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Termpaper, 2006, 35 Pages
Author: Christine Schlapa
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Jena (Fachbereich Sozialwesen)
Tags: Akzeptierende, Jugendarbeit, Jugendlichen, Erziehung, Auschwitz
Year: 2006
Pages: 35
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 44 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-55747-4
File size: 188 KB
Deutschland heute hat eine Verantwortung - dass ein Verbrechen wie der Holocaust nie wieder stattfinden kann. Diese Verantwortung bezieht sich auf viele Bereiche, auch auf die Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen. Für diese gibt es verschiedenste Konzepte. In der Hausarbeit habe ich versucht herauszustellen, ob das Konzept "akzeptierende Jugendarbeit" der Verantwortung Deutschlands heute gerecht wird und wo seine Probleme und Grenzen angesiedelt sind.
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Abstract
Deutschland heute hat eine Verantwortung - dass ein Verbrechen wie der Holocaust nie wieder stattfinden kann. Diese Verantwortung bezieht sich auf viele Bereiche, auch auf die Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen. Für diese gibt es verschiedenste Konzepte. Die vorliegende Arbeit versucht herauszustellen, ob das Konzept der "akzeptierenden Jugendarbeit" der Verantwortung Deutschlands heute gerecht wird und wo seine Probleme und Grenzen angesiedelt sind.
Excerpt (computer-generated)
Fachhochschule Jena
Fachbereich Sozialwesen
Studiengang Soziale Arbeit
Sommersemester 2006
Hausarbeit
Zum Seminar
Erziehung nach Auschwitz
Thema:
Akzeptierende Jugendarbeit mit rechtsextremen Jugendlichen
- eine Vernachlässigung der „deutschen“ Verantwortung?
vorgelegt von
Christine Schlapa
Semesterzahl: 6
25. Mai 2006
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Begriffsklärung 6
2.1 Schuld und Kollektivschuld 6
2.2 Verantwortung 7
2.3 Rechtsextremismus und jugendlicher Rechtsextremismus 12
3. Akzeptierende Jugendarbeit mit rechtsextremen Jugendlichen 16
3.1 Was ist akzeptierende Jugendarbeit? 16
3.2 Grundlagen akzeptierender Jugendarbeit 18
3.2.1 Cliquenarbeit 18
3.2.2 Angebot sozialer Räume 18
3.2.3 Beziehungsarbeit 19
3.3 Kritik an der akzeptierenden Jugendarbeit 20
3.3.1 Defizite des Konzepts "akzeptierende Jugendarbeit" 21
3.3.2 Verständnis- und Umsetzungsprobleme in der Praxis 24
3.3.3 Entpolitisierung der Debatte um den Rechtsextremismus 25
4. Schluss 27
Literaturverzeichnis 30
Anhang 35
1. Einleitung
"Der Holocaust ist das größte Verbrechen der Geschichte. Über sechs Millionen Juden sowie zahllose Kriegsgefangene, Sinti und Roma, Homosexuelle und andere wurden von Deutschen systematisch ermordet."1
Oft stellen wir uns daher heute noch die Frage: Tragen wir - als die Nachfahren der Verbrecher des Nationalsozialismus- noch eine Schuld am Holocaust? Sind wir als Angehörige des deutschen Volkes heute noch schuldig?
Unter diesen Fragestellungen möchte ich herausarbeiten, dass für uns als Deutsche eine moralische Verantwortung aus den Verbrechen der Vergangenheit erwächst. Es handelt sich hierbei um die Verantwortung für die Verhinderung von Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in Deutschland, damit ein solch beispiellos grausames Verbrechen wie der Holocaust nie wieder geschehen kann.
Diese "deutsche" Verantwortung kann auf verschiedenste Weisen wahrgenommen werden. Auch der Sozialarbeit als Handlungswissenschaft kommt hinsichtlich der Verhinderung anti-semitischer, rassistischer, fremdenfeindlicher und besonders rechtsextremer Tendenzen eine große Rolle zu. Neben einer Primärprävention rechtsextremer Tendenzen im Kindes- und Jugendalter muss natürlich auch Sekundärprävention stattfinden für Jugendliche, die bereits durch rechtsextremes Verhalten aufgefallen sind.
Hier ist insbesondere die Jugendarbeit gefragt, welche unterschiedliche Konzepte, Herangehensweisen und Interventionen aus sozialarbeiterischer Sicht anbietet. Dazu zählen beispielsweise erlebnispädagogische Jugendarbeit, kulturpädagogische Jugendarbeit und akzeptierende Jugendarbeit, um nur einige zu nennen.
Ich möchte die Fragestellung nach der Verantwortung Deutschlands und ihre Aspekten aufgreifen und sie im Hinblick auf das Konzept der akzeptierenden Jugendarbeit als Reaktion auf jugendlichen Rechtsextremismus diskutieren.
Genauer möchte ich mich der Frage widmen:
Werden wir unserer Verantwortung als Deutsche gerecht, wenn wir das Konzept der akzeptierenden Jugendarbeit mit rechtsextremen Jugendlichen anwenden?
Darf Deutschland mit seinem geschichtlichen Hintergrund, egal unter welchem erzieherischen oder sozialpädagogischen Ansatz überhaupt eine Akzeptanz von Rechtsextremismus zulassen?
Zur Verdeutlichung der Aktualität und Brisanz der Frage nach Schuld und Verantwortung der Deutschen, möchte ich einige Zitate aus dem Stern2 jeweils am Anfang einzelner Punkte einfügen. Auch an anderen Stellen möchte ich- zum Zweck der Verdeutlichung des nachfolgenden Inhalts einzelner Punkte- prägnante Zitate vor den Text setzen.
Es wird mir im Rahmen der Hausarbeit leider nicht möglich sein, die geschichtlichen Geschehnisse im Hinblick auf den Nationalsozialismus und den Holocaust nochmals genau aufzuarbeiten.
Ich werde mich nur auf das Phänomen Rechtsextremismus beziehen, psychologische und sozialisatorische Gründe für jugendlichen Rechtsextremismus möchte ich außer Acht lassen. Auch hinsichtlich der Verantwortung Deutschlands möchte ich außenpolitische Betrachtungsweisen, wie zum Beispiel die Verantwortung Deutschlands gegenüber dem Staat Israel, ausklammern.
Im zweiten Kapitel möchte ich mich zum besseren Verständnis mit den Begriffen Schuld, Verantwortung und Rechtsextremismus beschäftigen. Es soll geklärt werden - Was bedeuten die Begriffe Schuld und Kollektivschuld überhaupt? Was ist Verantwortung und wie kann sie in Bezug auf Deutschlands Geschichte wahrgenommen werden? Was genau heißt Rechtsextremismus heute?
Im dritten Punkt möchte ich dann auf den Ansatz der akzeptierenden Jugendarbeit mit rechts-extremistischen Jugendlichen eingehen und erklären, was genau akzeptierende Jugendarbeit ist (Punkt 3.1), welche Grundlagen die akzeptierende Jugendarbeit hat (Punkt 3.2.) und welche Kritik an ihr geübt wird (Punkt 3.3).
Ich hoffe herausstellen zu können, ob und inwiefern akzeptierende Jugendarbeit zu einem verantwortlichen Umgang mit der deutschen Geschichte beitragen kann oder ob sie trotz guter Ausgangspunkte eine Gefahr für die Bekämpfung des Rechtsextremismus in Deutschland darstellt.
[....]
1 http://kriegsende.ard.de/pages_idx_lib/0,3276,SPM6392,00.html
2 http://www.stern.de/politik/historie/535750.html?eid=535451
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