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Anthropologie des Eigeninteresses bei Thomas Hobbes

Termpaper, 2006, 15 Pages
Author: Britta Plantener
Subject: Philosophy - Early Modern Philosophy (approx. 1350 - 1600)

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 15
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V63343
ISBN (E-book): 978-3-638-56413-7
ISBN (Book): 978-3-638-81379-2
File size: 163 KB
Notes :
Die Hausarbeit habe ich im Rahmen der Pädagogischen Studien (LA GYM) im Fachbereich Philosophie geschrieben. Sie dient als Examensprüfungsleistung im Wahlfach Pädagische Studien und war an ein Referat gekoppelt (deshalb der kleinere Umfang).


Abstract

In dieser Arbeit sollen im folgenden Abschnitt zunächst die Gedanken Thomas HOBBES’ nachgezeichnet werden, der neben vielen anderen den Versuch unternahm, die allgemeingültigen Kriterien moralischen – und rechtlichen Handelns aufzustellen. Besonders herausgestellt sei zunächst die Methodik, mit der HOBBES seine Aufgabe zu bewältigen sucht. Als Textgrundlage des dritten Abschnitts (C.) dienen Auszüge2 aus HOBBES Leviathan von 1651 und Vom Menschen 1658. Schlussendlich werden HOBBES Kritiker zu Wort kommen, die sein Menschenbild in den kommenden Jahren anzweifeln, aber auch ergänzen und auch deutlich machen, inwieweit Begriffsinhalte von ihrer Zeit bestimmt werden. Es stellt sich die Frage: Was bleibt von HOBBES nach inzwischen über 300 Jahren Werte- und Normen-Diskussion? Ist seine Staatsform, aus dem zeithistorischen Kontext herausgenommen, wirklich ein Ideal oder nur eine Übergangslösung, um den Menschen unter Kontrolle zu bringen?


Excerpt (computer-generated)

Christian-Albrechts-Universität Kiel
Philosophisches Seminar
Seminar: Egoismus – Altruismus
Wintersemester 2005/06

Anthropologie des Eigeninteresses bei Thomas Hobbes

von

Britta Plantener

 

 

 

Gliederung

Einleitung  3

A. Kurzbiographie  4

B. Moderner Methodentransfer – ein Paradigma der Naturwissenschaft  4

I. Etwas mehr more geometrico  5
II. Hobbesches Vertragswesen  6

C. Psychologische Grundlegung des Egoismus  6

I. Ein Leben unter Wölfen  6
II. Wie sich ein Wolf die Zähne zieht  7
III. Wie man einen gezähmten Wolf zahm hält  8

1. Der Verzicht auf ein Gut  9
2. Die Art des Verzichts  9
3. Zu erstrebende Güter  9
4. Ausdruck von Affekten  10

D. Kritik aus den eigenen Reihen  11

E. Was bleibt?  12

Literaturliste  15

 

 

Einleitung

Nicht zuletzt der „Stern“-Serie „Sehnsucht nach alten Werten“ vom Ende des letzten Jahres konnte man entnehmen, dass ‚Werte’ und ‚Normen’1 ein ständig diskutiertes aber auch weites Feld sind.

Inwieweit Werte und Normen in einer Gesellschaft tonangebend sind, scheint vor allem dann interessant zu sein, wenn die aktuelle Trendlinie dies offenkundig korrespondiert. Vielleicht wird zu diesem Anlass der verstaubte „Knigge“ aus dem Regal hervorgeholt, vielleicht hört man einen Politiker in der aktuellen Arbeitsmarktpolitik von „gefräßigen Heuschrecken“ sprechen oder sieht sich von einer kleinen inneren Stimme genötigt, eben nicht bei einer roten Ampel über die Kreuzung zu laufen, obwohl gerade keiner guckt. 

Was für den einen eine einfache – automatisierte – Verhaltensweise ist, führt einen anderen vielleicht in ein moralisches Dilemma.

