazit 6
5. Literaturverzeichnis 9
1. Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit Hans Jonas und seiner Ethik der Verantwortung im technologischen Zeitalter des 21. Jahrhunderts. Hierbei soll dargestellt werden, inwiefern Hans Jonas Denkmöglichkeit des ohnmächtigen Gottes den Menschen in seinem Selbstbewusstsein beeinflusst. Könnte ein ohnmächtiger Gott dazu beitragen, dass sich der Mensch im Zuge seiner stetigen Technologisierung selber als Gott fühlt? Die Entwicklung der Gentechnik lässt Vergleiche dieser Art zu. Der Mensch kann sich als Schöpfer betätigen und seine Rasse nach seinem Willen formen und verändern. Durch die Abstinenz eines strafenden Gottes, wie es das Bild des alten Testaments zeigt, wird der Mensch in seiner zerstörerischen Kreativität nicht eingeschränkt, da nach der Konzeption von Jonas Gott nicht mehr als zuschauen kann. So ist es Gott nicht möglich in die Welt, wie sie sich der Mensch durch die Technik selber schaffen kann, einzugreifen und ihn an der Zerstörung seiner Schöpfung zu hindern. Jonas entwickelt eine Konzeption der Verantwortung, verknüpft mit einem technologischem Imperativ, die den Menschen an der fortschreitenden Zerstörung der Erde hindern sollen: “Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf der Erde.” (vgl. Wiese, 2003, S. 134). Kann der Mensch sich jedoch wirklich ohne eine starke Hand Gottes selber züchtigen und besinnen?
2. Der ohnmächtige Gott
Das Verhältnis des Menschen gegenüber der Technik, die den Wohlstand garantiert, aber gleichzeitig nach Jonas auch das Ende der Welt bedeutet, wird von Gott nicht beeinflusst. Hans Jonas versuchte nach den Gräueltaten von Auschwitz eine Antwort auf die Frage zu finden, warum Gott nicht eingegriffen hat. Warum hat Gott dies Leiden zugelassen? Es gab viele Menschen in den Konzentrationslagern der Nazis, die durch diese Erfahrungen ihren Glauben zu Gott verloren haben. Entweder überwog die Einschätzung, dass Gott sie im Stich gelassen hat, oder die Menschen waren überzeugt, dass es keinen Gott geben kann. Wäre da eine übermenschliche Kraft, die in der Lage ist eine ganze Welt zu erschaffen, könnte sie unmöglich tatenlos den Holocaust passieren lassen. Doch Hans Jonas war anderer Meinung. Er versuchte eine Denkmöglichkeit zu entwickeln, die das Verhalten von Gott in Bezug auf den Holocaust erklärt und ihn gleichzeitig in seiner Existenz rechtfertigt. Jonas stellt sich gegen den souveränen Gottesbegriff aus dem alten und neuen Testament. Seiner Meinung nach ist Gott ohnmächtig und kann nicht in das Geschehen der Welt und die Handlungen der Menschen eingreifen. Die Menschen sind in ihrer irdischen Existenz auf sich allein gestellt, müssen sich aber nach ihrem Tod oder am Tag des jüngsten Gerichts für ihre Taten vor Gott verantworten.
Hans Jonas setzt die Überlegung voraus, dass Gott die Welt nur geschaffen haben kann, indem er seine Allmacht abgibt. Den Raum der Welt kreiert Gott indem er sich selbst aus diesem Raum entzieht und die Welt anstelle von Gott bzw. sich selber einsetzt. Die Entstehung der Erde saugt also die übernatürliche Kraft von Gott in sich auf, wodurch Gott sich selbst seiner irdischen Handlungskompetenz beraubt und nur noch einer Ohnmacht gleich das Geschehen auf der Erde verfolgen kann. Gott begibt sich in ein Spiel, das er nicht mehr aufhalten kann (“Weltabenteuer Gottes“). Er hat sich selbst so ohnmächtig wie ein Kind gemacht, dass nicht über die Möglichkeiten verfügt, sein Schicksal zu bestimmen (vgl. Baum, 1997, S. 22).
[...]
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