Bei GRIN registrieren oder einloggen

Your e-mail-address or password is wrong
Jetzt registrieren
Für neue Autoren: kostenlos, einfach und schnell
Dies wird Ihr Benutzername, bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse an

Passwort vergessen

Your e-mail-address or password is wrong

Neues Passwort anfordern
Anomietheorie und Labeling Approach close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Anomietheorie und Labeling Approach

Hauptseminararbeit, 2005, 32 Seiten
Autor: Gesa Brüchmann
Fach: Soziologie - Recht, Kriminalität abw. Verhalten

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 32
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 17  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V62648
ISBN (E-Book): 978-3-638-55855-6

Dateigröße: 181 KB


Textauszug (computergeneriert)

Anomietheorie und Labeling Approach

von: Gesa Brüchmann

 


Inhaltverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmungen

3. Überblick über die Entstehung und Entwicklung von Theorien abweichenden Verhaltens (Theorievielfalt, Modifikationen etc.)

4. Die Anomietheorie

4.1. Allgemeine Einordnung
4.2. Der Anomie-Begriff bei Durkheim
4.3. Erklärungspotential, Anwendbarkeit und Kritik

5. Der labeling approach

5.1. Allgemeine Einordnung
5.2. Erklärungspotential, Anwendbarkeit und Kritik
5.3. Fitz Sack als Vertreter der radikalen Perspektive
5.4. Howard S. Becker als Vertreter einer gemäßigteren Perspektive

6. Anomietheorie und Labeling-Approach im Vergleich

7. Fazit


 

 

1. Einleitung

In jeder Gesellschaft gib es die unterschiedlichsten Verhaltensformen. Zum einen können sie der Gesellschaft dienen, zum anderem dem Individuum selbst. Es gibt aber auch Verhaltensweisen, die auf den ersten Blick weder für die Gesellschaft noch für den Einzelnen positive Folgen zu haben scheinen. Diese Verhaltensweisen werden allgemein als abweichendes Verhalten definiert. Es stellt sich also die Frage nach den Ursachen von abweichendem Verhalten und den darauf folgenden Reaktionen aus der Gesellschaft. Mittlerweile hat sich eine wahre Vielfalt an Theorien und Ansätzen zu diesem Thema herausgebildet. Sie alle versuchen, wenn auch oft aus unterschiedlichen und zum Teil konträren Richtungen, Erklärungen für Ursachen und Folgen zu finden.

Wissenschaftler aus verschiedenen wissenschaftliche Disziplinen beschäftigen sich mit diesen Frage, und immer wieder kommen neue Aspekte, Erweiterungen oder aber auch Modifizierungen der zahlreichen Erkenntnisse hinzu. Immer wieder wird versucht die Motive und eventuellen Abhängigkeiten von verschiedenen Faktoren zu verstehen und zu erklären. Dabei steht die Suche nach Aussagen über die Gründe und Prognosen über zukünftiges Verhalten im Vordergrund. Am Beispiel zweier bedeutender Ansätze - der Anomietheorie und dem labeling approach - sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie Vorteile und Nachteile beider Positionen gezeigt werden. Lassen sich Überschneidungen und Übereinstimmungen finden, oder wiedersprechen sich Ansätze aus dem ätiologischen und interaktionistischen Lager vielleicht schon in ihren Grundgedanken?

Ätiologische Theorien versuchen Ursachen für das Zustandekommen abweichenden Verhaltens zu finden, das heißt Antworten auf die Frage warum sich Menschen abweichend verhalten. Interaktionistische Theorien dagegen beschäftigen sich mit den Prozessen der Normsetzung und deren Anwendung, durch die es erst zu einer Etikettierung eines Verhaltens als abweichend kommt. Sie fragen sich, warum Menschen von anderen als Abweichende gesehen werden. Vertreter der ätiologischen Perspektive sind also der Meinung, dass soziale Arbeit auf abweichendes Verhalten mit Einzelinterventionen reagieren kann, Vertreter der interaktionistischen Perspektive dagegen sind der Auffassung, dass die soziale Arbeit im Umfeld intervenieren muss, um Normsetzung und Definition des abweichenden Verhaltens zu beeinflussen. Bevor ich aber auf explizit auf Anomietheorie und labeling approach eingehe, müssen für ein besseres Verständnis im nächsten Kapitel noch einige Grundvoraussetzungen und Definitionen geklärt und erläutert werden.

