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Autor: Harald Lohmann
Fach: Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
Details
Institution/Hochschule: FernUniversität Hagen
Tags: Einsatz, Lernmanagement-Systems, Unterstützung, Lernprozessen, Entwicklung, Evaluation, Projekts, Englischunterricht, Fernstudiengang, Festum
Jahr: 2006
Seiten: 66
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 37 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1363 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-56546-2
ISBN (Buch): 978-3-638-73501-8
Über einen Zeitraum von drei Monaten hat die Klasse 7 eines Gymnasiums die Hefte und Stifte beiseite gelegt und ausschliesslich mit einem Lernmanagement-System gearbeitet. Dabei wurden im Blended Learning Präsenz- (der normale Unterricht) und Online-Phasen erprobt. Die vorliegende Arbeit beschreibt das Projekt und evaluiert die Resultate.
Zusammenfassung / Abstract
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit der Einsatz eines Lernmanagement-Systems die Lernerkompetenz steigern kann. Dabei wird eine Lerngruppe einer Klasse 7 an einem Gymnasium in privater Trägerschaft für den Zeitraum von etwa 10 Wochen in einer Online-Plattform Unterrichtsinhalte und Übungen bearbeiten und so zu einer neuen Form des Blended Learning herangeführt werden. Gerade diese Zweiteilung des Lernprozesses allerdings ist für den schulischen Bildungsprozess noch Neuland. Haben in universitären und berufsbildenden Bereichen schon zahlreiche LMS ihre Anwendungsbereiche gefunden, so stecken die Erfahrungen mit Schülern noch in den Kinderschuhen. Gerade hier sind besondere Gefahren der Diskriminierung oder sozialen Ausgrenzung bei der verpflichtenden Nutzung des Internets eine sehr große Hürde. Das Schulrecht sieht keine Möglichkeit einer verbindlichen Verpflichtung zum Einsatz eines Computers. Die Analyse und Auswertung der Effizienz ist daher im Regelfall nur eingeschränkt möglich. Aussagekräftige Erkenntnisse einer vollständigen Lerngruppe können aber nur gewonnen werden, wenn das Onlinelehren als verbindlich gesetzt wird. Mit Unterstützung der Schulleitung und der Einverständniserklärung der Eltern konnte dieses für den Zeitraum des Projekts gewährleistet werden. Ausgehend von grundlegenden Erläuterungen zum Erwerb einer Fremdsprache möchte ich Hinweise zu den curricularen Vorgaben für die Jahrgangsstufe 7 geben. Der konstruktivistische Ansatz hat mittlerweile seine feste Position in der Fremdsprachdidaktik und betont die rezeptiven und interaktiven Tätigkeiten des Schülers, setzt also besondere Akzente auf die Prozessorientierung. Hier liegen im Bereich des E-Learning neue Möglichkeiten der produktiven und kommunikativen Interaktion, die das Präsenzlernen nicht bieten kann. Die Mischform aus Präsenz- und Distanzlernen, das Blended Learning, findet als didaktischer Ansatz in den letzten Jahren immer mehr an Zuspruch. Die Adressatenschicht orientiert sich hier jedoch nahezu ausschließlich an Erwachsenenbildung. In dieser Arbeit wird die Effizienz von Blended Learning im schulischen Lernprozess in einem zeitlich befristeten Projekt genauer evaluiert und die Ergebnisse und Erkenntnisse in der Schlussreflexion kommentiert und bewertet.
Textauszug (computergeneriert)
Festum – Fernstudium Medien
Zusatzqualifikation / Weiterbildender Studiengang
Medien und Informationstechnologien in Erziehung, Unterricht und Bildung
Der Einsatz eines Lernmanagement-Systems
zur Unterstützung von Lernprozessen -
Entwicklung und Evaluation eines Projekts
für den Englischunterricht.
Harald Lohmann
01.02.2006
Inhaltsverzeichnis:
Vorwort
1. Einleitung ...1
2. Lerntheoretischer Hintergrund ...2
2.1 Fremdsprachliches Lernen ...2
2.2 Der Englischunterricht in der Mittelstufe ...4
2.3 Medienkompetenz ...5
2.4 Medienbezogenes Lernen im Fremdsprachenunterricht ...5
2.5 E-Learning im Bildungsbereich 6 2.5.1 Definition von E-Learning ...6
2.5.2 Der didaktische Mehrwert von E-Learning ...7
2.5.3 Blended Learning ...9
2.6 Die Entwicklung von mediengestützten Lernumgebungen ...10
2.6.1 Die Auswahl eines geeigneten LMS ...10
2.6.2 Das Learning-Management-System Moodle ...11
3. Durchführung des Projekts ...12
3.1 Die Lerngruppe ...12
3.2 Rahmenbedingungen ...12
3.3 Projektphasen ...13
3.3.1 Phasen 1 und 2 – Aufgabenstellung und Ziele ...13
3.3.2 Phase 3 – Verständigung über das Vorgehen ...13
3.3.3 Phase 4 – Erarbeitung von Grundlagen ...14
3.3.3.1 Der strukturelle Aufbau der Projektoberfläche ...16
3.3.3.2 Logfiles ...16
3.3.3.3 Die Erstellung von Content ...17
3.3.3.4 Die Module des LMS Moodle ...17
3.3.4 Phase 4 – Aufgabenlösung ...22
3.3.5 Phasen 5 und 6 – Vergleich, Zusammenfassung und Anwendung ...23
3.3.6 Phase 7 – Weiterführung und Bewertung ...23
