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Autor: Dipl.-Soz.Päd. Mario Kilian Diederichs
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Details
Institution/Hochschule: Fachhochschule Düsseldorf
Tags: Suchtprävention, Kindern, Jugendlichen, Drogenarbeit, Praxisfeld, Sozialpädagogik
Jahr: 2006
Seiten: 26
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 9 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 212 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-55903-4
ISBN (Buch): 978-3-638-67770-7
Zusammenfassung / Abstract
Die Motivation für dieses Thema läßt sich an zwei Hintergründen erklären. Einerseits ist es natürlich die berufliche Qualifikation, die ich anstrebe. Ich möchte mein Fachwissen aus dem Studium der Sozialpädagogik um den Aspekt der Suchtprävention erweitern und ich gehe davon aus, dass mir dies über die Recherchen in der mir vorliegenden Literatur gelingen wird. Andererseits gibt es ein großes privates Interesse an dem Thema. Da ich vor gut drei Jahren eine Patenschaft übernehmen durfte, interessieren mich neben vielen anderen Formen der Absicherung und des Schutzes jenes Kindes auch die Möglichkeiten der in Zukunft hier wohl angebrachten Suchtprävention. Daher verwundert es sicher nicht, dass mein Fokus auf der Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen liegt. Ich werde zu Beginn einen historischen Abriss aufzeigen, bevor ich über die Erklärung von Begriffen und den Merkmalen aus struktureller Sicht, zur Verdeutlichung der von mir gesetzten Zielgruppen komme. Danach widme ich mich den Konzepten sowie den strategischen Herangehensweisen und den Arbeitsfeldern, abschließend werde ich die Probleme und die Aufgaben der Zukunft in der Suchtprävention behandeln.
Textauszug (computergeneriert)
Suchtprävention, insbesondere auch bei Kindern und Jugendlichen
von: Mario Kilian Diederichs
Wintersemester 2005/06
Inhalt
Einleitung 3
1. Die Geschichte der Suchtprävention in Deutschland 4
2. Begrifflichkeiten 8
3. Konzepte & Vorgehensweisen 11
3.1. Prävention 11
3.2. Weitere Konzepte 13
4. Zielgruppen 15
4.1. Multiplikatoren 15
4.2. Kinder & Jugendliche 16
4.3. Mädchen & Jungen 17
5. Arbeitsfelder 19
6. Zukunft & Probleme 22
Schlusskommentar 23
Literatur 25
Prospekte 26
Einleitung
Die Motivation für dieses Thema läßt sich an zwei Hintergründen erklären. Einerseits ist es natürlich die berufliche Qualifikation, die ich anstrebe. Ich möchte mein Fachwissen aus dem Studium der Sozialpädagogik um den Aspekt der Suchtprävention erweitern und ich gehe davon aus, dass mir dies über die Recherchen in der mir vorliegenden Literatur gelingen wird. Andererseits gibt es ein großes privates Interesse an dem Thema. Da ich vor gut drei Jahren eine Patenschaft übernehmen durfte, interessieren mich neben vielen anderen Formen der Absicherung und des Schutzes jenes Kindes auch die Möglichkeiten der in Zukunft hier wohl angebrachten Suchtprävention. Daher verwundert es sicher nicht, dass mein Fokus auf der Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen liegt.
Ich werde zu Beginn einen historischen Abriss aufzeigen, bevor ich über die Erklärung von Begriffen und den Merkmalen aus struktureller Sicht, zur Verdeutlichung der von mir gesetzten Zielgruppen komme. Danach widme ich mich den Konzepten sowie den strategischen Herangehensweisen und den Arbeitsfeldern, abschließend werde ich die Probleme und die Aufgaben der Zukunft in der Suchtprävention behandeln.
