Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Die Pressestelle zwischen Politik und Öffentlichkeit. Eine Fallstudie zur Inform... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Die Pressestelle zwischen Politik und Öffentlichkeit. Eine Fallstudie zur Informationsverarbeitung in der politischen Organisation

Diploma Thesis, 2002, 97 Pages
Author: Volker Adams
Subject: Sociology - Work, Profession, Education, Organisation

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2002
Pages: 97
Grade: sehr gut
Language: German
Archive No.: V6289
ISBN (E-book): 978-3-638-13894-9

File size: 256 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Bielefeld

Fakultät für Soziologie

Die Pressestelle zwischen Politik und Öffentlichkeit -
Eine Fallstudie zur Informationsverarbeitung in der politischen Organisation

Diplomarbeit

von
Volker Adams

02.2002

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begründung des systemtheoretischen Rahmens

3. System-Umwelt Problematik
   
3.1. Systemgrenzen

4. Verhältnis zwischen Politik, Massenmedien und Öffentlichkeit
   
4.1. Das Funktionssystem der Politik
    4.2. Das Funktionssystem der Massenmedien
    4.3. Die Funktion von Öffentlichkeit und öffentlicher Meinung für
    Politik und Massenmedien
        4.3.1. Öffentlichkeit und öffentliche Meinung
        4.3.2. Die Bedeutung von öffentlicher Meinung für das politische System
        4.3.3. Öffentlichkeit und Massenmedien
        4.3.4. Die Funktion der Massenmedien für die politische Kommunikation

5. Organisation
   
5.1. Interaktion und Organisation
    5.2. Organisation und Entscheidung
    5.3. Grenzstellen
        5.3.1. Unsicherheitsabsorption
        5.3.2. Adaption

6. Problemstellung
   
6.1. Formale Organisation
    6.2. Informale Organisation
    6.3. Rollenverflechtung
    6.4. Methoden zur Bewältigung des Rollenkonflikts
    6.5. Presse-Partei-Paralellismus

7. Zwischenfazit

8. Empirische Analyse
   
8.1. Auswahlverfahren
    8.2. Erhebung

9. Problembewältigungsmechanismen innerhalb der politischen Pressestelle
   
9.1. Verschiebung auf andere Ebenen der Organisation
    9.2. Freiräume durch Intransparenz
    9.3. Generierung des Bewußtseins für massenmediale Anforderungen
    innerhalb der Fraktion
    9.4. Rücksprache / Dialog innerhalb der Fraktion
    9.5. "Unter 3" - Ein Code.
    9.6. "Miteinander auf ein Bier gehen" - der persönliche Kontakt zu Medienvertretern

10. Die Pressestellen
   
10.1. "Kreativität und versicherungsfremde Leistungen"
    10.2. "Kontakte statt Meldungen!"
    10.3. "Die Pressestelle als Koordinator"
    10.4. "Suche nach Anschluß"

11. Vergleich der Strategien zur Problembewältigung innerhalb der
unterschiedlichen Pressestellen
   
11.1. Tabellarische Darstellung des Vergleichs der Strategien zur
    Problembewältigung innerhalb der unterschiedlichen Pressestellen

12. Schlußbetrachtung

Literaturverzeichnis

Anhang

Leitfadeninterview


1. Einleitung


"The `packaging of politics´ is evident in the operation of many political institutions and processes, although the activities of political parties during general elections offer perhaps the clearest example. Parties have recruited small armies of media advisors to develop strategies for promoting electorally favourable media images of their leaders and key policies"
(Franklin 1994, S.6).

