Wandel und Kontinuität im Verhältnis von Familie und Beruf in Ost- und Westdeuts... close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Wandel und Kontinuität im Verhältnis von Familie und Beruf in Ost- und Westdeutschland

Autor: Gesa Brüchmann
Fach: Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter

Lesen Sie im E-Book



Details

Veranstaltung: „Wandel und Kontinuität im Verhältnis von Familie und Beruf in Ost- und Westdeutschland“
Institution/Hochschule: Universität Hamburg (Institut für Soziologie)
Tags: Wandel, Kontinuität, Verhältnis, Familie, Beruf, Ost-, Westdeutschland, Kontinuität, Verhältnis, Familie, Beruf, Ost-, Westdeutschland“
Kategorie: Essay
Jahr: 2001
Seiten: 10
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 14  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 118 KB
Archivnummer: V62654
ISBN (E-Book): 978-3-638-55861-7

Textauszug (computergeneriert)

Universität Hamburg
Proseminar: „Wandel und Kontinuität im Verhältnis
von Familie und Beruf in Ost- und Westdeutschland“

Wandel und Kontinuität im Verhältnis von
Familie und Beruf in Ost- und Westdeutschland

von: Gesa Brüchmann

 


 

Der Text von Birgit Geissler und Mechtild Oechsle beschäftigt sich dem Titel nach mit den Lebenslaufentwürfen junger Frauen in der heutigen Gesellschaft und den damit verbundenen Chancen und Problemen. Die Autorinnen haben den Text in verschiedene Abschnitte unterteilt. Im ersten Teil geht es um die biographische Selbststeuerung und die halbierte Moderne, im zweiten um die Modernisierung des Frauenlebens sowie die rechtliche Gleichheit und die materielle Unabhängigkeit. In den folgenden Abschnitten werden zuerst das Gleichheitspostulat und die doppelte Lebensführung und danach die Lebensplanung als Konstruktion neuer Relationen zwischen Erwerbsarbeit und Familie diskutiert. Daran schließt sich der letzte und ausführlichste Abschnitt an, der ein Entwurf verschiedener Typen der Lebensplanung ist, gefolgt vom letzten Teil, der sich kurz mit der Lebensplanung als Ressource befasst. Ich möchte in diesem Essay der Frage nachgehen, ob und unter welchen Bedingungen Familie bzw. Kinder und Beruf für Frauen in der heutigen Gesellschaft realisierbar sind und welche Vereinbarkeitsproblematik damit einhergeht. Darüber hinaus möchte ich untersuchen, welche Typen der Lebensplanung in Bezug auf diese Frage vorteilhaft sind. Der erste Teil des vorliegenden Textes ist eine Einführung in die sogenannte „biographische Selbststeuerung“. Die Autorinnen berichten hier von der Möglichkeit der Planung des menschlichen Lebens. Das Leben eines Individuums sollte von diesem als Projekt angesehen werden, mit dem in der heutigen Zeit sowohl vielfältige Möglichkeiten in Bezug auf Bildung und Beruf als auch „Risiken der Diskontinuität“ verbunden sind, die es zu beherrschen gilt. Mit dieser Antizipation ist die Eigeninitiative des Individuums verbunden, das heißt die Auseinandersetzung mit den normativen und institutionellen Institutionen und Vorgaben, die der Lebensplanung bestimmte Grenzen setzen. Das planende Verhalten wird in diesem Zusammenhang vor allem auf Männer bezogen, da sie voll in den Arbeitsmarkt integriert sind. Bei diesen geschlechtsspezifischen Lebenslaufmodellen wird der Frau keine selbständige Planung zugeschrieben. Frauen waren früher eher beschränkt auf Ehe und Familie und in Bezug auf die soziale (Ab-) Sicherung und den Lebensunterhalt auf den Mann angewiesen. Ihnen wurde in der Erwerbsarbeit kein Platz eingeräumt und darüber hinaus würden nur „widrige Umstände“ die Frauen zur Erwerbsarbeit, das heißt zu abweichenden Verhalten, zwingen. Es ist offensichtlich, dass eine solch klare Verteilung der Rollen und damit eine geschlechtsspezifische Lebenslaufplanung und Biographie von Männern und Frauen heute nicht mehr aktuell ist sondern dass sich in dieser Beziehung ein Wandel sowie eine Modernisierung vollzogen haben.

Im zweiten Abschnitt stellen Geissler/Oechsle die These auf, dass „die traditionelle Lebensführung und der auf die Ehe bezogene weibliche Normal-Lebenslauf keine Geltung mehr haben und sie keine das Handeln anleitende Sinnstrukturen herstellen können“. Genau wie die Autorinnen bin ich der Meinung, dass es für junge Frauen in unserer Gesellschaft heue keine einheitlichen und allgemeinen biographischen Leitlinien mehr gibt. Frauen verbinden damit auf der einen Seite einen Sicherheitsverlust und fühlen sich zudem oft von ihren Pflichten und der geforderten Eigeninitiative überfordert. In dem Text wird die Aussage einer Industriekauffrau wiedergegeben, die treffenderweise sagt: „ Jetzt muss man ja überall funktionieren.“ So wie sie haben meinem Wissen nach viele Frauen Befürchtungen, den doppelten Anforderungen nicht zu genügen. Sie müssen im Beruf „ihren Mann stehen“ und dürfen gleichzeitig ihre Weiblichkeit nicht verlieren. Es gibt aber auch Frauen, dem Text nach ist dies die Mehrheit, die ihre „neue Freiheit“ in Bezug auf die Wahl einer angemessenen Lebensführung genießen und die die vergrößerten Handlungsspielräume und Wahlmöglichkeiten als Chance und Herausforderung sehen. Nach der Schulzeit stehen für die Frau nicht mehr Ehe und Familiengründung auf der Tagesordnung, sondern es gibt viele verschiedene Entwicklungs- und Entscheidungsmöglichkeiten, die zur personalen und sozialen Verselbständigung und zu einer autonomen Lebensführung genutzt werden können. Diese neue Selbständigkeit setzt aber auch eine zeitliche Verschiebung der Geburt eine Kindes voraus, da ein Kind auch heute noch die Möglichkeiten der Frau zum Teil stark einschränkt und somit einer unabhängigen Selbständigkeit entgegenwirkt.

[...]

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/62654/