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Examensarbeit, 2006, 98 Seiten
Autor: Harm Sönksen
Fach: Agrarwissenschaften
Details
Institution/Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin (Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät)
Tags: Ursachen, Diskrepanz, Anzahl, Betrieben, Anzahl, Auszubildender, Obstbau, Staatsexamen
Jahr: 2006
Seiten: 98
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 76 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-56414-4
Dateigröße: 1303 KB
Der Produktionsgartenbau hat aktuell mit Nachwuchssorgen zu kämpfen, vor allem der Obstbau findet kaum Bewerber, 2004 gab es 262 Auszubildenden zum Gärtner/in in der Fachrichtung Obstbau. Und das in einer Zeit in der seit Jahren das Problem Jugendarbeitslosigkeit immer wieder ganz oben auf der politischen Agenda steht.
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Zusammenfassung / Abstract
Abstract Jugendarbeitslosigkeit, Ausbildungsplatzmangel und die in diesem Zusammenhang oftmals diskutierte mangelnde Berufsfähigkeit von Schulabgängern, sind immer noch aktuelle Themen in Politik und Gesellschaft. Im Rahmen dieser Arbeit werde ich versuchen die Ausbildungsplatzsituation im Obstbau möglichst differenziert darzustellen. Die Branche Gartenbau gliedert sich in 7 Fachrichtungen, Baumschule, Zierpflanzenbau, Gemüsebau, Garten- und Landschaftsbau, Staudengärtner, Friedhofsgärtner und Obstbau. Für jede Fachrichtung gibt es entsprechend auch einen Ausbildungsberuf. „Mit bundesweit rund 20 000 Ausbildungsverhältnissen stellt der Gärtner den bedeutendsten Ausbildungsberuf im Berufsfeld "Agrarwirtschaft" dar. Qualifizierte Fach- und Führungskräfte werden in vielen Bereichen des Gartenbaus gesucht und haben gute Berufschancen und Zukunftsperspektiven.“ Wenn man die Ausbildungsstatistik der 7 Fachrichtungen des Gartenbaus jedoch genauer betrachtet bildet sich für den Obstbau ein deutliches Alleinstellungsmerkmal heraus. Es besteht eine enorme Diskrepanz zwischen der Anzahl der Obstbaubetriebe und der Anzahl der Auszubildenden im deutschen Obstbau. Wie die folgende Tabelle eindeutig darstellt, kommt auf 35 Obstbaubetriebe nur ein Auszubildender, in den anderen Fachrichtungen ist dieses Verhältnis wesentlich enger. Baumschule: 2.300 Betriebe, 1514 Auszubildende GaLaBau:12.087 Betriebe, 10077 Auszubildende Zierpflanzenbau: 9.561 Betriebe, 4132 Auszubildende Obstbau: 9.200 Betriebe, 262 Auszubildende Wie in der Einleitung bereits festgestellt wurde besteht in ganz Deutschland eine Diskrepanz zwischen der Anzahl der Betriebe, dem Ausbildungsplatzangebot und der Zahl der Auszubildenden im Obstbau. – Wo liegen die Ursachen für dieses Missverhältnis? – Nur wenn die Ursachen für die geringe Anzahl von Auszubildenden im deutschen Obstbau analysiert sind, können gezielte Maßnahmen ergriffen werden um zu mehr Auszubildenden im Obstbau zu kommen.
