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Details

Veranstaltung: Verhaltensstörungen bei Kinder und Jugendlichen- Genetische Disposition oder Folge sozialer Einflüsse
Institution/Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Tags: Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Verhaltensstörungen, Kinder, Jugendlichen-, Genetische, Disposition, Folge, Einflüsse
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 28
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 10  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 197 KB
Archivnummer: V63111
ISBN (E-Book): 978-3-638-56231-7

Textauszug (computergeneriert)

WWU Münster
Vorlesung: „Verhaltensstörungen bei Kinder und Jugendlichen-
Genetische Disposition oder Folge sozialer Einflüsse“
Sommersemester 2005, 4. Semester

ADS - Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom

von: Hannah Schütte

 


Inhaltsverzeichnis

1. Definition ADS 4

1.1 Entwicklung des Begriffes ADS  5
1.2 Definition Aufmerksamkeit 6

1.2.1 Funktion des Abspeicherprozesses 6
1.2.2 Veränderte Abspeicherprozesse bei ADS-Kindern 8

2. Ursachen der ADS 10

2.1 Biologische Faktoren 10
2.2 Psychische Faktoren 11
2.3 Soziale und Umweltfaktoren 11

3. Untersuchungsverfahren und Diagnose  13

3.1 Folgeprobleme bei ADS 15

4. Umgang mit ADS 17

4.1 In der Schule 17
4.2 Im Elternhaus  19

5. Ritalin - das Medikament  21

5.1 Behandlung mit Ritalin  21
5.2 Nebenwirkungen  22
5.3 Sucht 22
5.4 Contra Ritalin  22

6. Bewertung und Resümee der ADS-Situation 26

Literaturverzeichnis 28

 



 

Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom – ADS ist ein Wort, das immer häufiger fällt, wenn über Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen geredet wird. Kinder sind vermehrt unruhig, hypermotorisch, können sich nicht konzentrieren oder eine hinreichende Weile zuhören. Immer mehr Kinder leiden an diesen Symptomen. Viele Eltern sind mit dieser Situation überfordert und wissen nicht, was sie tun sollen. Die Wissenschaft ist vermehrt mit der Erforschung dieser „Krankheit“ beschäftigt. Eindeutige Ergebnisse gibt es nicht. Die wissenschaftlichen Meinungen und Ergebnisse weichen deutlich, vor allem in der Frage, ob ADS eine genetische Disposition ist oder eine Folge sozialer Einflüsse voneinander ab.

Unklar bleibt, was ADS verursacht, wo ADS anfängt und wo es aufhört und was im Kampf gegen ADS zu tun ist. Im Folgenden werden diese Forschungen skizziert. Der Beginn dieser Arbeit setzt sich mit der Definition und der Entwicklung des Begriffes ADS auseinander. Anschließend wird der Begriff Aufmerksamkeit und die damit verbundenen Speicherprozesse im Gehirn erläutert. Der folgende Teil handelt von den Ursachen bei ADS, der Diagnostik und dem Umgang mit ADS. Der Schlussteil beschäftigt sich mit dem Für und Wider des Psychopharmaka Ritalin.

1. Definition ADS

Was ist ADS überhaupt?

ADS ist die Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Hierunter wird eine Gruppe von störenden Verhaltensmustern, die ein Kind besitzt und welches es von „normalen“ Kindern unterscheidet1 zusammengefasst. Das Wort Syndrom steht für eine Gruppe von Störungsmerkmalen, die auf eine noch nicht bekannte Ursache zurückzuführen sind.2 Die Diagnose von ADS ist problematisch bzw. schwierig, da in der Wissenschaft Uneinigkeit darüber besteht, ob es ADS überhaupt gibt bzw. ab wann man es als solches definieren kann.3

Drei Merkmale treten immer wieder auf: Unaufmerksamkeit, eine beinahe waghalsige Impulsivität und in manchen Fällen eine Hyperaktivität. 4 Das Klassifikationssystem DSM- (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Diseases) und das ICD-10 (International Code System of Diagnoses) legen weitgehend übereinstimmend fest, dass

