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Autor: Eduard Luft
Fach: Medien / Kommunikation - Printmedien, Presse
Details
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Institut für Allgemeine Journalistik)
Tags: Gestaltung, Standards, Kurzstoffe, Beispielen, Eine, Analyse, Hauptseminar, Modernes, Zeitschriftendesign
Jahr: 2006
Seiten: 26
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 9 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 5661 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-55936-2
Entwicklung der ehemals vernachlässigten und heute zu zentralen Heft-Bausteinen avancierten Kurzstoffe oder Standards am Beispiel des "Stern". Es werden Stichproben aus den letzten 30 Jahren Designgeschichte der Illustrierten herangezogen, die im Anhang als Scans einsehbar und somit mit den Erläuterungen abgleichbar sind. 20 Seiten, rel. kleine Schrift.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Leipzig
INSTITUT FÜR KOMMUNIKATIONS- UND MEDIENWISSENSCHAFT
ALLGEMEINE UND SPEZIELLE JOURNALISTIK
Sommersemester 2006
Hauptseminar »Modernes Zeitschriftendesign«
Die Gestaltung der Standards und Kurzstoffe im »Stern«
an ausgewählten Beispielen
Eine historisch-vergleichende Analyse
von
Eduard Luft
Index 2
1. Gegenstand, Konzeption und Vorgehensweise 3
2. Analytischer Teil 6
2.1 Das Inhaltsverzeichnis: Vom nüchternen Register zum aufwendigen Informationsportal 6
2.2 Die Personalien: Vom Stiefkind zum Herzstück 11
2.3 Das Impressum: Von der Pflicht zur Kür
3. Fazit und abschließende Überlegungen 17
Literatur 19
Anhang 20
1. Gegenstand, Konzeption und Vorgehensweise
Die vorliegende Arbeit wendet sich einem Thema zu, dessen Bedeutung für das moderne Zeitschriftendesign heute unumstritten ist, was allerdings vor dem Hintergrund, dass es über Jahre hinweg eher vernachlässigt wurde, nicht selbstverständlich erscheint. Die Rede ist von jenen Heft-Bausteinen, die man entweder unter den Begriff der Standards oder den der Kurzstoffe fassen kann und die heute in einem nicht unwesentlichen Maße das Erscheinungsbild und Selbstverständnis eines jeden Magazins bestimmen. Zu den festen Bestandteilen gehörten sie genau genommen schon immer, nur wurden sie weitgehend unreflektiert, das heißt unbeständig und profillos in Form und Inhalt, umgesetzt. Sie waren manchmal obligatorische Formalia, bei denen das Design keine große Rolle spielte, dann wieder Füll- oder auch schlicht Verlegenheitsstoffe, die in vielen Fällen genauso schnell auftauchten wie sie verschwanden. Die erste Aufgabe der folgenden Darstellung wird deshalb darin bestehen, den Weg nachzuzeichnen, der letztendlich zu einem modernen Verständnis dieser Elemente geführt hat. Worin dieses besteht soll dabei genauso geklärt werden wie die Motive, die der darzustellenden Entwicklung im Einzelnen zugrunde lagen.
»Im Einzelnen« heißt es an dieser Stelle deshalb, weil die Untersuchung an konkreten Beispielen vollzogen werden soll, die sämtlich dem »Stern«-Magazin entnommen wurden. Während die Wahl dieses Titels im Grunde lediglich durch die Verfügbarkeit des historischen Vergleichsmaterials motiviert ist, ist es die Wahl der Untersuchungsobjekte in mehrfacher Hinsicht: Es handelt sich um zwei Standards (Inhaltsverzeichnis und Impressum) und einen Kurzstoff (Personalien), die zunächst einmal als typische Vertreter ihrer Gruppe gelten können und insofern verallgemeinerbare Aussagen zulassen. Zweitens sind es wohl diese Beispiele, deren Aufmachung und Profil sich am sichtbarsten gewandelt haben. Drittens schließlich bieten sie sich auch deswegen an, weil sie am ehesten zulassen, ihre formal-gestalterischen Entwicklungsstufen zu den sie bedingenden Rahmensetzungen auf Redaktions- und Verlagsebene in Beziehung zu setzen.
Und da diese Arbeit davon ausgeht, dass formalen Veränderungen in den meisten Fällen inhaltliche Überlegungen vorausgehen, also gewissermaßen eine Designphilosophie, ist es ihr Anliegen, diesen Zusammenhang auch transparent zu machen.
Der zeitliche Vergleichsrahmen erstreckt sich über die letzten 30 Jahre »Stern«-Historie, wobei die Untersuchung aus einleuchtenden Gründen auf Stichproben beschränkt werden musste. Diese setzen 1976 ein und werden dann bis 2006 für jedes Untersuchungsobjekt in Abständen von fünf Jahren erhoben. Weil es für wichtig erachtet wurde, alle runden Jahreszahlen zu berücksichtigen, gibt es zwei Ausnahmen von dieser Regel (1976-1980 und 2000-2006). Hinter diesem Anspruch steht die durch die Stichproben gestützte Erfahrung, dass entscheidende Neuerungen in der Magazinstruktur, layouttechnische Relaunches etc. vor allem zu solch runden Daten vorgenommen werden, wohl um die jeweiligen Einschnitte mit einem – wie auch immer gearteten – neuen Zeitgeist in Verbindung zu bringen und die eigene Dynamik und Anpassungsfähigkeit zu demonstrieren. Da solche Modifikationen im Design unmittelbar nach ihrer Einführung häufig noch experimentellen Charakter tragen, lassen sich die ursprünglich dahinter stehenden Motive, die im Zuge weiterer Anpassungen durchaus verwischen können, am besten an den ersten Ausgaben eines Jahrgangs aufzeigen. Aus diesem Grund wurden für jede Stichprobe jeweils die ersten fünf Hefte eines Erscheinungsjahres ausgewertet.
Sicherlich ist die Frage berechtigt, inwiefern auf Basis der quantitativen Vorzeichen dieser Untersuchung überhaupt ein zutreffendes Bild entstehen kann. So etwa wird sich anhand der relativ weit auseinander liegenden Stichproben kaum genau feststellen lassen, wann genau eine bestimmte formale Neuerung eingeführt wurde, ganz zu schweigen von kurzlebigen Designexperimenten. Andererseits besteht der Anspruch der vorliegenden Untersuchung auch gar nicht darin, eine erschöpfende Design-Chronologie des »Stern« zu liefern, die sicherlich bei weitem nicht so zielgerichtet und konsequent verlaufen ist, wie hier manchmal der Eindruck entstehen muss. Vielmehr geht es darum, anhand konkreter Beispiele die grobe Tendenz aufzuzeigen beziehungsweise die Haupt- Entwicklungslinien nachzuzeichnen, welche im Verlauf der letzten 30 Jahre für die Designphilosophie des Blattes konstitutiv gewesen sind. Dieses ist im Rahmen der umrissenen Methodik durchaus zu leisten.
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