Textauszug (computergeneriert)
Humboldt-Universität zu Berlin
Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät
Wissenschaftliche Hausarbeit
Zur Ersten Staatsprüfung für das Amt des Studienrats
mit einer beruflichen Fachrichtung
Ursachen der Diskrepanz zwischen der hohen Anzahl an Betrieben und der geringen Anzahl Auszubildender im deutschen Obstbau
Harm Sönksen
Inhaltsverzeichnis
Einleitung ... 8
1. Problematik und Zielstellung ... 10
2. Fragestellung und Hypothesen ... 14
3. Untersuchungsmethodischer Weg ... 17
4. Darstellung der Ausgangssituation ... 18
4.1 Faktoren der betrieblichen Ausbildungsbereitschaft ... 19
4.2 Der Obstbau in Deutschland ... 20
4.2.1 Die Obstanbaugebiete in Deutschland ... 20
4.2.2 Größenstrukturen der deutschen Obstbaubetriebe ... 25
4.2.3 Strukturwandel im Obstbau ... 26
4.3 Ausbildungskosten im Obstbau ... 29
4.4 Saison Arbeitskräfte im Obstbau ... 32
4.5 Trends für die Ausbildung im Gartenbau in Deutschland ... 33
4.6 Demografische Entwicklung ... 34
5. Theoretische Auseinandersetzung mit den Hypothesen ... 35
5.1 Fachkräftebedarf im Obstbau ... 35
5.2 Die wirtschaftlichen Lage im Obstbau ... 37
5.3 Image und Berufsinformation ... 39
5.3.1 Das Image des Berufs Gärtner/in ... 39
5.3.2 Informationen zum Ausbildungsberuf Gärtner/in im Obstbau ... 42
5.4 Die geforderte „Ausbildungsreife“ für den Beruf Gärtner/in ... 43
5.5 Negativen Erfahrungen mit Auszubildenden als Ausbildungshemmnis ... 47
5.6.1 Berufschule als Ausbildungshemmnis ... 49
5.6.2 Durchschnittsalter der Lehrer in Deutschland ... 49
5.6.3 Anpassung der Lerninhalte an Veränderungen in der beruflichen Praxis ... 50
5.6.4 Zweiter Berufsschultag ... 50
5.6.5 Schulstandort ... 51
6. Überprüfung der Hypothesen durch eine Befragung ... 53
6.1 Fragebogenkonstruktion ... 53
6.2 Auswahlverfahren und Befragungsdurchführung ... 56
6.3 Ergebnisse der Befragung ... 57
6.4 Diskussion der Untersuchungsergebnisse ... 70
7. Schlussfolgerungen und Handlungsoptionen ... 73
8. Zusammenfassung ... 76
9. Quellenverzeichnis ... 77
Anlagen
Einleitung
„Bildung und Qualifizierung sind die Grundlagen unseres Wohlstands. (…) Deshalb muss jeder junge Mensch, der am Anfang des Berufslebens steht, eine Perspektive erhalten. Von der Ausbildung und Qualifizierung unserer Jugend hängt die Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft der deutschen Wirtschaft und der Gesellschaft insgesamt ab“ (Bundesministerium für Bildung und Forschung 2004: 1). Ein nicht zu vernachlässigender Anteil der deutschen Wirtschaft stellt der Sektor Agrarwirtschaft dar. Mit rd. 21,65 Mrd. € hatten Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei im Jahre 2004 einen Anteil von 1,1 % an der gesamten Bruttowertschöpfung der Bundesrepublik Deutschland von 1995 Mrd. €. Die Erzeugung von Garten- und Obstbauprodukten machte 2004 mit rund 4,96 Mrd. € 11,5 % des Produktionswertes der Landwirtschaft aus. Allein der Wert der Obstbauprodukte betrug 1.026 Mrd. € (Vgl. BMVEL 2005: 8). Und auch im Hinblick auf die Ausbildungsleistung steht der Sektor Agrarwirtschaft, in den Forderungen des Ausbildungspaktes,1 sehr gut da. Laut Berufsbildungsbericht liegt die Ausbildungsquote der Betriebe mit agrarwirtschaftlicher Produktion bei 6,6 (Vgl. Bundesregierung 2005: 133). Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge konnte 2005 bei den Gärtnern um 4,2 % erhöht werden (Vgl. DIHK 2005: 1). „Mit bundesweit rund 20.000 Ausbildungsverhältnissen stellt der Gärtner den bedeutendsten Ausbildungsberuf im Berufsfeld "Agrarwirtschaft" dar. Qualifizierte Fach- und Führungskräfte werden in vielen Bereichen des Gartenbaus gesucht und haben gute Berufschancen und Zukunftsperspektiven“ (LWK Weser-Ems 2005a).
