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(Post-) Moderne Klassen als Vorbilder für die Bildung von Karrierestufen in Unternehmen?

Seminararbeit, 2006, 24 Seiten
Autor: Ulrike Messbacher
Fach: Wirtschaft - Unternehmensführung, Management, Organisation

Details

Veranstaltung: Seminar zur Unternehmensberatung
Institution/Hochschule: Fachhochschule Kempten
Tags: Moderne, Klassen, Vorbilder, Bildung, Karrierestufen, Unternehmen, Seminar, Unternehmensberatung
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 24
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 17  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V62908
ISBN (E-Book): 978-3-638-56061-0
ISBN (Buch): 978-3-638-66617-6
Dateigröße: 214 KB
Anmerkungen :
Soziologischer Hintergrund zur Thema Gesellschaftsklassen und deren Bildung


Zusammenfassung / Abstract

Durch die zunehmende Komplexität einer individualisierter Gesellschaft sowie größerer Mobilität und Durchlässigkeit innerhalb der Sozialstruktur, verwischen zusehends die Grenzen im sozialen Ungleichheitsgefüge. Eine Klassengesellschaft im traditionellen Sinn, die einer sozial definierbaren herrschenden Klasse eine ihr untergeordnete Klasse der Arbeiterschaft gegenüberstellt, gibt es nicht mehr. Es wäre allerdings verfrüht, deshalb von einer klassenlosen Gesellschaft zu sprechen. Die weltweite wirtschaftliche Entwicklung hat neue Klassen hervorgebracht und Faktoren wie Herkunft, Bildung, Beruf und Einkommen bestimmen noch immer die Lebenschancen des Einzelnen. Grundbegriffe der Klassengesellschaft werden abgelöst durch Leitbegriffe wie Differenzierung, Individualisierung und Globalisierung. Das Untersuchungsobjekt „soziale Ungleichheit“ unterliegt heute der stetigen Veränderung. Diese stetige Veränderung hat auch Auswirkungen auf die Organisationsstrukturen der Unternehmen und auf die Karrierefelder ihrer zukünftigen Führungskräfte. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich damit, wie soziale Ungleichheit und die damit verbundene ungleiche Verteilung von Lebenschancen sich heute und in Zukunft darstellen wird, welche bestehenden Entwicklungslinien der westeuropäischen und globalen Gesellschaft sich abzeichnen und welche Folgen sich daraus für die Unternehmen und ihrer Führungskräfte ableiten lassen.


Textauszug (computergeneriert)

(Post-) Moderne Klassen als Vorbilder für die Bildung
von Karrierestufen in Unternehmen?

von: Ulrike Messbacher

SS 2006

 


Inhaltsverzeichnis

1. Prolog zur sozialen Ungleichheit 4

2. Gesellschaftsstruktur und sozialer Wandel 6

3. Moderne strukturierte soziale Ungleichheit 7

3.1. Traditionelle und moderne Klassentheorien 7
3.2. Fortgeschrittene Gesellschaft - Klassenlose Gesellschaft? 8
3.3. (Post-) Moderne Gesellschaft – ein Versuch der Orientierung 9
3.4. Hierarchien (post-) moderner Klassen 10

4. Wandel der Arbeitswelt 14

4.1. Organisationsstruktur 14
4.2. Neue Arbeitsformen 15
4.3. Neue Karrierefelder 15

5. Mögliche Folgen für den Führungsnachwuchs 17

6. Schlusswort 20

Quellenverzeichnis 21

Stichwortverzeichnis 23

Thesen 25
 

 


 

1. Prolog zur sozialen Ungleichheit

Die individuelle Freiheit, einst eine Belastung und ein Problem für alle Ordnungsstifter in der Moderne; wurde zum wichtigsten Aktivposten und Hauptressource der heutigen Gesellschaft: „Postmoderne Männer und Frauen haben ein Stück ihrer Sicherheitsmöglichkeit gegen ein Stück Glück eingetauscht. Das Unbehagen in der Postmoderne entsteht aus einer Freiheit, die auf der Suche nach Lustgewinn zuwenig individuelle Sicherheit toleriert“.1

