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Master Thesis, 2006, 111 Pages
Author: MBA, Diplom Finanzwirt (FH) Manfred Hilebrand
Subject: Psychology - Work, Business, Organisational and Economic Psychology
Details
Institution/College: University of Augsburg (Zentum für Weiterbildung und Wissentransfer)
Tags: Anforderungsprofil, Schlüsselkompetenzen, Verwaltungswirte, Staatsfinanzverwaltung, Konzeptionelle, Grundlagen, Empirische, Ergebnisse, Anforderungsprofil, Organisationsentwicklung
Year: 2006
Pages: 111
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 66 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-56388-8
ISBN (Book): 978-3-638-71024-4
File size: 478 KB
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Abstract
Abstract (deutsch) In dieser Master Thesis soll aufgezeigt werden, welche Schlüsselkompetenzen ein Verwaltungswirt bei der bayerischen Staatsfinanz benötigt, um somit Hinweise für die hochschuldidaktische Reduktion und für die Erstellung des Studienfachkonzeptes an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Bayern zu erhalten. Unter Schlüsselkompetenzen sind jene Kompetenzen zu verstehen, die eine Person befähigen, im beruflichen Handlungskontext eine anforderungs-spezifische Performanz zu erreichen. Für die Diagnose wurde ein eigenständiges Tool, mit der Bezeichnung PerMeSo-Modell, entwickelt, um die gewonnenen Ergebnisse der Verhaltensbeschreibungen in der empirischen Studie zu klassifizieren. Das PerMeSo-Modell basiert auf dem humanpsychologischen Ansatz der Themenzentrierten Interaktion. Die Architektur für die empirische Erhebung bildet ein zirkuläres Prozessmodell, das seine Besonderheiten durch die Offenheit erreicht und deshalb prädestiniert ist für einen explorativen Feldversuch. Durch die Triangulation der Erhebungs-methoden wird eine hohe Datengenerierung erreicht. Die Ergebnisse spiegeln wider, dass die Schlüsselkompetenzen einen notwendigen Bestandteil des Anforderungsprofils des Verwaltungswirts bei der bayerischen Staatsfinanz darstellen und deshalb die Entwicklung der erforderlichen Handlungskompetenzen durch eine Aufnahme in das Curriculum der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Bayern notwendig ist.
Excerpt (computer-generated)
Universität Augsburg
Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät
Master Thesis
MBA-Studiengang 2006
„Systemische Organisationsentwicklung und Beratung"
Erstellung eines Anforderungsprofils der Schlüsselkompetenzen für Verwaltungswirte bei der bayerischen Staatsfinanzverwaltung - konzeptionelle Grundlagen – empirische Ergebnisse – Anforderungsprofil
Manfred Hilebrand
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 11
1.1 Wandel der Zeit ... 11
1.2 Studium in der Wissensgesellschaft ... 11
1.3 Persönliche Motivation ... 12
1.4 Ziel der Studie ... 13
1.5 Aufbau der Arbeit ... 13
2 Konzeptionelle Grundlagen ... 14
2.1 Anforderungsprofil ... 14
2.1.1 Definition ... 14
2.1.2 Zusammenfassung ... 16
2.2 Der Kompetenzbegriff ... 17
2.2.1 Definition ... 17
2.2.2 Abgrenzung ... 18
2.2.3 Zusammenfassung ... 20
2.3 Schlüsselkompetenzen ... 22
2.3.1 Probleme der Klassifizierung und Ortung von Schlüsselkompetenz ... 23
2.3.2 Modellgegenüberstellung ... 26
2.3.3 Zusammenfassung als Basis für die Entwicklung des Modells ... 28
2.4 Entwicklung des Basiskompetenzmodells ... 28
2.4.1 Ausgangsgröße Anforderungsprofil ... 28
2.4.2 Themenzentrierte Interaktion ... 30
2.4.2.1 Entwicklung der Themenzentrierten Interaktion ... 30
2.4.2.2 Modell der TZI ... 31
2.4.2.3 Kerngedanken der TZI ... 31
