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Details

Veranstaltung: Nachrichtenwerttheorie
Institution/Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Institut für Publizistik Mainz)
Tags: Gehalt, Nachrichtenwerttheorie
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2002
Seiten: 23
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 201 KB
Archivnummer: V6295
ISBN (E-Book): 978-3-638-13900-7

Textauszug (computergeneriert)

Der prognostische Gehalt der Nachrichtenwerttheorie

von Marina May



Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Rückblick und Paradigmenwechsel

2. Die Nachrichtenwert-Theorie-
Eine raum-, zeit-, kontextunabhängige Theorie?

3. Das 2-Komponentenmodell

4. Ein Analysemodell (Kepplinger, Bastian)

4.1 Die Ermittlung des Nachrichtenwertes

4.2 Grundlage der Untersuchung

4.3 Nachrichtenwert der Nachrichtenwerttheorie
4.3.1 Eine Langzeituntersuchung: 1951-1995
4.3.2 Verkürzung des Untersuchungszeitraumes: 1981-1995

4.4 Erstellung einer Prognose

5. Fazit und Ausblick

6. Anhang

Literaturverzeichnis


Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem prognostischen Gehalt der Nachrichtenwerttheorie. Diese Theorie, die ihre Anfänge schon in den 20er Jahren hat und sich in den 50ern weitläufige Popularität verschafft hat, scheiterte lange an ihrer Nichthinterfragung. So versagt sie in allen Bereichen, die eine Theorie ausmacht: in der Erklärung und in der Prognose.
Nach einer Neuformulierung der Studie durch Schulz in den 70er Jahren und mehreren Studien in den 80er und 90er Jahren, wurde die Grundlage geschaffen, der Nachrichtenwerttheorie einen neuen Weg zu bahnen.
Wegweisend ist dann vor allem eine Studie von Kepplinger und Bastian aus dem Jahre 2000, die versucht haben, nicht unbedingt auf Erklärung zielend, sondern eher auf eine Explizierung der Theorie, den Umfang von Meldungen zu prognostizieren.
Diese Arbeit möchte nun zuerst durch einen kurzen Rückblick auf die Entwicklung der Nachrichtenwerttheorie an die ihr innewohnende Problematik heranführen und die lange von ihren Vertretern angenommene raum-, zeit- und kontextunabhängige Gültigkeit in Frage stellen. Im folgenden soll dann ein Weg aufgezeigt werden, um einen Ausweg aus dieser Stagnation zu bahnen. Als Grundlage dient hierfür ein von Hans Matthias Kepplinger und Rouwen Bastian entwickeltes Analysesystem und eine Langzeituntersuchung der Deutschlandberichterstattung der Jahre 1951 bis 1995.
Zum Abschluss der Arbeit soll noch mal ein Ausblick gegeben werden auf neu eröffnete Möglichkeiten, die diese Theorie bietet.

Rückblick und Paradigmenwechsel

"Jede Zeitung ist in dem Augenblick, wo sie den Leser erreicht, das Endergebnis einer ganzen Reihe von Auswahlvorgängen, die bestimmen, welche Artikel an welcher Stelle mit wie viel Raum und unter welchen Akzent erscheinen. Dafür gibt es keine Regeln. Es gibt aber Konventionen." Mit dieser Aussage begründet Lippmann 1922 eine Denkrichtung in der Publizistikwissenschaft, die später zu einem zentralen Thema werden soll. Lippmann führt hier das erste mal den Begriff "news value"-Nachrichtenwert- ein, und meint damit die oben angesprochenen Konventionen, von denen jeder Journalist eine ähnliche Vorstellung besitzt. Bei Lippmann sind das Eindeutigkeit des Geschehens, Überraschung, Konflikt, persönliche Betroffenheit und räumliche Nähe .
Weitergeführt wird dieser Denkansatz in viele Richtungen. Unter anderem findet die Gatekeeperforschung in den 50ern viel Beachtung. Kurt Lewin entwickelt diese Theorie vom Schleusenwärter, der darüber entscheidet, welche Informationen weitergegeben werden und welche nicht .
In den 60er Jahren kommt es zu einer Neudefinierung des Ansatzes durch Einar Östgaard , der darauf hingeweißt, dass Nachrichtenwerte den Journalisten nicht nur Entscheidungshilfen sind, um Berichtenswertes zu erkennen, sondern zugleich auch die Berichterstattung verzerren: Journalisten, so Östgaard, sind für ein Bild der Welt in den Nachrichten verantwortlich, das sich von dem unterscheidet, "was wirklich geschah" . Östgaard unterscheidet Faktoren, die außerhalb des Nachrichtenflusses stehen, exogene Faktoren, wie politische und rechtliche Maßnahmen der Kommunikationskontrolle, Zensurvorschriften, ökonomische Begünstigungen oder Beschränkungen, von den Faktoren, die im Nachrichtensystem selbst angelegt sind, die endogenen Faktoren. Diese endogenen Faktoren unterteilt Östgaard in Simplifikation, Identifikation und Sensationalismus.
Galtung und Ruge setzen hier an und begründen eine Theorie. Östgaard versteht seine Überlegungen immer nur als Hypothesen . Für diese Theorie erstellen sie einen Katalog mit 12 Nachrichtenfaktoren. Nachrichtenfaktoren, so Galtung und Ruge, wirken selektiv: So hat das Ereignis, bei dem die Nachrichtenfaktoren am ausgeprägtesten sind, die größte Chance, auch publiziert zu werden. Im folgenden werden die 12 von Galtung und Ruge aufgestellten Nachrichtenfaktoren genannt:

Nachrichtenfaktoren nach Galtung und Ruge :

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