Im Zuge der organisatorischen Expansion treten neben einer steigenden Mitgliedschaftszahl gewichtige qualitative Veränderungen innerhalb der politischen Partei auf. Die Entwicklung führt dahin, daß sie nicht mehr als einfaches, überschaubares Ganzes existieren, sondern sich eine Unterteilung in Anhängerschaft, unterschiedliche Ebenen der Parteiführung, Flügeln und Richtungen beobachten läßt. So hat sie sich zum einen als Partei selbst, aber auch bezüglich ihrer Teile, nämlich der Mitgliedschaft und deren Beziehung zueinander, gewandelt (vgl. Willke 1996, S.135) Der Größenzuwachs führt zwangsläufig zu Einschränkungen der Möglichkeiten der Relationierung bestimmter Mitgliederbeziehungen. Es ist innerhalb einer großen Organisation nicht mehr allen Mitgliedern möglich, zu allen anderen Mitgliedern in Beziehung zu treten.
Auffällig ist dabei vor allem die verstärkt auftretende interne Differenzierung der Arbeitsbereiche der politischen Organisation. Diese Tendenz zur fortschreitenden Segmentierung ist gekennzeichnet durch die Entstehung neuer Referate und Arbeitskreise, die sich (ausschließlich) mit bestimmten, spezifizierten Themengebieten auseinandersetzen. Nun hat sich im Laufe der Zeit innerhalb der politischen Partei ein Subsystem herausgebildet, in das von unterschiedlichster Seite die größten Hoffnungen und Erwartungen gesetzt werden: die Pressestelle.
Vor allem politischer Parteien scheinen davon auszugehen, daß eine Professionalisierung der Öffentlichkeitsarbeit die Organisation ihrem Ziel näher bringt, Öffentlichkeit für sich zu gewinnen (vgl. Jansen / Ruberto 1997, S.36). Als Indiz hierfür kann das stetige Vordringen von politischer PR in sämtliche Bereiche der Politik dienen. PR hat, ohne Zweifel, einen festen Platz in pluralistisch organisierten Demokratien gefunden (vgl. Ronneberger 1989, S.149).

Die politische Pressestelle trägt zur Reproduktion der politischen Partei bei, indem sie einen wesentlichen Teil der organisationseigenen Außenbeziehungen regelt. Sie tritt mit Vertretern der Presse und anderen Organisationen der Massenmedien zusammen, arrangiert Konferenzen, verschickt Mitteilungen etc. mit dem Ziel, eine möglichst gute Darstellung der Organisation in Presse, Funk und Fernsehen zu erreichen. Des weiteren beobachtet sie das politische oder potentiell politisierbare Tagesgeschehen, um im Bedarfsfall relevante Nachrichten an die zuständigen Referate der Organisation weiterleiten zu können.

Ihr Aufgabenfeld rückt die politische Pressestelle in die unmittelbare Nähe der Massenmedien. So ist nicht nur ein großer Teil der Arbeit der Pressereferenten durch Kontakte zu Vertretern der Pressewesens gekennzeichnet, viele der Referenten stammen selber aus diesem Sektor. Die enge Bindung ist erwünscht und wird weiter gefördert, denn durch eine Zusammenarbeit mit den Massenmedien erhofft man sich seitens der politischen Organisation eine breitere, aber auch positivere Berichterstattung, also einen Vorteil für die politische Partei.

Stark massenmedial ausgerichtetes Operieren erzeugt aber auch gewisse Komplikationen für die politische Pressestelle. Sie muß auf Erwartungen und Bedürfnisse der Presse, des Funks und Fernsehens eingehen, soll diese nach aller Möglichkeit unterstützen, darf sich aber nicht zugleich der politischen Organisation gegenüber illoyal verhalten. Diese Beziehungskonstellation läßt unterschiedlichste Forderungen und Ansprüche gegenüber der Pressestelle entstehen, die oft nicht miteinander in Einklang gebracht werden können.

Die vorliegende Arbeit wird sich mit dem Phänomen der politischen Pressestelle auseinandersetzen. Der Fokus ist hierbei auf den Prozeß der Informationsverarbeitung gerichtet. Es ist von Interesse, wie politische Pressestellen an relevante Information gelangen, sie verarbeiten und schließlich an andere Bereiche innerhalb der politischen Partei oder an die Organisationen der Massenmedien weiterleiten.
Die Positionierung im Spannungsfeld zwischen Politik und Massenmedien macht dabei gewisse Zugeständnisse seitens der Partei an die Pressestelle erforderlich. Widersprüche, die auf der Ebene der Grenzstelle auftreten, lassen sich schlecht durch formale Organisation handhaben. Nur mit Hilfe eines erweiterten Handlungsspielraums kann es ihren Mitgliedern gelingen, die ihnen gestellten Anforderungen zu bewältigen und potentielle Konflikte zu umgehen.

