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Die Fabel - Umfang, Figuren, Aufbau und Stil

Scholary Paper (Seminar), 2000, 17 Pages
Author: Björn Fehrenbacher
Subject: German - Genres

Details

Event: Ausgewählte Kinder- und Jugendliteratur
Institution/College: University of Education Weingarten
Tags: Fabel, Umfang, Figuren, Aufbau, Stil, Ausgewählte, Kinder-, Jugendliteratur
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2000
Pages: 17
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 6  Entries
Language: German
Archive No.: V63330
ISBN (E-book): 978-3-638-56402-1
ISBN (Book): 978-3-638-79724-5
File size: 165 KB
Notes :
Die Fabel nimmt im Deutschunterricht der 5. und 6. Klassen aller Schularten eine zentrale Rolle ein. In der vorliegenden Hausarbeit soll der Frage nachgegangen werden, welche Merkmale für eine Fabel typisch sind, die gewonnenen Erkenntnisse werden dabei an Fabelbeispielen illustriert.


Abstract

Fabeln werden in fast allen approbierten Lesebüchern zurecht eingesetzt: Die Fabel kann, wenn sie in sinnvollem Rahmen verwendet wird, besonders der Erfüllung der Forderung nach Erziehung dienen, sofern der Leser bereit ist, den Fabelinhalt kritisch zu hinterfragen und sich auf Reflexionen über den Fabelinhalt einzulassen. Auch die Kürze, kurz die Überschaubarkeit des Fabeltextes, ist daher für den Unterricht von entscheidender Bedeutung. Die vorliegenden Erläuterungen sollen nicht den Anspruch erheben, die Fabel in allen, nennenswerten Details vorzustellen, dennoch sollen im Wesentlichen charakteristische Strukturmerkmale einer klassisch-typischen Fabel aufgezeigt werden, ehe der typische Fabelaufbau an mehreren Beispielen illustriert wird. Eine Betrachtung ausgewählter Stilzüge sowie die Berücksichtigung sprachlicher Merkmale anhand zweier Unterrichtsbeispiele kompensieren die Ausführungen.


Excerpt (computer-generated)

Seminararbeit

Die Fabel

Seminar:
Ausgewählte Kinder- und Jugendliteratur
(WS2000/2001)

Hochschule: Pädagogische Hochschule Weingarten

von

Björn Fehrenbacher

 

 

Inhaltsverzeichnis  2

Einleitende Worte  3

1 Umfang der Fabel  4

2 Handelnde Figuren und ihre Eigenschaften  6

3 Angaben zu Ort und Zeit  8

4 Aufbau der Fabel  9

5 Ausgewählte Stilzüge und sprachliche Charakteristika der Fabel von Luther
(Vom Frosch und der Maus) und Lessing (Eiche und Schwein)  15

 

 

Einleitende Worte

Fabeltexte werden in fast allen approbierten Lesebüchern der betreffenden Schulstufen angeboten.

Die Fabel kann, wenn sie entsprechend eingesetzt wird, besonders zur Erfüllung der Forderung nach Erziehung dienen, sofern der Leser bereit ist, den Fabelinhalt kritisch zu hinterfragen und sich auf Reflexionen über den Fabelinhalt einzulassen. Mit den Worten Dithmars ausgedrückt, ist die Fabel daher eine „spezifische Sprachform des kritischen Denkens.“1 Auch die Kürze und Prägnanz, kurz die Überschaubarkeit des Fabeltextes ist daher für den Unterricht von entscheidender Bedeutung.

Die vorliegende Hausarbeit soll keineswegs den Anspruch erheben, die Fabel in allen Details vorzustellen, dennoch sollen im Wesentlichen charakteristische Strukturmerkmale einer klassisch-typischen Fabel aufgezeigt und erläutert werden. Den Strukturmerkmalen schließen sich Beispiele des typischen Fabelaufbaus an – illustriert an Fabelbeispielen, auf welche besonders eingegangen wird. Eine Betrachtung ausgewählter Stilzüge sowie die Berücksichtigung sprachlicher Merkmale anhand zweier Unterrichtsbeispiele runden die Arbeit ab.

1 Umfang der Fabel

Die klassische, typische Fabel zeichnet sich durch Kürze, Gezieltheit und Einfachheit der dargestellten Welt aus. Die Forderung zur Kürze der Fabel wird vor allem im 18. Jahrhundert durch Lessing besonders betont.

„Wenn ich mir einer moralischen Wahrheit durch die Fabel bewußt werden soll, so muß ich die Fabel auf einmal übersehen können; und um sie auf einmal übersehen zu können, muß sie so kurz seyn als möglich. Alle Zierathen sind dieser Kürze entgegen; denn ohne sie würde sie noch kürzer seyn können: folglich streiten alle Zierathen, in so fern sie leere Verlängerungen sind, mit der Absicht der Fabel.“1

Nach Meinung Lessings muss die Fabel also kurz und knapp gehalten sein. Die Fabel sollte auf einen Blick übersehen werden können, sie sollte also nicht schwer zu verstehen sein, sondern muss für alle Bevölkerungsschichten eindeutig verstanden werden können. Das die oben erwähnten ´leeren Verlängerungen´ von der Intention der Fabel abführen, hat Lessing selbst in seiner Fabel vom „Besitzer des Bogens“ einleuchtend veranschaulicht.

G.E. Lessing: Vom Besitzer des Bogens2
Ein Mann hatte einen trefflichen Bogen von Ebenholz, mit dem er sehr weit und sicher schoß und den er ungemein wert hielt. Einst aber, als er ihn aufmerksam betrachtete, sprach er: Ein wenig zu plump bist du doch! All deine Zierde ist die Glätte. Schade! – Doch dem ist abzuhelfen; fiel ihm ein. Ich will hingehen und den besten Künstler Bilder in den Bogen schnitzen lassen. – Er ging hin; und der Künstler schnitze eine ganze Jagd auf den Bogen; und was hätte sich besser auf einen Bogen geschickt, als eine Jagd? Der Mann war voller Freuden. ´Du verdienst diese Zierathen, mein lieber Bogen!´ – Indem will er ihn versuchen; er spannt, und der Bogen – zerbricht.

Lessings Fabel ist auf dem Höhepunkt angelangt, der am Ende steht, und eine eindeutige Aussage mit sich bringt:

[....]


1 Dithmar, Reinhard, 1971: Die Fabel. Schöningh: Paderborn

---

1 Dithmar,1971, 99.

2 ebd.


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