2.4.2.4 Glaubenspolaritätenschema ... 33
2.4.3 Entwicklung PerMeSo-Kompetenz-Modell ... 36
2.4.4 Ausarbeitung des PerMeSo-Kompetenz-Modells ... 38
2.5 Die Organisation der bayerischen Finanzverwaltung ... 41
2.5.1 Das Berufsbild des Verwaltungswirts ... 42
2.5.1.1 Ausbildung im gehobenen nichttechnischen Dienst ... 42
2.5.1.2 Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern ... 42
2.5.1.3 Fachrichtung Staatsfinanz ... 44
2.5.2 Landesamt für Finanzen ... 45
2.5.3 Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen ... 47
2.5.4 Schlüsselkompetenzen im öffentlichen Dienst ... 48
2.5.5 Grundgesamtheit ... 50
3 Empirischer Erhebung ... 50
3.1 Untersuchungsmethoden ... 50
3.1.1 Konzeption der Methodenwahl ... 53
3.1.2 Auswahl der Datenquellen und Erhebungsinstrumente ... 53
3.1.3 Stichprobenbeschreibung ... 56
3.2 Bildung der Vorannahmen ... 58
3.2.1 Workshop/Focus-Group ... 58
3.2.2 Ergebnisse des Workshops ... 60
3.2.3 Vorannahmen für die weitere Untersuchung ... 63
3.3 Die Durchführung der Vergleichsstudien ... 65
3.3.1 Dokumentenanalyse ... 65
3.3.1.1 Organisatorische Quellen ... 65
3.3.1.2 Arbeitnehmerquellen ... 66
3.3.1.3 Auswertung der Schriftanalyse ... 67
3.3.1.4 Zusammenfassung und Weiterentwicklung der Vorannahmen ... 69
3.3.2 Schriftliche Fragebogenerhebung ... 69
3.3.2.1 Methodenbeschreibung ... 70
3.3.2.2 Durchführung ... 70
3.3.2.3 Auswertung der Fragebogen ... 72
3.3.2.4 Zusammenfassung und Weiterentwicklung der Vorannahmen ... 82
3.3.3 Interviews ... 83
3.3.3.1 Methodenbeschreibung ... 83
3.3.3.2 Durchführung ... 84
3.3.3.3 Auswertung der Interviews ... 86
3.3.3.4 Zusammenfassung und Weiterentwicklung der Vorannahmen ... 91
3.4 vergleichende Zusammenführung der Ergebnisse ... 92
4 Schlussfolgerungen ... 100
4.1 Anforderungsprofil ... 100
4.2 weiterleitende Forschungsfragen ... 103
4.3 Schlusswort ... 105
5 Literaturverzeichnis ... 106
1 Einleitung
1.1 Wandel der Zeit
Es liegt in der Natur, dass sich Dinge ändern, dass alles, was einmal ist, irgendwann vergehen wird. Nichts bleibt also so, wie es ist. Diese Tatsache erkannte auch der griechische Philosoph Heraklit und verwendete sie in seiner Flusslehre. Platon fasste diese Flusslehre durch die Formel „panta-rhei“ zusammen. Diese knappe Formulierung kommt aus dem Griechischen und bedeutet „alles fließt.“ Bei eingehender Betrachtung wird das Prinzip deutlich, das besagt: „die Natur steht keinen Augenblick still sondern ist von den Gegensätzen angetrieben, ständig im Fluss“ (De Crescenzo 1995, S. 66).“ Die Flusslehre Heraklits sagte also aus, dass alles fließt und nichts bleibt; es gibt kein eigentliches Sein, sondern nur ein ewiges Werden und Wandeln.
Die Geschwindigkeit des Wandels hat in unserer Gesellschaft in den zentralen Bereichen Wissenschaft, Technik, Wirtschaft und Medien an Intensität zugenommen. „Das verfügbare Wissen verdoppelt sich in immer kürzeren Zeitabschnitten und entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Menschen in ihren Berufen“ (Wendland 2004, S. 1).
In diesem Spannungsfeld zwischen verändern und bewahren befindet sich auch der Sektor der bayerischen Staatsfinanz in der öffentliche Verwaltung. Durch die Reform „Verwaltung 21“1 der bayerischen Staatsregierung wird der Wandel von der hoheitlichen agierenden Bürokratiebehörde zum schlanken effizienten dienstleistungsorientierten Unternehmen angestrebt. Deshalb ist es eine wichtige Frage, welche Schlüsselkompetenzen benötigen die Verwaltungswirte, die in dieser veränderten Organisation beschäftigt sind.
