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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 33 Pages
Author: Hannah Schütte
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Details
Institution/College: University of Potsdam (Institut für Germanistik)
Tags: Einführung, Lesekompetenz, Grundschule, Hauptseminar
Year: 2006
Pages: 33
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 18 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-56230-0
File size: 237 KB
Definition des Begriffes Lesekompetenz; Auseinandersetzng mit aktuellen Theorien; Praxisbeispiel
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Excerpt (computer-generated)
Universität Potsdam, Philosophische Fakultät/ Fachbereich Germanistik
Hauptseminar: „Texte lesen, verstehen und verarbeiten“
Wintersemester 2005/06, 5. Semester
Einführung der Lesekompetenz in der Grundschule
von: Hannah Schütte
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Definition Lesekompetenz 4
2. Voraussetzungen an der Schule 8
2.1 Lesefördender Unterricht 8
2.2 Anforderung an Lesematerialien 9
3. „Lesen“ im Lehrplan 11
4. Textverstehen in der Grundschule 12
4.1 Psycholinguistische Grundlagen des Textverstehens 12
4.2 Textlinguistische Grundlagen des Textverstehens 13
5. Grundlagen für das Verstehen – Lesestrategien 15
5.1 Definition Lesestrategien 15
5.2 Aufbau von Lesestrategien 16
5.3 Kleiner Überblick über Lesestrategien 17
5.4 Übungen zur Festigung und Anbahnung von Lesestrategien 20
6. Praxisbeispiele 27
Literaturangaben 32
Einleitung
Lesen ist einer der wichtigsten Wege sich, subjektiv mit neuen Inhalten auseinanderzusetzen und Wissen zu erweitern. Um die gelesenen Texte verstehen zu können, muss das gesamte sprachliche und außersprachliche Wissen einer Person, müssen alle sprachlichen und außersprachlichen Erfahrungen aktiviert werden. Dies ist ein komplizierter kognitiver Prozess, der mit emotionalen Bewertungen verknüpft ist. Lesen darf nicht mit der Umwandlung von Graphemen in Phoneme gleichgesetzt werden, Lesen heißt immer gleichzeitige Sinnentnahme. Man erfasst einen Text nicht dadurch, dass man Worte nacheinander aufnimmt, sondern dadurch, dass man in größeren Sinneinheiten liest.1 Verschiedene Studien haben deutlich gemacht, dass in unserem Bildungssystem unter Lesen vor allem das Rekodieren von Zeichen verstanden wird und dass dies der Hauptbestandteil des Leseunterrichts in Schulen ist. Dabei übersieht man, dass Lesen gleichzeitig Verstehen bedeutet.
Der erste Teil dieser Arbeit setzt sich mit der Definition des Begriffes Lesekompetenzen und seinen Unterbegriffen auseinander. Im zweiten Teil werden schulische Voraussetzungen für einen gelingenden Leseunterricht dargestellt. Der dritte Teil erläutert die Relevanz des Themas im Rahmenplan der Länder Berlin Brandenburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern. Anschließend werden psycholinguistische und textlinguistische Grundlagen erläutert. Der folgende Teil handelt von Lesestrategien und deren Umsetzung in der Grundschule. Der Schlussteil beschäftigt sich mit konkreten Praxisbeispielen.
1. Definition Lesekompetenz
Die Pisa-Studie hat den Begriff „Lesekompetenz“ geprägt.2 Danach wird unter Lesekompetenz verstanden „die Fähigkeit, geschrieben Texte zu verstehen, zu nutzen und über sie zu reflektieren, um eigene Ziele zu erreichen, das eigen Wissen und Potential weiterzuentwickeln und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.“ Dies ist ein sehr pragmatischer Lesebegriff, der nicht mit den deutschen Begriffstraditionen übereinstimmt, sondern auf der angelsächsischen literacy-Tradition beruht.3 Letzterer folgend setzt sich Lesekompetenz aus drei Bereichen zusammen. Im Mittelpunkt steht das Leseverstehen, das wird gestützt durch die Lesefähigkeit und die Lesemotivation.4
Lesefähigkeit
Die Lesefähigkeit umfasst die kognitive Grundfähigkeit. Mit dem Erlernen der basalen Lesefähigkeit beginnt der lebenslange Lernprozess des Lesens.