Doch wer entscheidet wie in bestimmten Situationen und in welcher Weise gehandelt werden kann oder darf? Wird überhaupt bewusst gehandelt und jede Handlung reflektiert, gibt es so etwas wie einen ‚Normen-Kanon’ nach dem wir das entscheiden können?

In dieser Arbeit sollen im folgenden Abschnitt zunächst die Gedanken Thomas HOBBES’ nachgezeichnet werden, der neben vielen anderen den Versuch unternahm, die allgemeingültigen Kriterien moralischen – und rechtlichen Handelns aufzustellen. Besonders herausgestellt sei zunächst die Methodik, mit der HOBBES seine Aufgabe zu bewältigen sucht. Als Textgrundlage des dritten Abschnitts (C.) dienen Auszüge2 aus HOBBES Leviathan von 1651 und Vom Menschen 1658.

Schlussendlich werden HOBBES Kritiker zu Wort kommen, die sein Menschenbild in den kommenden Jahren anzweifeln, aber auch ergänzen und auch deutlich machen, inwieweit Begriffsinhalte von ihrer Zeit bestimmt werden. Es stellt sich die Frage: Was bleibt von HOBBES nach inzwischen über 300 Jahren Werte- und Normen-Diskussion? Ist seine Staatsform, aus dem zeithistorischen Kontext herausgenommen, wirklich ein Ideal oder nur eine Übergangslösung, um den Menschen unter Kontrolle zu bringen? 

A. Kurzbiographie 3

Thomas HOBBES wurde am 5. April 1588 im südwestenglischen Westport in der Nähe von Malmesbury geboren und war ein hochbegabtes Kind, dessen Talente durch einen wohlhabenden Onkel gefördert wurden. Mit nur 17 Jahren beendete HOBBES sein Studium mit dem akademischen Grad eines Baccalaureus Artium an der Universität Oxford und wird, da er nicht in Oxford unterrichten wollte, Hauslehrer bei der adligen Familie CAVENDISH und dem späteren Earl of DEVONSHIRE. Diese Anstellung bindet ihn in einem freundschaftlichen Verhältnis sein ganzes Leben an die Familie CAVENDISH und eröffnet HOBBES viele Perspektiven.

So reist HOBBES mehrere Male als Begleiter auf Bildungsreise durch Europa und hat Zugang zu den angesehensten Geistes- und Naturwissenschaftlern der Neuzeit, wie u.a. Francis Bacon, Abbé Marin Mersenne, René Descartes und Galileo Galilei. Weiterhin lässt ihm seine Anstellung viel Raum für eigene Studien, zeitausschöpfende Übersetzungen griechischer Texte in die englische Sprache und bietet ihm, bis in den Tod am 4. Dezember 1679, persönlichen Schutz.

B. Moderner Methodentransfer – ein Paradigma der Naturwissenschaft Es ist abzusehen, dass HOBBES in einer äußerst produktiven, aber auch turbulenten, Zeit lebte. GALILEI leitete ein neues physikalisches Zeitalter ein und die Methoden der mathematischen Wissenschaften rückten vermehrt in den Fokus der Philosophie, Szientismus4 ist ein neues Schlagwort. HOBBES selbst kam erst 1630 in Paris mit der Geometrie in Kontakt, doch früh genug, um deren methodische Vorgehensweise in seine politische Philosophie einfließen zu lassen.

[....]


1 Die Begriffe ‚Werte’ und ‚Normen’ sind an dieser Stelle als die Worthülsen genannt, als die sie auch in der aktuellen Debatte auftauchen, also ohne Eigenwertung.

2 HOBBES, THOMAS: Psychologische Grundlagen des Egoismus. In: Texte der Ethik; BIRNBACHER, D. (Hrsg.), HOERSTER, N., S.169 – 178, München12 2003.

3 Vgl. KERSTING, 2002.

4 Szienismus (nach KERSTING, 2002): Kritische Bezeichnung für Versuche der Übertragung von Methoden und Prinzipien naturwissenschaftlicher Forschung auf Probleme der Philosophie. (Brockhaus in zwei Bänden, 1984). So formten beispielsweise Francis BACON und John LOCKE den engl. Empirismus aus.


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