1.2 Studium in der Wissensgesellschaft
Wenn unser Bildungssystem diesen Anforderungen des ständigen Wandels gerecht werden will, muss es nicht nur seine Inhalte der neuen Wissensgesellschaft anpassen, sondern auch seine Methoden der Wissensvermittlung hinterfragen. Die Wahrnehmung der Entwicklungstrends zeigen, dass die Orientierung der Hochschulbildung an einem rein fachlich ausgerichteten Kanon theoretischen Spezialwissens nicht mehr ausreicht, sondern zur Fokussierung der Wissenschaftsvermittlung auf die „interdisziplinäre Erweiterung und das Anwendungswissens“ übergehen sollte.2 Nicht erst die im internationalen Vergleich schlechten Ergebnisse der PISA-Studien haben in Deutschland die Frage aufgeworfen, welche Möglichkeiten es gibt, die Anforderungen des beruflichen Umfelds mit der wissenschaftlichen Ausbildung optimaler zu vernetzen (vgl. Kuwan/Waschbüch 1998, S. 14 ff.). Dies gilt auch für die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern (FHVR), bei der Verwaltungswirte das Studium absolvieren, dass sie berechtigt in die gehobene Beamtenlaufbahn der bayerischen Staatfinanz einzutreten. Diese Veränderungstendenzen war der Anlass für das Staatsministerium der Finanzen (StMF) eine Studienreform im Jahre 2007 für den Fachbereich Staatsfinanz anzusetzen. Hier stellt sich die zentrale Frage: „Wie soll der Studienlehrplan für dieses Studium gestaltet sein, damit die Absolventen optimal für die die veränderte Arbeitswelt ausgestattet sind?“
1.3 Persönliche Motivation
Der öffentliche Sektor wandelt sich. Anforderungen an die Beschäftigten ändern sich offensichtlich. Es handelt sich um ein aktuelles und sehr spannendes Thema. Aktuell ist es für mich deshalb, weil ich vom StMF als Projektleiter beauftragt wurde die Studienreform bis Juli 2007 umzusetzen. Spannend ist dieses Projekt für mich persönlich, weil ich seit 2001 an der FHVR als nebenamtlicher Dozent im Fachbereich Finanzwesen für Sozialwissenschaftliche Grundlagen des Verwaltungshandelns eingesetzt bin. Für mich stand immer die essentielle Frage der Praxisorientierung bei der Wissensvermittlung im Raum. Eine noch bedeutendere Frage für mich ist, ob die Studenten selbstorganisatorisch in ihrem zukünftigen Tätigkeitsbereich in die Lage versetzt werden, dieses Wissen umzusetzen. Damit diese beiden Forderungen gewährleistet sind, ist es notwendig einen Ansatz zu kreieren, der die retrograde Auffassung – vom Notwendigen in der Praxis zum Nützlichen im Studium – vertritt. Der erste Schritt wird mit dieser Arbeit beschritten, in dem ein Anforderungsprofil der Schlüsselkompetenzen für die Verwaltungsbeamten bei Staatsfinanz versucht wird zu erstellen. Die Grundhaltung für die Arbeit, die sich der Erhöhung der Vielfalt hinsichtlich der Handlungsorientierung verschreibt, ist aus der 11. These von Karl Marx über Feuerbach abgeleitet die besagt: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt darauf an, sie zu verändern“.3
[...]
1 Vgl. Regierungserklärung Verwaltung 21. Reform für ein modernes Bayern. In: http://www.bayern.de/politik/initiativen/Verwatlung21.pdf (abgerufen am 20.02.06, 13:08)
2 Vgl. Artikel Begriff der Schlüsselkompetenzen. In: http://www.zeva.uni-hannover.de/eiqa/Standards_SK.pdf (Abgerufen am10.02.2006, 14:55)
3 Artikel Thesen über Feuerbach. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 2. Dezember 2005, 14:40 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Thesen_%C3%BCber_Feuerbach&oldid=11270942 (Abgerufen: 7. März 2006, 08:59 UTC)
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