Die basale Lesefähigkeit ist das Handwerkszeug eines jeden Lesers. Sie ist ein Prozess, der automatisch abläuft, also nicht mehr der bewussten Kontrolle unterliegt. Das Rekodieren, das die Grundlage bildet, um Inhalt und Sinn eines Textes zu erfassen und um die Umsetzung der Grapheme in Phoneme zu gestalten, ist Hauptbestandteil der Lesefähigkeit.
In den ersten Schulmonaten steht das Erlernen dieses Prozesses im Zentrum der Aufmerksamkeit. Das Wort erlesen sollte immer in einem Kontext stehen, denn der Kontext aktiviert die semantischen Felder und die visuell-semantische Repräsentation der Worte. Das dient dem Textverstehen.5 Das Erstlesen steht in untrennbarem Zusammenhang mit dem aufbauenden Lesen. Dazu gehört das Erlernen und Nutzen elementarer Lesestrategien wie das Erkennen von größeren Sinneinheiten z.B. Satzzeichen und die Überwachung des Gelesenen im Hinblick auf semantische und syntaktische Stimmigkeit auf Seiten des Lesenden. Die elementaren Lesestrategien sind von großer Bedeutung für das Gelingen ihrer Weiterentwicklung.
Die Verwendung elementarer Lesestrategien ist ein wichtiger Bestandteil des Prozesses des Lesenlernens. Von Anfang an wird Lesen in Zusammenhang mit Verstehen gestellt. Die Lesefertigkeit muss intensiv und ausdauernd geübt werden, um die Lesekompetenz zu stabilisieren und zu erweitern. Höhere Lesefähigkeit beruht auf den Grundfähigkeiten des aufbauenden und weiterführenden Lesens.6
Lesemotivation
Die Lesemotivation stellt einen ebenso wichtigen Bestandteil der Lesekompetenz dar wie die Lesefähigkeit. Nur wer Texten ein gewisses Interesse entgegenbringt, ihnen mit gespannter Erwartung begegnet und weiß, dass Lesen ein Mittel zur Teilhabe an der Gesellschaft ist, nur der kann sich motiviert an ein Schriftstück setzen. Das Kind muss das Erlebnis gehabt haben: „Ich habe etwas gelesen, es verstanden und dabei gelernt. Ich weiß jetzt mehr.“7 Die Lesemotivation sollte dauerhaft sein. Neben der Fähigkeit zur Texterschließung ist die Erhaltung der Lesefreude sehr wichtig.8
Leseverstehen
Leseverstehen ist ein aktiver Konstruktionsprozess, in dem Informationen aus Texten erfasst und verarbeitet werden. Die basale Lesefähigkeit muss bis zu einem gewissen Niveau ausgeprägt sein, um das Leseverstehen sinnvoll mit einbeziehen zu können. Ist dieses Niveau erreicht, sollte Leseverstehen als vorrangiges Ziel des Lesens gesehen werden.9 Es sollte möglichst bald mit einbezogen werden, sonst bleibt Lesen ein mechanischer Akt.
[...]
1 http://www.dgls.de/altenburg-koeln.pdf
2 vgl. Hurrelmann, Bettina(2002): Leseleistung-Lesekompetenz. In: Praxis Deutsch, Sonderheft 2004, S.10-21
3 vgl. ebenda
4 vgl. Wedel-Wolff, Annegret, Anforderungen an Materialien zur Leseförderung. In: Grundschule 7- 8/2003, S.68- 71
5 vgl. Scherer-Neumann, Gerheid(2003): Entwicklung der basalen Lesefähigkeit. In: Bredel, Ursula u.a. (2003): Didaktik der deutschen Sprache: ein Handbuch. 2 Bde.Stuttgart/Paderborn [u.a.] : Schöningh, S. 513-524
6 vgl. Menzel, Wolfgang(2004) Texte lesen-Texte verstehen. In: Praxis Deutsch, Sonderheft 2004, S.3-9
7 http://www.dgls.de/altenburg-koeln.pdf
8 vgl. Fritz, Jens: Texte lesen, verstehen und bearbeiten. In: Praxis Schule 5-10 4/2005, S.28
9 vgl. v.Wedel-Wolff, Annegret: Leseverstehen als Schlüsselqualifikation für selbstständiges Lernen. In: Lernchancen 46/2005, S.26-28
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