Die Arbeit wird zeigen, daß eine Gewichtung zugunsten informaler Organisation, einhergehend mit der Relativierung formal fixierter Vorgaben, das Operieren des Subsystems Pressestelle prägt. Informale Handlungskomplexe bieten den Mitgliedern der Grenzstelle die Chance, auch ohne formales Programm zu agieren, gegebenenfalls dieses punktuell zu ignorieren, flexibel, sich an der eigenen Beobachtung der Umwelt orientierend, Entscheidungen zu treffen. Nur so kann es gelingen, auf die unterschiedlichen Wünsche und Erwartungen aus Politik und den Medien einzugehen, sie zu bearbeiten und schließlich auf diese Weise zur Reproduktion der politischen Partei beizutragen.

Nun stellt sich die Frage, welche Ausprägung die informale Organisation der politischen Pressestellen annimmt und in welchen Tätigkeitsbereichen der Pressestelle seitens der Mitglieder auf informale Organisation zurückgegriffen wird. Schließlich soll untersucht werden, inwiefern diese Mechanismen zur Bewältigung von (potentiellen) Konflikten dienlich sein können.
Um eine derartige Behandlung möglich zu machen, werde ich einen, von Niklas Luhmann konzipierten, neueren systemtheoretischen Ansatz verwenden. Dabei erscheint die politische Pressestelle als Teil der politischen Organisation. Diese wiederum läßt sich aus systemtheoretischer Sichtweise als autopoietisches, selbstreferentielles System begreifen. Wie wir noch sehen werden, bietet dieser Blickwinkel für das Vorhaben erhebliche Vorteile.
Es bedarf zunächst einer theoretischen Auseinandersetzung mit den für die Arbeit zentralen Begriffe. Die Abgrenzung bzw. Festlegung dieser ist für das Vorhaben von Bedeutung, da eine systematische Annäherung an die zu behandelnde Thematik für eine spätere Beschreibung der auftretenden Phänomene von großem Nutzen sein wird.

Wie oben schon erwähnt, wird sich die Arbeit stark an der Luhmann`schen Systemtheorie orientieren. Argumente für diese Wahl finden sich im ersten Teilabschnitt der Arbeit (2). Anschließend werden zentrale Begriffe der Systemtheorie behandelt, deren Klärung für das Vorhaben unerläßlich sind. So wird zunächst die Unterscheidung von System und Umwelt (3), gefolgt vom Verhältnis zwischen Politik, Massenmedien und Öffentlichkeit (4) bearbeitet. Daraufhin wird der Luhmann`sche Organisationsbegriff betrachtet und seine Anwendbarkeit auf die politische Partei und Pressestelle untersucht (5).
Infolge einer tiefergehenden Auseinandersetzung mit den oben aufgeführten Kategorien wird es schließlich möglich, eine Beschreibung von Zusammenhänge anzufertigen. Dabei wird die Unterscheidung von formaler und informaler Organisation in den Vordergrund gerückt (6). Es sollen Wege dargestellt werden, anhand derer auftretende Rollenkonflikte bewältigt werden können. Informalen Handlungskomplexen wird in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle zugewiesen. Der theoretische Teil der Arbeit schließt mit einem Zwischenfazit (7).
Im empirischen Teil der Arbeit wird zunächst auf die angewandte Methode eingegangen (8). Die Analyse setzt mit der Betrachtung der beobachteten Problembewältigungsmechanismen ein (9). Hierauf folgt eine Typisierung der einzelnen Pressestellen (10), der sich ein Vergleich der Strategien zur Konfliktbehandlung angliedert (11). In der Schlußbetrachtung werden nochmals die wesentlichen Punkte reflektiert (12).

[...]


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/6289/die-pressestelle-zwischen-politik-und-oeffentlichkeit-eine-fallstudie
please wait Please wait