Es finden sich in der Soziologie heute kaum noch Beiträge zur Arbeiterklasse, zur herrschenden Klassen oder der Klassengesellschaft im traditionellen Sinn. Ein ausgeprägtes Klassenbewusstsein, wie es selbst noch in der aufstrebenden Wohlstandsgesellschaft der BRD der sechziger und siebziger Jahre vorhanden war, ist fast nicht mehr anzutreffen. Durch die zunehmende Komplexität einer individualisierter Gesellschaft sowie größerer Mobilität und Durchlässigkeit innerhalb der Sozialstruktur, verwischen zusehends die Grenzen im sozialen Ungleichheitsgefüge. Es wäre allerdings verfrüht, deshalb von einer klassenlosen Gesellschaft zu sprechen. Untergründig sind sehr wohl spezifische Sozialstrukturen auszumachen, jedoch können selbst moderne Klassenkonzepte wie die von Giddens oder Wright2 dem hoch differenzierten sozialen Geflecht komplexer (post-) moderner Gesellschaften kaum noch gerecht werden.3 Wie soziale Ungleichheit und die damit verbundene ungleiche Verteilung von Lebenschancen sich heute und in Zukunft darstellen wird, welche bestehenden Entwicklungslinien der westeuropäischen und globalen Gesellschaft sich abzeichnen und die daraus abgeleiteten Folgen für die Unternehmen und ihrer Führungskräfte, soll Thema dieser Arbeit sein. Dazu wird zuerst ein kurzer Einblick in die Klassentheorien der modernen Gesellschaft gegeben, daran anschließend sind aktuelle sozial-ökonomische Entwicklungstendenzen skizziert, die ihrerseits zur Bestimmung (post-) moderner Gesellschaftsklassen führen.

Anhand dieser Klassen wird sodann, der engen Zusammenhang aufgezeigt, der zwischen der Position die ein Individuum im sozialen Gesellschaftsgefüge einnimmt und seiner Stellung, welche es im wirtschaftlichen Leben inne hat, besteht. Schließlich wird der Frage nachgegangen, welchen Einfluss die im sozialen Wandel identifizierten Tendenzen auf die Entwicklung von Unternehmen und ihre Organisationsformen haben und in welcher Form sich (post-) moderner Gesellschaftsklassen in den Organisationsstrukturen der Unternehmen widerspiegeln.

2. Gesellschaftsstruktur und sozialer Wandel

Die Sozialstruktur in Deutschland und anderer Industrienationen ist in den letzten Jahrzehnten insgesamt komplizierter geworden. Tendenzen zur breiteren Verteilung von sozialer Benachteilung durch soziale Einschnitte und erhöhte soziale Risiken verstärken in weiten Teilen der Bevölkerung die Unübersichtlichkeit und Inkonsistenz gesellschaftlicher Gruppen.4 Eine größer werdende individuelle Freiheit sowie kulturelle Anreicherung durch multinationale Gruppen führen darüber hinaus zu wachsender sozialer Vielfalt. Die Klassenstruktur fortgeschrittener Gesellschaften ist, sowohl auf horizontaler als auch vertikaler Ebene gekennzeichnet durch Vielschichtigkeit und Pluralismus.5 Rangunterschiede innerhalb der Gruppen können je nach Betrachtungsansatz differenzieren oder gar widersprüchlich sein, andererseits ermöglicht soziale Mobilität einen schnelleren Auf- und Abstieg in eine andere gesellschaftliche Schicht. Die dynamischer werdende Beschleunigung des sozialen Wandels und somit eine rasante Veränderung der Sozialstruktur entlang der Zeit, kommt bei der Betrachtung der ohnehin komplexen sozial-ökonomischen Verhältnisse unserer Gesellschaft erschwerend hinzu.

3. Moderne strukturierte soziale Ungleichheit

Das Untersuchungsobjekt „soziale Ungleichheit“ in der Gesellschaft unterliegt somit der stetigen Veränderung. Die Darstellung sozialer Großgruppen, die eine gemeinsame Subkultur, starke Interaktion und ein gemeinschaftliches Zugehörigkeitsgefühl aufweisen, mittels bestehender Klassentheorien, erweist sich gegenüber der Realität als zunehmend unzulänglich. Neue Konzepte, wie z.B. das der strategischen Gruppen6 oder Power Structure Research7 müssen deshalb heute in die Betrachtungen mit einbezogen werden.

3.1. Traditionelle und moderne Klassentheorien

[...]


1 Baumann (1999), S. 12

2 siehe zu beidem S. 5

3 vgl. Jain (2000), S. 3

4 vgl. Wittich (2001), S. 119

5 vgl. Preglau (1998), S. 5


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