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Öko-Audit: Begriff, Rechtsgrundlage und der ökonomische Nutzen für die Unternehmen

Hausarbeit, 2000, 29 Seiten
Autoren: Jan Christof Scheffold, Niels Gliwitzky
Fach: Wirtschaftsingenieurwesen

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2000
Seiten: 29
Note: 2,3
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V6285
ISBN (E-Book): 978-3-638-13890-1
ISBN (Buch): 978-3-638-63932-3
Dateigröße: 262 KB
Anmerkungen :
Die Arbeit gibt einen umfassenden Überblick über das Öko-Audit. Insbesondere wird der Dienstleistungssektor (Banken)betrachtet. Anhand mehrerer Fallbeispiele wird der Nutzen des Öko-Audits transparent gemacht.


Zusammenfassung / Abstract

Das Öko-Audit ist eine Verordnung der EG zur kontinuierlichen Verbesserung des Umweltschutzes. Es stellt lediglich eine Richtlinie dar, durch welche die gewerbliche Wirtschaft freiwillig ein Konzept zur Bewältigung der Umweltfolgen entwickeln und ein effektives Umweltmanagementsystem aufbauen soll. Die Umsetzung des Öko-Audits bedeutet das implementieren eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses welcher sowohl ökologische, als auch ökonomische Auswirkungen nach sich zieht. Bei betriebswirtschaftlicher Betrachtung stellte es sich laut Hartmut Fischer (Umwelt-kostenmanagement, 1997) heraus, daß Werte im Umfang von 5 bis 15% der Gesamt-kosten eines produzierenden Unternehmens nicht der Wertschöpfung dienen sondern als Reststoffe den Unternehmensertrag schmälern. In die Produktion und Entsorgung von Reststoffen wurden 100 – 300 Mrd. DM investiert (Statistisches Bundesamt, 1995, Seite 209). Die Endlichkeit der Ressourcen wird in der Öffentlichkeit zunehmend diskutiert. Motiviert durch das Doppelstudium, welches neben den betriebswirtschaftlichen auch die produktionstechnischen Schwierigkeiten der Umsetzung einer ökologisch orientierten Fertigung aufzeigt, soll das Thema Öko-Audit im Folgenden dargestellt werden. Hierbei wird eine Begriffserklärung des Öko-Audits, mitsamt den Erwartungen die ein Unternehmen an dieses richten kann, erfolgen. Des weiteren werden die Rechts-grundlagen kurz dargestellt, und eine grobe Anleitung zur Durchführung eines Öko-Audits gegeben. Das Ökonomische Nutzenkalkül wird unter Zuhilfenahme von Beispielen erklärt, welche die Umsetzbarkeit, auch in Handels- und Dienstleistungs-unternehmen nachweisen.


Textauszug (computergeneriert)

Öko-Audit Begriff, Rechtsgrundlage,
ökonomisches Nutzenkalkül für die Unternehmen,
praktische Erfahrungen

Hochschule Bremen
Fachbereich 6, Int. Wirtschaft
Internationales Finanzmanagement
Abgabetermin: 26.06.2000

Bearbeitet von:
Niels Gliwitzky Jan Scheffold

Inhaltsverzeichnis

Darstellungsverzeichnis 3
Vorwort 4
Begriffserläuterungen 5


EMAS 5
DIN EN ISO 14001 5
Ziele des Öko-Audit 6

Unternehmenserwartungen 6


Teilnahmemotive 7

Rechtsgrundlagen 9


Verordnung (EWG) Nr. 1863/93 9
Ablauf der Zertifizierung nach der Verordnung Nr. 1836/93 10
Umweltauditgesetz 12

Ökonomisches Nutzenkalkül 12


Was sind Umweltkosten 12
Abgrenzung verschiedener Umweltkostenbegriffe 13

Kosten des nachsorgenden Umweltschutzes 14
Kosten des integrierten Umweltschutzes 15
Umweltschutzkosten 15
Reststoffentstehungskosten 15
Reststoffkosten 16
Betriebliche Umweltkosten 17

Erfassung von Umweltkosten 17

Top-Down-Ansatz 18
Bottom-Up-Ansatz 18

Umweltkostenrechnung 19
Schwerpunkte der Kosteneinsparungen 21

Beispiele 23

Resumé 27
Literaturverzeichnis 29

 

Darstellungsverzeichnis

Darst. 1: Motive zur Teilnahme am Umweltmanagementsystem ... 8
Darst. 2: Schematische Darstellung des Ablaufes der Zertifizierung nach der Verordnung  ... 11
Darst. 3: Stoff- und Energieströme  ... 13
Darst. 4: Abgrenzung und Zusammenhang verschiedener Umweltkostenbegriffe  ... 14
Darst. 5: Erfassung von Reststoffkosten ... 16
Darst. 6: Arten der Umweltkostenerfassung ... 18
Darst. 7: Kostensenkung der Mitsubishi Semiconductor Europe GmbH  ... 24
Darst. 8: Kostensenkung der Bayrischen Vereinsbank AG ... 26

 