1. Die Geschichte der Suchtprävention in Deutschland
Mit der flächendeckenderen Streuung der – aus Sicht von spätestens 1971 – illegalen Drogen ging auch die „neuere Drogen- und Suchtdiskussion...“1 hierzulande seit dem Ende der 60er Jahre einher. Die Anstöße waren hier durch eine „... Dramatisierung des Gebrauchs illegaler Drogen...“2 geprägt. Jene beinhaltete mehr die „...besonderen Entwicklungsbedingungen und symbolischen Implikationen des so genannten ‚Drogenproblems’...“3 als die tatsächlich existenten Gefahren. 1971 wurde als eine Maßnahme das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) und als zweite eine Drogenprävention eingeführt. Dies diente dem Kampf gegen die sog. Drogenwelle, die zusammen mit der damaligen Hippiebewegung als Zeichen des Protests gegen gesellschaftliche Konventionen sowie Autoritäten verstanden wurden. Im selben Jahr wurden Drogenlehrprogramme an Schulen und vier Jahre zuvor die Gründung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu den historischen Zeichen des Anfangs der aktuelleren Suchtprävention.4 Etwa siebzig Jahre zuvor gab es aber schon „Mäßigkeits- und Abstinenzbewegungen“5 gegen die „... bis heute unangefochtene Hauptdroge in unserer Gesellschaft“6 – den Alkohol. Im Dritten Reich wurden Präventionsprogramme mit repressiven Zwangsmitteln verbunden. „... Entmündigung und Zwangseinweisung [...] und mit rassenhygienisch motivierten Ausmerzbestrebungen und Zwangssterilisationen... (Spode 1998, 109f)“7 von Alkoholikern waren die Folge einer zwiespältigen Politik. Der Alkoholismus wurde in der BRD erst 1968 als Krankheit begriffen, bei der WHO schon in den 50ern. Die Suchtprävention konzentrierte sich damals überwiegend auf die faktische und eingebildete Gefährlichkeit der Drogen.8
Das Inkrafttreten des BtMG brachte schnell die Begleiterscheinung der Kriminalisierung des Drogenkonsums mit sich. Das wurde noch durch die damals vorherrschenden Strategien zur Prävention gedeckt, die sich einer Dämonisierung und Mythisierung der illegalen Drogen sowie ihrer Konsumenten zur Abschreckung bediente. Dadurch steht die Suchprävention wiederum noch heute unter dem Misstrauen, dass sie eine „... Kontroll- und Defizitlogik, die das Verhalten ihrer Zielgruppen verändernd beeinflussen will, und dabei die illusionäre Norm des rationalen, allseits nüchternen und drogenfreien Menschen auszeichnet (Schneider 2002; Lindner/Freund 2001)“9, verbreitet.
Dieser eingeschlagene Weg hatte ambivalente Konsequenzen. Die Nichtkonsumenten wurden in ihrer Anti-Drogen-Einstellung bestärkt. Das Lager der Konsumenten splittete sich in zwei Lager auf. Die Cannabiskonsumenten, die mittlerweile über die Hälfte aller Rauschgiftdelikte ausmachen, und die Heroinkonsumenten. Letztere fand man in der sog. „’harten’ Drogenszene“10. Die Kriminalisierung nährte nur die Beschaffungskriminalität im Bereich der illegalen Drogen und das Mittel der Abschreckung in der Drogenprävention schlug fehl. Der Anstieg des Konsums ließ sich damit nicht verhindern.
Zwischen 1980 und 1985 führte dies zu einer Umorientierung in der Vorgehensweise. Die Drogenprävention verstand sich von nun an endgültig als Suchtprävention und klammerte den strafrechtlichen Aspekt aus ihrer Arbeit aus. Dafür konzentrierte sie sich umso mehr auf die Ursachen einer Sucht. Die Suchtkranken wurden jetzt in den vielschichtigen Verlauf ihrer Krankheit rege miteinbezogen und die Unterscheidung zwischen illegalen sowie legalen Drogen stand in der Präventionsarbeit nicht mehr zur Debatte. „Sucht wurde als multifaktorielles Geschehen, das über die Droge hinaus auch durch Persönlichkeitsmerkmale und soziale Faktoren bedingt war, betrachtet.“11 Der bloße Konsum von Drogen wurde nun von der Sucht oder Abhängigkeit hingegen stark abgetrennt.
[...]
1 STING, Stephan; BLUM, Cornelia: Soziale Arbeit in der Suchtprävention. München: Ernst Reinhardt Verlag 2003, S. 13.
2 A.a.O., S. 13.
3 A.a.O., S. 13.
4 Vgl. a.a.O., S. 13.
5 A.a.O., S. 14.
6 A.a.O., S. 14.
7 A.a.O., S. 14.
8 Vgl. a.a.O., S. 14.
9 STING; BLUM: Soziale Arbeit in der Suchtprävention., a.a.O., S. 14.
10 A.a.O., S. 15.
11 A.a.O., S. 16.
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