2. Begriffsbestimmungen

Normen und Werte regeln das alltägliche Handeln der Individuen in einer Gesellschaft. Die Vermittlung und Anwendung bestimmter Normen bezieht sich zum einen auf die Verhaltensbewertung und zum anderen auf die Wertorientierung, da Normen an den Werten der jeweiligen Gesellschaft orientiert sind. Die Definition von Verhalten richtet sich an diesen bestimmten Normen. Normen sind aber nicht überall auf der Welt gleich definiert, sondern können in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Bedeutung und vor allem Geltung haben.

Um die Durchsetzung und Einhaltung von Normen zu gewährleisten, ist soziale Kontrolle als eine Art Kontrollmechanismus erforderlich. Soziale Kontrolle ist ein zentraler Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenhalts und dient unter anderem der sozialen Integration. Die soziale Kontrolle besteht aus Sanktionen, die sowohl negativ als auch positiv ausfallen können. Normkonformes Verhalten, dass heißt eine Anpassung an die gängigen Normen und Rollenerwartungen wird belohnt, von der Norm abweichendes Verhalten wird bestraft. Sanktionen besitzen darüber hinaus eine Präventivfunktion, da sie potentielle Abweichler abschrecken, den Wert der jeweiligen Norm herausstellen und somit zu einer größeren Normorientierung der Individuen führen. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang aber auch die Sanktionswahrscheinlichkeit an sich. Wie hoch wird von einem potentiellen Normübertreter die Wahrscheinlichkeit angesehen, für eine Übertretung wirklich bestraft zu werden? Diese subjektive Wahrscheinlichkeit kann Auswirkungen auf das Verhalten haben. Einen besonderen Stellenwert erhält in diesem Zusammenhang das Recht, denn es ist das Instrument der sozialen Kontrolle und Steuerung, das am stärksten formalisiert ist. Es ist festgehalten durch die Gesetzschreibung, wird durchgesetzt mithilfe eines eigenen Apparates (Polizei und Justiz als Exekutive) und verfügt über einschneidende Mittel zur Sanktionierung von Verhalten: Gefängnis und Freiheitsstrafe. Allerdings darf man abweichendes Verhalten nicht sofort mit illegalem Verhalten gleichsetzen, denn verschiedene Formen des abweichenden Verhaltens sind nicht (Alkoholismus) oder nicht mehr (Homosexualität) illegal.

Abweichendes Verhalten bzw. Devianz liegen also vor, wenn gegen die geltenden sozialen Normen einer Gesellschaft verstoßen wird und bei ihrer Entdeckung mit Maßnahmen zur Bestrafung oder Isolierung (Sanktionen) reagiert wird. Nach einer Definition von Lamnek liegt abweichendes Verhalten vor, „wenn sich aus dem Vergleich einer bestimmten Verhaltensweise mit einer korrespondierenden Verhaltensanforderung keine Übereinstimmung ergibt“ und für diese fehlende Übereinstimmung „eine Bereitschaft zu negativen Sanktionen besteht.“1. Abweichendes Verhalten muss beurteilt werden „aus dem Spannungsverhältnis zwischen der als legitim geltenden sozialen Ordnung einerseits und der Motivationsstruktur und dem tatsächlichen Handeln der sich abweichend verhaltenden Person andererseits (...)2.

[...]


1 Lamnek, Siegfried: Neue Theorien abweichenden Verhaltens. München 1996, S. 53

2 Hillmann, Karl-Heinz: Wörterbuch der Soziologie. Stuttgart 1994, S. 4


Kommentare

Bisher keine Kommentare

Kommentar hinzufügen
Ihr Kommentar wird redaktionell geprüft und dann freigeschaltet

Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:

Der Labeling Approach

Autor: Sarikaya Arzu
Soziologie - Methodologie und Methoden, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 8,99 EUR

Lebensweltorientierte Soziale Arbeit

Autoren: Svenja Plitt, Maike Brink
Sozialpädagogik / Sozialarbeit, 2003 Als PDF-Datei downloaden für 5,99 EUR

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/62648/anomietheorie-und-labeling-approach
please wait Bitte warten