Vorwort

Das Öko-Audit ist eine Verordnung der EG zur kontinuierlichen Verbesserung des Umweltschutzes. Es stellt lediglich eine Richtlinie dar, durch welche die gewerbliche Wirtschaft freiwillig ein Konzept zur Bewältigung der Umweltfolgen entwickeln und ein effektives Umweltmanagementsystem aufbauen soll. Die Umsetzung des Öko-Audits bedeutet das implementieren eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses welcher sowohl ökologische, als auch ökonomische Auswirkungen nach sich zieht. Bei betriebswirtschaftlicher Betrachtung stellte es sich laut Hartmut Fischer (Umweltkostenmanagement, 1997) heraus, daß Werte im Umfang von 5 bis 15% der Gesamtkosten eines produzierenden Unternehmens nicht der Wertschöpfung dienen sondern als Reststoffe den Unternehmensertrag schmälern. In die Produktion und Entsorgung von Reststoffen wurden 100 – 300 Mrd. DM investiert (Statistisches Bundesamt, 1995, Seite 209).

Die Endlichkeit der Ressourcen wird in der Öffentlichkeit zunehmend diskutiert. Motiviert durch das Doppelstudium, welches neben den betriebswirtschaftlichen auch die produktionstechnischen Schwierigkeiten der Umsetzung einer ökologisch orientierten Fertigung aufzeigt, soll das Thema Öko-Audit im Folgenden dargestellt werden.
Hierbei wird eine Begriffserklärung des Öko-Audits, mitsamt den Erwartungen die ein Unternehmen an dieses richten kann, erfolgen. Des weiteren werden die Rechtsgrundlagen kurz dargestellt, und eine grobe Anleitung zur Durchführung eines Öko-Audits gegeben. Das Ökonomische Nutzenkalkül wird unter Zuhilfenahme von Beispielen erklärt, welche die Umsetzbarkeit, auch in Handels- und Dienstleistungsunternehmen nachweisen.

Begriffserläuterungen

EMAS

Das Öko-Audit leitet sich aus der EMAS (Eco Management Audit Scheme) Verordnung (EWG) Nr. 1836/93 des Rates der Europäischen Gemeinschaft vom 29. Juni 1993 (EG-Öko-Audit-Verordnung) ab. Die Verordnung stellt Rahmenbedingungen „über die freiwillige Beteiligung gewerblicher Unternehmen an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung [...]. Als Prüfinstrument wird das Öko-Audit eingesetzt, daß in der offiziellen Übersetzung Umweltbetriebsprüfung (environmental audit) heißt.“1

DIN EN ISO 14001

Parallel zur Entwicklung der EMAS-Verordnung hat die International Organization for Standardization (ISO, Genf) ein internationales Pendant zum europäischen Regelwerk erarbeitet.2 Diese internationale Norm unterscheidet sich von der EMAS-Verordnung hauptsächlich dadurch, daß die Norm ein von privaten Institutionen festgeschriebener Wirtschaftsstandart ist. Daraus resultiert eine wesentlich größere Unverbindlichkeit, einhergehend mit einer geringeren Kontrollmöglichkeit durch öffentliche Instanzen.3

Ziele des Öko-Audit

Ziel der EMAS-Verordnung ist es, dem Management ein Instrument an die Hand zu geben, um die betriebliche Organisationsstruktur in Bezug auf die Umweltauswirkungen auszurichten. Durch die Verordnung soll eine kontinuierliche Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes im Rahmen der gewerblichen Tätigkeit erreicht werden.4 Dies geschieht vornehmlich durch:

  • „Festlegung und Umsetzung standortbezogener Umweltpolitik, -programme und -managementsysteme durch die Unternehmen;
  • Systematische, objektive und regelmäßige Bewertung der Leistung dieser Instrumente;
  • Bereitstellung von Informationen über den betrieblichen Umweltschutz für die Öffentlichkeit.“5

Unternehmenserwartungen

Die Unternehmen stehen in einem Spannungsfeld diverser Anspruchsgruppen (Lieferanten, Kunden, Mitarbeiter, Staat, Konkurrenz etc.), hieraus resultiert deren strategische Ausrichtung, um am Markt erfolgreich tätig zu sein. Da hierfür die betriebliche Kostenrechnung einen immanent wichtigen Faktor darstellt, fiel in der Vergangenheit der Kostenfaktor Umweltschutz negativ auf. Derzeit sind die Motive zur Durchführung eines Öko-Audits nicht allein durch Kosten determiniert, vielmehr wird das Unternehmen ganzheitlich betrachtet. Dies schließt den gesamten Prozeß von der Rohstoffgewinnung bis zur Altlastenentsorgung mit ein, und wird als nachhaltiges Wirtschaften bezeichnet.

Um heutzutage diesem Denken gerecht zu werden erwarten die Unternehmen einige Vorteile aus der Einführung des Öko-Audit.
„Unternehmen profitieren von:

  • kostenreduzierter Produktion
  • gesteigerter Ressourceneffizienz
  • minimiertem Entsorgungsaufwand
  • effizienterem Abfall- & Umweltmanagement
  • effektiverer Mitarbeiter-Motivation durch verantwortungsbewußtes Arbeiten
  • einem verbesserten Image für das Unternehmen und seine Produkte“6

[...]


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