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Autor: Philipp Vetter
Fach: Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
Details
Tags: Entwicklung, Marktstruktur, Rahmens, Rundfunksystem
Jahr: 2005
Seiten: 24
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 18 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 171 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-55979-9
Arbeit über die Grundlagen und Rahmenbedingungen für eine mögliche Konvergenz im dualen Rundfunksystem
Textauszug (computergeneriert)
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung
Hauptseminar „Konvergenz im dualen Rundfunksystem?“
Wintersemester 2004/2005, 5. Fachsemester
Die Entwicklung der Marktstruktur und des
rechtlichen Rahmens im dualen Rundfunksystem
von: Philipp Vetter
Inhaltsverzeichnis
1. Entwicklung der Marktstruktur und des rechtlichen Rahmens - Vorraussetzung für Konvergenz? 3
2. Technische Entwicklungen zur Übertragung von Rundfunkprogrammen 6
2.1 Analoge und digitale terrestrische Verbreitung 6
2.2 Kabel 8
2.3 Satellit 9
2.4 Entwicklungen in der Nutzung der Übertragungswege und deren Wirkungen 10
3. Marktstruktur und Konzentrationsprozess 12
3.1 Senderlandschaft in Deutschland 12
3.2 Konzentrationsprozess 13
4. Rechtliche Rahmenbedingungen 16
5 Fazit 20
Literaturverzeichnis 22
1. Entwicklung der Marktstruktur und des rechtlichen Rahmens - Vorraussetzung für Konvergenz?
Auf den ersten Blick scheint der Zusammenhang zwischen dem Seminarthema „Konvergenz im dualen Rundfunksystem?“ und der Entwicklung der Marktstrukturen und des rechtlichen Rahmens nicht auf der Hand zu liegen. Sieht man genauer hin, leuchtet jedoch ein, dass Entwicklungen im dualen Rundfunksystem, unabhängig ob sie konvergent sind oder in eine vollkommen andere Richtung verlaufen, von Technik, Marktstrukturen, rechtlichen Grundlagen und nicht zuletzt der Politik beeinflusst werden. Diese Arbeit soll sich deshalb gewissermaßen mit den Grundlagen, die Konvergenz erst ermöglichen könnten, beschäftigen.1
Insbesondere die Entwicklung der technischen Übertragungsmöglichkeiten hat zunächst dazu geführt, dass ein duales Rundfunksystem überhaupt entstehen konnte. Erst durch die neuen Übertragungstechniken Kabel, Satellit und zuletzt digitaler terrestrischer Verbreitung konnte eine größere, inzwischen fast unbegrenzte Anzahl Rundfunkprogramme ausgestrahlt werden. Ein wichtiges Datum ist in diesem Zusammenhang das Jahr 1984, in dem das erste Kabelpilotprojekt in Ludwigshafen verwirklicht wurde und damit auch die ersten privatwirtschaftlichen Fernsehprogramme an den Start gingen.2 Aus diesem Grund wird sich diese Seminararbeit nur mit den Entwicklungen nach 1984 beschäftigen. Ferner werde ich mich in dieser Arbeit auf die Entwicklungen des Fernsehens beschränken, da sich der größte Teil der Konvergenz-Forschung in diesem Bereich konzentriert.