4. Evaluierung der Ergebnisse ...24
4.1 Grundlage der Evaluierung ...24
4.2 Eingrenzende Faktoren ...24
4.3 Aktivitäten in Moodle ...25
4.4 Hot Potatoes™ – Übungen zur Festigung von Grammatikkenntnissen ...25
4.5 Vergleich von Onlinelernen und Präsenzlernen ...27
4.5.1 Moodle und Klassenarbeit – Aktivitätskriterium ...27
4.5.2 Moodle und Klassenarbeit – Ergebniskriterium ...30
4.5.3 Moodle und Klassenarbeit – offene Aufgabenstellung ...31
4.6 Lerntagebuch ...31
4.7 Umfrageergebnisse ...31
4.7.1 Ergebnis der Schülerbefragung ...32
4.7.2 Ergebnis der Elternbefragung ...32
4.8 Fazit ...33
4.9 Ausblick ...35
Literaturverzeichnis
Anhang
Vorwort
"Wenn der Wind der technischen Entwicklungen weht, dann kann man versuchen, das eigene Terrain mit einer Mauer zu schützen; oder man baut Windmühlen, um den Wind zu nutzen." (Euler, 10)
Euler trifft mit dieser Pauschalisierung den Kern des Schulsystems. Die Pädagogen der heutigen Zeit müssen sich im Zuge eines umfassenden Paradigmenwechsels im Schulsystem wiederholt mit der Frage auseinandersetzen, wo sie die Kraft und die Motivation für den Bau von Windmühlen hernehmen sollen, wenn der Bau einer Schutzmauer bis zum Erreichen des Rentenalters der zunächst leichtere Weg wäre. Stichworte wie Lernstandserhebung, Zentralabitur, Kernlehrplan oder Schulprofil geistern durch die Lehrerzimmer unseres Landes und sorgen für wachsenden Unmut angesichts der Mehrbelastung und des Halbzeitwertes von ministerialen Erlässen.
Eine dieser Windmühlen könnte als E-Learning bezeichnet werden. Die vorliegende Arbeit untersucht, basierend auf lerntheoretischen Grundlagen, die Praktikabilität dieses neuen Feldes E-Learning als eine Ergänzung zum traditionellen Unterricht. Inwieweit die Nutzung dieser Windmühle hier erfolgreich im Sinne einer Effizienzsteigerung des Lernprozesses sein kann und seinen festen Platz im schulischen Bildungsrahmen bekommen sollte oder nur eine neue Spielwiese für innovativ denkende und noch motivierte Pädagogen darstellt, bleibt abzuwarten.
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage und der exemplarischen Analyse, inwieweit der Einsatz eines Lernmanagement-Systems (LMS) die Fremdsprachkompetenz steigern kann. Die Zielgruppe der Untersuchung besteht aus einer Schulklasse, die mit Onlinelernen das traditionelle Präsenzlernen ergänzen soll. Gerade diese Zweiteilung des Lernprozesses ist für den schulischen Bildungsprozess noch Neuland. Haben in universitären und berufsbildenden Bereichen schon zahlreiche LMS ihre Anwendungsbereiche gefunden, so stecken die Erfahrungen mit Schülern noch in den Kinderschuhen.
Ausgehend von grundlegenden Erläuterungen zum Erwerb einer Fremdsprache gebe ich Hinweise zu den curricularen Vorgaben für die Jahrgangsstufe 7. Beim E-Learning liegen im konstruktivistischen Ansatz, der mittlerweile seine feste Position in der Fremdsprachdidaktik eingenommen hat (vgl. Timm, 9), neue Möglichkeiten der produktiven und kommunikativen Interaktion vor, die das Präsenzlernen nicht bieten kann. Die Mischform aus Präsenz- und Distanzlernen, das Blended Learning, findet daher vielleicht als didaktischer Ansatz auch eine Berechtigung in der Schule. Fraglich ist, ob sich der Lernprozess im Englischunterricht mit Hilfe eines LMS steigern lässt.
In einem zeitlich befristeten Projekt mit einer 7. Gymnasialklasse wird diese Mischung von schulischem Lernprozess und der Arbeit in einem LMS untersucht und anhand der erzielten Ergebnisse in beiden Bereichen evaluiert. In einer Schlussreflexion werden diese Ergebnisse und Erkenntnisse kommentiert und bewertet werden.
2. Lerntheoretischer Hintergrund
2.1 Fremdsprachliches Lernen
Die Fremdsprachendidaktik der letzten Jahre hat den Konstruktivismus als neues Paradigma entdeckt und gelegentlich etwas überstrapaziert. So wurde ein klares Feindbild im Instruktivismus geschaffen, das es aber nicht vermochte, den Unterricht in seiner Vielfalt zu klassifizieren (vgl. Rösler, 216). Eine erfreuliche Entwicklung bestand darin, dass man Mitte der neunziger Jahre nicht mehr glaubte, „etwas umsetzen oder gar anwenden zu müssen.“ (Rösler, 214). Handlungsorientierter Unterricht und Konstruktivismus wurden nahezu gleichgesetzt. Dabei besteht die Kunst des handlungsorientierten Unterrichts darin, dass Lehrer den Schülern Sprechanlässe geben, die dazu führen, dass sie das, was sie sagen sollen als etwas empfinden, was sie sagen wollen (vgl. Jost/Multhaup, 32), wobei das Handeln deutlich ergebnis- bzw. zielbezogene Komponenten hat. Ist es so zu Veränderungen im Verhalten, im Wissensstand oder den sozial-kognitiven Dispositionen gekommen, dann hat der Schüler etwas gelernt (vgl. Tulodziecki, 2004, 55).
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