Die Branche Gartenbau gliedert sich in 7 Fachrichtungen: Baumschule, Zierpflanzenbau, Gemüsebau, Garten- und Landschaftsbau, Staudengärtner, Friedhofsgärtner und Obstbau. Für jede Fachrichtung gibt es entsprechend auch einen Ausbildungsberuf.
Die stärkste Fachrichtung ist der GaLaBau mit rund 12000 Betrieben gefolgt vom Zierpflanzenbau und dem Obstbau mit rund 9200 Betrieben (Vgl. ZVG 2005).
Wenn man die Ausbildungsstatistik der 7 Fachrichtungen des Gartenbaus jedoch genauer betrachtet, bildet sich für den Obstbau ein deutliches Alleinstellungsmerkmal heraus.
Es besteht eine enorme Diskrepanz zwischen der Anzahl der Obstbaubetriebe und der Anzahl der Auszubildenden im deutschen Obstbau.
Die Ausbildungsquote im Gartenbau ist so hoch, weil der größte Teil der Auszubildenden aus der Fachsparte GaLaBau (Dienstleistungssektor) kommt, zwischen 1990 und 2000 stieg die Lehrlingszahl im GaLaBau um 115% (Vgl. Freyberg 2001: 57). Der Produktionsgartenbau hat hingegen mit Nachwuchssorgen zu kämpfen, vor allem der Obstbau findet kaum Bewerber, 2004 gab es 262 Auszubildenden zum Gärtner/in in der Fachrichtung Obstbau.
Und das in einer Zeit in der seit Jahren das Problem Jugendarbeitslosigkeit immer wieder ganz oben auf der politischen Agenda steht.
1. Problematik und Zielstellung
Wie in der Einleitung bereits festgestellt wurde, besteht eine enorme Diskrepanz zwischen der Anzahl der Obstbaubetriebe und der Anzahl der Auszubildenden im deutschen Obstbau. Die folgende Tabelle verdeutlicht diese Feststellung.
Tab. 1: Verhältnis der Auszubildenden zur Anzahl der Betriebe im deutschen Gartenbau (2004) (nur in der Download-Version verfügbar)
Auf 35 Obstbaubetriebe kommt nur ein Auszubildender, in den anderen Fachrichtungen ist dieses Verhältnis wesentlich enger.
Betrachtet man die Zahl der Auszubildenden im Obstbau im Vergleich der letzten Jahre von 1982-2004, wird keine große Veränderung deutlich. Die Anzahl pendelt um den Wert 240, die geringste Anzahl betrug 159 im Jahr 1991, die höchste Anzahl betrug 317 im darauf folgenden Jahr 1992 (Vgl. BML/BMVEL 2005). Doch es gibt auch Stimmen die einen Auszubildenden- Mangel feststellen. „Der Vorsitzender der Prüfungskommission Obstbau in Brandenburg Hans Eckert, sprach von Nachwuchssorgen in der Branche: Landesweit gibt es noch 6 bis 7 geprüfte Obstbaugärtner jährlich. `Das wäre früher nicht mal eine Lehrgruppe gewesen´“ (Eckert zitiert nach Klix 2001).
Da die Verteilung von Obstbau Betrieben in Deutschland regional stark variiert, kann die Annahme, dass Nachwuchssorgen in der Branche bestehen, nicht pauschal für Gesamtdeutschland geltend gemacht werden. Eine Analyse der Ausbildungsmarktsituation muss immer regional spezifisch erfolgen.
[...]
1 Nationaler Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland vom 16. Juni 2004. Mit diesem Pakt haben sich Wirtschaft und die ehemalige Bundesregierung verpflichtet, gemeinsam die Ausbildungsleistung in den nächsten drei Jahren deutlich zu erhöhen. (Vgl. Ausbildungs-Pakt, 2004)
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