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Entstehungstheorien zum Genus der Sprache

Scholary Paper (Seminar), 2006, 18 Pages
Author: Michael Heina
Subject: Speech Science / Linguistics

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 18
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V63555
ISBN (E-book): 978-3-638-56580-6
ISBN (Book): 978-3-638-76722-4
File size: 181 KB

Abstract

Diese Arbeit stellt verschiedene Entstehungstheorien zum Genus der Sprache vor. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den beiden theoretischen Standpunkten der Anhänger der Theorie der Analogischen Ausbreitung auf der einen Seite, sowie den Vertretern der Animismustheorie auf der anderen Seite. Die Sexustheorie wird hierbei ausgespart und erst bei der abschließenden Vorstellung der Animismustheorie wieder aufgreifen, da eine strikte Trennung zwischen Animismus und Sexus nicht möglich ist.


Excerpt (computer-generated)

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Institut für Allgemeine Sprachwissenschaft
Sommersemester 2006, 2. Fachsemester

Entstehungstheorien zum Genus der Sprache

von: Michael Heina

 


INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG 2

2. HAUPTSTANDPUNKTE DER GENUSFUNKTION UND –ENTSTEHUNG 3

2.1. THEORIEN ZUR GENUSFUNKTION  3
2.2. THEORIEN ZUR GENUSENTSTEHUNG  4

3. ANALOGISCHE AUSBREITUNG 7

3.1. ANALOGIE: ALLGEMEIN  7
3.2. ANALOGIE: GENUS  9

4. ANIMISMUSTHEORIE  12

4.1. ANIMISMUS: ALLGEMEIN 12
4.2. ANIMISMUS: GENUS 13
4.3. ANIMISMUS UND SEXUS  14

5. ANALOGIE VS. ANIMISMUS  15

6. FAZIT  16

LITERATURVERZEICHNIS  17



 

 

1. Einleitung

Im Rahmen der folgenden Hausarbeit möchte ich verschiedene Entstehungstheorien zum Genus der Sprache vorstellen. Das Hauptaugenmerk werde ich dabei auf die beiden theoretischen Standpunkte der Anhänger der Theorie der Analogischen Ausbreitung auf der einen Seite, sowie den Vertretern der Animismustheorie auf der anderen Seite richten, da diese die Haupttheorien im Bereich der Genusentstehung darstellen. Ich werde bis kurz vor Schluss versuchen, die Sexustheorie aus meiner Betrachtung herauszulassen und erst bei der abschließenden Vorstellung der Animismustheorie sie wieder aufgreifen, da eine strikte Trennung zwischen Animismus und Sexus nicht möglich ist, dies aber für die Vorgehensweise von Nöten ist.

Mein Vorgehen habe ich in sechs größere Unterpunkte aufgeteilt, wobei der erste, die Einleitung, hiermit schon erwähnt sei um mit den wichtigeren fortzufahren. In Punkt zwei charakterisiere ich zunächst die Hauptstandpunkte der Genusfunktion. Dieses ist als erweiterte Einleitung zum Hauptteil zu sehen, da die Theorien der Genusfunktion und die der Genusentstehung zu großen Teilen auf denselben theoretischen Grundlagen stehen und voneinander wechselseitig abhängig sind. Um zu wissen was etwas macht und wie es funktioniert, muss zuerst die genaue Herkunft geklärt sein, ansonsten fehlt das Fundament für die Forschung. Nach der Vorstellung der Funktionstheorien fahre ich mit den wichtigsten Standpunkten der Genusentstehung fort. Um Vergleichsmöglichkeiten zu schaffen werde ich auch auf die im Hauptteil behandelten Theorien kurz eingehen. Im Hauptteil beginne ich mit dem dritten Punkt, der Analogischen Ausbreitung und der Klärung der dafür benötigten Begriffe. Diese werde ich dann auf das Genus im speziellen beziehen und versuchen den Standpunkt dieser Theorie zu verdeutlichen und mit Beispielen zu belegen.

Ähnlich werde ich bei Punkt vier der Vorstellung des Animismus sowie der Animismustheorie verfahren. Zusätzlich werde ich hier auf die Ähnlichkeiten zwischen Animismus und Sexus hinweisen. Mit Punkt fünf wird ein Vergleich zwischen beiden Theorien angestrebt und über die grundsätzlichen Gegensätzlichkeiten gesprochen. Im Fazit, das als sechster Punkt den Schluss bildet, werde ich mein Untersuchungsergebnis noch kurz zusammenfassen und auf den neuesten Stand der Forschung in diesem Gebiet hinweisen. Ganz sicher sein kann man sich auf diesem Gebiet leider nicht, denn es gibt keine primären Quellen die über eine Entstehung des Genus in der Sprache berichten oder sein erstes Erscheinen dokumentieren, im Gegenteil.

2. Hauptstandpunkte der Genusfunktion und –entstehung

„Über die rätselhafte, nirgends belegte Entstehung von Genus in den verschiedenen Sprachfamilien, wird in der Vergleichenden Sprachwissenschaft seit der griechischen Antike spekuliert, phantasiert und theoretisiert.“ (Bußmann, 1995: Hyperlink1) Versucht man dennoch Licht ins Dunkel der Entwicklung zu bringen entdeckt man, dass sich Protagoras als erster im 5. Jahrhundert v. Chr. mit der Ordnung verschiedener Nomina nach den Kategorien „maskulin“, „feminin“ und „unbelebt“ beschäftigte. Eine weitergehende Unterscheidung traf Aristoteles, der schon zwischen Genus und Sexus zu unterscheiden wusste. (vgl. Fischer 2005: 29) Nachdem diese grammatische Kategorie in die Sprachwissenschaft eingeführt worden war, begannen auch gleich Auseinandersetzungen über die Entstehung und die Funktion des Genus. Da ich mich in dieser Arbeit vornehmlich den Entstehungstheorien des Genus widmen möchte, spreche ich die Theorien über die Funktion nur kurz und der Vollständigkeit halber an.

2.1. Theorien zur Genusfunktion

Nach Weber sind in der Diskussion zur Funktion des Genus drei Theorien vorherrschend. Zum einen ist das die formal-grammatische Genustheorie. Diese verzweigt sich noch in zwei Untergruppen, den funktional formal-grammatischen Zweig sowie den nicht funktional formal- grammatischen Zweig. Die Unterschiede dieser Richtungen liegen im Wesentlichen darin, dass der nicht-funktionale Zweig sich darauf beschränkt, dem Genus die Funktion der Kongruenzerzeugung zuzuschreiben, während beim funktionalen Zweig der enge Zusammenhang der beiden Nominalkategorien Numerus und Genus das zentrale Ergebnis ist. (vgl. Weber 2001: 13) Die beiden weiteren Theorien, die Weber anführt, sind die sexualistische Theorie und die pronominale Theorie. Auf die sexualistische Theorie gehe ich unter dem Punkt Animismus und Sexus noch weiter ein.

Die pronominale Theorie ist die neueste Richtung und „trägt sowohl Anteile der sexualistischen als auch der formal-grammatischen Richtung in sich.“ (Weber 2001: 13) Sie ist aber keine Symbiose dieser beiden Theorien, vielmehr wird hier „die Überzeugung vertreten, dass der formale Ursprung des Genus substantivi beim Pronomen zu suchen ist […][und] Zusammenhänge zwischen den syntaktischen bzw. satzsemantischen Rollen der Nomen und dem Genus gesehen [werden].“ (Weber 2001: 13)

2.2. Theorien zur Genusentstehung

[...]


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