- die Symptome mindestens sechs Monate lang vorhanden sein müssen und zwar in einem dem Entwicklungsstand des Kindes nicht angemessenem Ausmaß
- die Symptome der Störung müssen vor dem 7. Lebensjahr auftreten
- die Beeinträchtigungen durch die Symptome müssen in mindesten zwei weiteren Bereichen der Lebenswelt des Kindes, z.B. in der Schule, im sozialen Umfeld usw. auftreten und eine deutliche Beeinträchtigung hervorrufen.5

Diagnostisch ausgeschlossen werden muss auf jeden Fall eine tief greifende Entwicklungsstörung, Schizophrenie oder eine andere psychotische Störung. Das ICD-10 und das DSM- unterscheiden sich in der Kombination der Symptomkriterien: Das ICD-10 verlangt für die Diagnose eine ausgeprägte Aufmerksamkeitsstörung, eine Überaktivität und eine Impulsivität in zwei situationsübergreifenden Lebensbereichen. Das DSM- legt dagegen drei Subtypen fest:

- den Mischtyp, der eine Aufmerksamkeitsstörung mit einer Hyperaktivität vereint,
- den vorherrschend unaufmerksamen Typ, der beherrscht ist durch die Aufmerksamkeitsstörung und bei dem die Hyperaktivität nicht stark genug ausgeprägt ist und
- den vorherrschend hyperaktiven-impulsiven Typ, der stark an Hyperaktivität und Impulsivität leidet, aber nur an einer geringen Aufmerksamkeitsstörung.6

1.1 Entwicklung des Begriffes ADS

Benannt wurde diese Entwicklungsstörung erstmals im Jahre 1935 mit der Bezeichnung Hyperaktivität, neurologisch verursacht im Sinne einer Hirnschädigung bei postenzephalitischen Kindern.7 Postenzephalitisch bedeutet eine Entzündung des Hirngewebes nach der Geburt. 1966 wurde ein Begriffswechsel vollzogen, da ein Nachweis über die mit der Symptomatik verbundenen Hirnschädigung fehlte. Die Störung nannte sich nun minimale cerebrale Dysfunktion (MCD). Eine „Hirnfunktionsstörung“, wurde nun für die benannten Verhaltensmuster angenommen. Es wurden u.a funktionale Schwächen neuraler Überträgersubstanzen (Neurotransmitter) als Ursache angesehen.8 In den USA entstand der Name hyperkinetisches Syndrom, ab 1968 hyperkinetische Störung. In der Kinder- und Jugendpsychatrie wurde es ab 1980 unter dem Namen AD/HSAttentionDeficit- Disorder – Hyperaktivitäts-Syndrom geführt.

[...]


1 vgl. Holowenko, Henryk (1999): Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom. Beltz Verlag, Weinheim und Basel, S.19, künftig zitiert als: Holowenko (1999): ADS

2 vgl. Loh von, Siegrun (2003): Entwicklungsstörungen bei Kindern. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart, S.354 künftig zitiert als: Loh (2003): Entwicklungsstörungen

3 vgl. Schwarzer, Wolfgang (Hrsg.) (2002): Lehrbuch der Sozialmedizin. Löer Druck GmbH, Dortmund, S.111, künftig zitiert als: Schwarzer (2002) Sozialmedizin

4 vgl. Holowenko (1999): ADS, S. 19

5 vgl. Döpfner, Manfred u.a. (1998): Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Verhalten. Psychologie Verlags Union, Weinheim, S.5, künftig zitiert als: Döpfner (1998): Therapieprogramm

6 vgl. Döpfner (1998): Therapieprogramm, S.5f.

7 vgl. Loh (2003): Entwicklungsstörungen, S.354

8 vgl. Amft, Hartmut u.a. (2004): Kinder mit gestörter Aufmerksamkeit. W.Kohlhammer GmbH, Stuttgart, S. 10, künftig zitiert als: Amft (2004): gestörte Aufmerksamkeit

Kommentare

Joe Nelson
28.05.2007 18:50:18
Hervorragende Arbeit!
Super Arbeit! Bin begeistert! Mein Kind hat selbst ADS und mir hat diese Arbeit sehr geholfen, mit meinem Sohn und seiner Störung besser umzugehen. Danke, Frau Schütte!

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/63111/