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Die Medienberichterstattung über die Nürnberger Prozesse nach dem II. Weltkrieg in Deutschland

Autor: Gesa Brüchmann
Fach: Geschichte - Nachkriegszeit, Kalter Krieg

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Details

Veranstaltung: Deutschland zur Nachkriegszeit
Institution/Hochschule: Universität Hamburg (Institut für Geschichte)
Tags: Medienberichterstattung, Nürnberger, Prozesse, Weltkrieg, Deutschland, Nachkriegszeit
Kategorie: Habilitationsschrift
Jahr: 2002
Seiten: 16
Note: 1,9
Literaturverzeichnis: ~ 14  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 190 KB
Archivnummer: V62652
ISBN (E-Book): 978-3-638-55859-4

Textauszug (computergeneriert)

Die Medienberichterstattung über die Nürnberger
Prozesse nach dem II. Weltkrieg in Deutschland

von: Gesa Brüchmann

 


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

Der Weg nach Nürnberg
Der Nürnberger Kriegsverbrecherprozess
Bedingungen der journalistischen Berichterstattung
während der Prozesse
Presseberichterstattung über das Urteil des Internationalen
Militärtribunals im Vergleich
Die Welt vom 1. Oktober 1946
Die Zeit vom 3. Oktober 1946

III. Fazit

IV. Anlage

V. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Quellen
2. Literatur




 

I. Einleitung

In der vorliegenden Arbeit befasse ich mich mit der Medienberichterstattung über die Urteilsverkündung der Nürnberger Prozesse am 30. September und 1. Oktober 19461.

Zu diesem Zweck werde ich die Berichterstattung in der Tageszeitung Die Welt vom 1. Oktober 1946 und die in der Wochenzeitung Die Zeit vom 3. Oktober 1946 vergleichen. Ich habe mich aufgrund der unterschiedlichen politischen Orientierung für einen Vergleich dieser beiden Hamburger Medien entschieden. Die Welt wird verbunden mit einer rechtskonservativen Grundhaltung und präsentiert sich heute als „unabhängig von Parteien und Interessenverbänden, staatsloyal und reformoffen“2. Die Zeit hingegen steht für eine liberale und offene Weltanschauung und tritt nach eigenen Angaben für „freiheitliche, demokratische und soziale Prinzipien“3 ein. Natürlich muss im Verlauf dieser Arbeit untersucht werden, ob diese Unterschiede schon damals erkennbar waren. Eine Hilfestellung gibt dabei die Forschungsarbeit, die in Jürgen Wilkes Buch „Holocaust und NS-Prozesse“ beschrieben wird. In ihr wird die Darstellung des Holocaust anhand der Analyse verschiedener deutscher und auch israelischer Zeitungsberichte untersucht. Es gibt dort zwar keinen direkten Vergleich der Welt und der Zeit, es können zusätzlich aber allgemeinere Aussagen zur Presseberichterstattung gemacht werden, die Rückschlüsse zulassen.

Ich möchte in Bezug auf die Berichterstattung der Frage nachgehen, in welcher Art und Weise deutsche Zeitungen der Nachkriegszeit über die Bestrafung der Hauptkriegsverbrecher berichtet haben. Waren die Artikel sachlich und objektiv, oder lässt sich ihnen eine Voreingenommenheit gegenüber den Siegermächten entnehmen? Welchen Einfluss hatte die alliierte Zensur4 auf die Gestaltung der Berichte und wird daraus eine eventuelle Absicht erkennbar? Zu diesem Zweck werde ich im Hauptteil der Arbeit zuerst auf die Vorgeschichte der Nürnberger Prozesse eingehen, den Verlauf sowie die Absichten und Hintergründe erläutern und mich dann dem Vergleich der Artikel zuwenden.

Im Hinblick auf den Forschungsstand und Bibliographien5 zum Thema der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse lassen sich einige Feststellungen machen. Ich denke, dass Telford Taylors Buch „Die Nürnberger Prozesse“ zu den Standardwerken gehört, wenn es aufgrund seiner Analysen und Ausführlichkeit nicht sogar das bedeutsamste Buch ist. Daneben zählt meiner Meinung nach die 1984 in München erschienene 13-bändige Dokumentation „Der Nürnberg-Prozess“ zu den wichtigsten Quellen. Die 23-bändige Originalausgabe wurde 1947 vom Internationalen Militärgerichtshof herausgegeben6.

Ein Blick auf die verschiedenen Publikationen zeigt, dass es direkt nach der Beendigung sowie auch schon während des Prozesses viele Bücher zu diesem Thema gab. Dies lässt darauf schließen, dass das Thema „Kriegsverbrecherprozess“ eine hohe Aktualität besaß und von großem Interesse war. Der Nürnberger Prozess scheint als Exempel von großer internationalen Bedeutung gewesen zu sein.

Ein weiterer Höhepunkt von Publikationen war die Zeit um 1968 herum. Zum einen gab es in Deutschland verschiedene innenpolitische Krisen, - die Kritik vgl. Wilke, Jürgen u.a.: „Holocaust und NS-Prozesse. Die Presseberichterstattung in Israel und Deutschland zwischen Aneignung und Abwehr.“. Köln 1995, S. 30 am Verfassungssystem führte zu einer erneuten Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit7 - und zum anderen jährte sich 1971 der Nürnberger Prozess zum 25. Mal.

[...]


1 vgl. Taylor, Telford: „Die Nürnberger Prozesse. Hintergründe, Analysen und Erkenntnisse aus heutiger Sicht.“. München 1994, S. 660 ff.

2 vgl. Wilke, Jürgen u.a.: „Holocaust und NS-Prozesse. Die Presseberichterstattung in Israel und Deutschland zwischen Aneignung und Abwehr.“. Köln 1995, S. 46

3 Pressestelle des Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG, Hamburg 2002, S. 2

4 Anmerkung: Zur Zeit des Nürnberger Prozesses erschienen die Zeitungen in Deutschland unter alliierter Lizenz, woraus sich Formen der direkten alliierten Pressekotrolle ergaben.

5 z.B. Pollmann, Victoria: „NS-Justiz, Nürnberger Prozesse, NSG-Verfahren: Auswahl-Bibliographie.“. Frankfurt a.M. 2000

6 International Military Tribunal (Hrsg.): „Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof: Nürnberg, 14. November 1945 – 1. Oktober 1946.“. Amtlicher Text. Bd. 1-42. Nürnberg 1947-1949. Reprint: München 1984 und 1989

7 vgl. Conze, Werner: „Deutschland-PLOETZ. Deutsche Geschichte zum Nachschlagen.“. Freiburg/Würzburg 1991, S. 256 f.

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