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Scholary Paper (Seminar), 1999, 30 Pages
Author: Joseph Badde
Subject: History - Middle Ages, Early Modern
Details
Institution/College: LMU Munich (Historikum)
Tags: Peter, Abaelards, Auseinandersetzungen, Domschule, Paris, Proseminar, Mittelalterliche, Geschichte, Universitäten, Mittelalter
Year: 1999
Pages: 30
Grade: 1-
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-13939-7
ISBN (Book): 978-3-640-20252-2
File size: 280 KB
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Abstract
Abaelard (1079-1142) zählt wohl zu den führenden und umstrittensten Denkern seiner Zeit. Seine außergewöhnliche Lebensgeschichte, die im besonderen durch seine tragische Liebschaft mit Heloise bis heute immer wieder neu entdeckt wird, fällt besonders auf. Daß er dann von Rom aus noch als Ketzer verurteilt wurde, macht ihn fast zum Märtyrer für die Wissenschaft, denen besonders heute die Sympathie eines breiten Mainstream entgegenkommt. Doch was war Abaelard für eine Persönlichkeit? War er der große, nicht verstandene Lehrer, gegen den der gesamte orthodox-konservative Klerus zu stehen schien? In seinem eigenen Leidensbericht, der “Historia calamitatem”, in dem er Rechenschaft ablegt, sieht er sich vornehmlich als Opfer und somit ist diese nicht als objektive Quelle zu gebrauchen. Auch erinnert sie mich – dieser Vergleich mag weit hergeholt sein – an eine kürzlich in Deutschland erschienene Rechtfertigungsschrift eines bekannten Politikers. Da “Historia calamitatem” also mit Vorsicht zu genießen ist, stellt sich die Frage, wie man sonst noch an die Persönlichkeit Abaelard herangehen kann. Ein Weg könnte eine genauere Betrachtung seiner Auseinandersetzung mit seinen ersten drei Lehrern (Roscelin de Compiègne, Wilhelm von Champeaux und Anselm von Laon) sein. Ging es bei diesen Auseinandersetzungen Abaelard um die wissenschaftliche Sachlichkeit oder waren persönlicher Ehrgeiz und Revierverteidigung andererseits der wahre Grund der Streitigkeiten? Um diesem Sachverhalt tieferen Aufschluß zu geben, werde ich im folgenden Abaelards anfängliche Zeit in Paris genauer betrachten. War er wirklich der Zeit in seiner Geisteshaltung voraus und war sein Eintreten für das Primat der Vernunft die Hauptquelle seines tragischen Schicksals? Ich hoffe mit meinen Ausführungen dieser Frage etwas tiefer auf den Grund gehen zu können.
Excerpt (computer-generated)
Peter Abaelards - Auseinandersetzungen an der Domschule von Paris
PROSEMINAR MITTELALTERLICHE GESCHICHTE
UNIVERSITÄTEN IM MITTELALTER
SOMMERSEMESTER 99
INHALT
I. Einleitung
II. Zeitlicher Hintergrund
II. 1. Schulen zur Zeit Abaelards
II. 2. Wanderstudium und die ersten Lehrer
II. 3. Roscelin de Compiègne
III. Das erste mal in Paris
III. 1. Student und junger Lehrer
III. 2. Wilhelm von Champeaux und der Universalienstreit
III. 3. Die erste Auseinandersetzung mit seinem Lehrer
IV. Der Zwischenaufenthalt in Laon
IV. 1. Die Situation in Laon
IV. 2. Abaelards Auseinandersetzung mit Anselm von Laon
IV. 3. Rückkehr nach Paris als Leiter der Domschule
VI. Beurteilung
Lebenslauf
Quellen
Literatur
I. Einleitung
Abaelard (1079-1142) zählt wohl zu den führenden und umstrittensten Denkern seiner Zeit. Seine außergewöhnliche Lebensgeschichte, die im besonderen durch seine tragische Liebschaft mit Heloise bis heute immer wieder neu entdeckt wird, fällt besonders auf. Daß er dann von Rom aus noch als Ketzer verurteilt wurde, macht ihn fast zum Märtyrer für die Wissenschaft, denen besonders heute die Sympathie eines breiten Mainstream entgegenkommt.
Doch was war Abaelard für eine Persönlichkeit? War er der große, nicht verstandene Lehrer, gegen den der gesamte orthodox-konservative Klerus zu stehen schien?
In seinem eigenen Leidensbericht, der "Historia calamitatem", in dem er Rechenschaft ablegt, sieht er sich vornehmlich als Opfer und somit ist diese nicht als objektive Quelle zu gebrauchen. Auch erinnert sie mich - dieser Vergleich mag weit hergeholt sein - an eine kürzlich in Deutschland erschienene Rechtfertigungsschrift eines bekannten Politikers.
Da "Historia calamitatem" also mit Vorsicht zu genießen ist, stellt sich die Frage, wie man sonst noch an die Persönlichkeit Abaelard herangehen kann.
Ein Weg könnte eine genauere Betrachtung seiner Auseinandersetzung mit seinen ersten drei Lehrern (Roscelin de Compiègne, Wilhelm von Champeaux und Anselm von Laon) sein.
Ging es bei diesen Auseinandersetzungen Abaelard um die wissenschaftliche Sachlichkeit oder waren persönlicher Ehrgeiz und Revierverteidigung andererseits der wahre Grund der Streitigkeiten? Um diesem Sachverhalt tieferen Aufschluß zu geben, werde ich im folgenden Abaelards anfängliche Zeit in Paris genauer betrachten. War er wirklich der Zeit in seiner Geisteshaltung voraus und war sein Eintreten für das Primat der Vernunft die Hauptquelle seines tragischen Schicksals?
Ich hoffe mit meinen Ausführungen dieser Frage etwas tiefer auf den Grund gehen zu können.
II. Zeitlicher Hintergrund
II. 1. Schulen zur Zeit Abaelards
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