Erläutert werden muss zur Einführung auch der Begriff der „Konvergenz“ und wie er in dieser Arbeit verwandt werden soll. Im Fremdwörterbuch des Duden findet sich unter ‚konvergieren’ die Erklärung „a) sich nähern, einander näher kommen, zusammenlaufen; b) demselben Ziel zustreben; übereinstimmen;“3. In der Kommunikationswissenschaft wird der Begriff für zwei sehr unterschiedliche Phänomene verwendet: Während Verfasser von kommunikationswissenschaftlichen Standardwerken, wie zum Beispiel Heinz Pürer und Roland Burkart, den Begriff vorwiegend für die Beschreibung der „Verschmelzung (Konvergenz) von Telekommunikation, Computer, Unterhaltungselektronik und Rundfunk (i.S. von Hörfunk und Fernsehen)“4 verwenden, also von einer technischen Annäherung sprechen, ist in dieser Arbeit inhaltliche Konvergenz gemeint.5
Inhaltliche Konvergenz meint, dass öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender danach streben erfolgreiche Programme der jeweiligen Konkurrenz zu imitieren. Dies kann im Extremfall „zu einer völligen Angleichung der Programmangebote und zu einer Nivellierung der medienpolitisch relevanten Unterschiede zwischen den öffentlich-rechtlichen und den privaten Veranstaltertypen führen.“6
Damit ist auch schon die Bedeutung inhaltlicher Konvergenz beschrieben: Sollte es zu diesem Extremfall kommen, so dass sich das Programm der öffentlich-rechtlichen und der kommerziellen Fernsehprogramme nicht mehr unterscheiden lässt, würden die öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme möglicherweise ihrem Auftrag, der Grundversorgung der Bevölkerung mit Rundfunk; nicht mehr nachkommen. Die Erfüllung dieser Aufgabe ist jedoch Bedingung für die vom Bundesverfassungsgericht mehrfach ausgesprochene Bestandsgarantie für die öffentlichrechtlichen Anstalten und ihre Gebührenfinanzierung.7
Der Frage, inwieweit es zur inhaltlicher Konvergenz kommt und in welcher Richtung diese abläuft, ob sich also die öffentlich-rechtlichen Programme den Privaten anpassen oder umgekehrt, kann und soll diese Arbeit jedoch nicht weiter nachgehen. Wie bereits erwähnt sollen lediglich die Entwicklungen, die eine solche Konvergenz theoretisch ermöglichen würden, aufgezeigt werden. Zwischen den einzelnen Grundlagen Recht, Technik und Marktstruktur gibt es zahlreiche Wechselwirkungen, die ebenfalls aufgezeigt werden sollen. So wird die heutige Marktstruktur mit ihren zahlreichen unterschiedlichen Spartensendern zumindest teilweise erst durch technische Entwicklungen möglich. Aber auch die neuen Techniken allein hätten nicht zur Einführung des dualen Rundfunks ausgereicht. Es musste notwendigerweise auch ein Umdenken in der Medienpolitik und damit die Schaffung neuer rechtlicher Rahmenbedingungen stattfinden. Die Umorientierung fand erst mit dem bundespolitischen Regierungswechsel 1982 statt.8 Auf diese Wechselwirkungen werde ich im Verlauf der folgenden Kapitel immer wieder näher eingehen.
2. Technische Entwicklungen zur Übertragung von Rundfunkprogrammen
[...]
1 vgl. Burk, Verena: Sport im Fernsehen. Öffentlich-rechtliche und private Programme im Vergleich. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft. 2003. Seite 7.
2 vgl. Burk: Sport im Fernsehen. Seite 7 und 60.
3 Dudenredaktion (Hrg.): Duden Band 5. Das Fremdwörterbuch. 7., neu bearbeite und erweiterte Auflage. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag. 2001. Seite 542.
4 Pürer, Heinz: Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Ein Handbuch. Konstanz: UVK. 2003. Seite 266.
5 vgl. Pürer: Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Seite 266f. vgl. Burkart, Roland: Kommunikationswissenschaften. Grundlagen und Problemfelder. 4. Auflage. Köln, Weimar, Wien: Böhlau UTB. 2002. Seite 371.
6 Maier, Michaela.: Zur Konvergenz des Fernsehens in Deutschland. Ergebnisse qualitativer und repräsentativer Zuschauerbefragung. Konstanz: UVK. 2002. Seite 47.
7 vgl. Burk: Sport im Fernsehen. Seite 18.
8 vgl. Doh, Michael: 10 Jahre Privatfernsehen. Gesellschaft, Fernsehlandschaft und Medienpädagogik im Wandel. München: KoPäd. 1994. Seite 31.
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