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Details

Institution/Hochschule: Universität Trier
Tags: Gender, Medien
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 18
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 21  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 197 KB
Archivnummer: V63593
ISBN (E-Book): 978-3-638-56602-5

Textauszug (computergeneriert)

Universität Trier, Fakultät: FB II (Japanologie)
Proseminar: Japanische Medien und Populärkultur
Semester: Winter 2005/2006

Gender und Medien - Ein Überblick

von: Susanne Schake

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 1

I. Gender und Gender Studies 2

1. Gender – Begriff, Kategorie und Bedeutung 2
2. Gender Studies – Entwicklung und Theorien 4

II. Medien und Gender 6

1. Medienproduktion – Die Entstehungsbedingungen 7
2. Medieninhalte – Was wird vermittelt? 8
3. Medienrezeption und geschlechtsspezifische Mediennutzung 10

III. Blick auf Japan 13

Schlussbetrachtung 14

Literaturverzeichnis 15




 

Einleitung

Was hat es überhaupt mit dem Begriff Gender auf sich und wie kann er in Zusammenhang mit den Medien gebracht werden? An welchen Stellen lassen sich Gender Studies und Medienwissenschaften verknüpfen? Diese zentralen Fragen sollen in der vorliegenden Arbeit beantwortet werden, mit dem Ziel, dem Leser einen Überblick über das Thema „Gender und Medien“ zu vermitteln. Dabei sollen sowohl die wesentlichen Forschungsinhalte, als auch die bisherigen Ergebnisse und noch ausstehende Desiderate der genderbezogenen Medienwissenschaften aufgezeigt werden.

Zunächst wird es darum wichtig sein, eine Einführung in die Kategorie Gender und die damit verbundene Forschung, die Gender Studies zu geben. Anschließend werden die konkreten Schnittpunkte zwischen dieser und der medienwissenschaftlichen Forschung betrachtet, wobei auf die einzelnen Bereiche Medienproduktion, Medieninhalt und Medienrezeption nochmals gesondert und detaillierter eingegangen wird. Das letzte Kapitel, welches einen Blick auf die gender-bezogenen Medienwissenschaften in Japan wirft, stellt in dieser Arbeit eher einen Zusatz- bzw. Sonderpunkt dar. Aufgrund der Entstehung der Arbeit im Fach Japanologie scheint es angebracht, zumindest einen kurzen Ausflug in das Land der aufgehenden Sonne zu unternehmen. Dennoch musste das Kapitel aus Mangel an Sprachkenntnis sehr knapp ausfallen, da die in diesem Zusammenhang benutzte wissenschaftliche Literatur sich lediglich auf eine einzige Rezensionssammlung beschränkt (GÖSSMANN: Frauen und Medien. Neue Publikationen aus den Jahren 1991 und 1994). Für die anderen Kapitel wurde jedoch weitreichende Literatur zu Aspekten der medien- und kommunikationswissenschaftlichen, sowie der soziologischen und psychologischen Geschlechterforschung herangezogen. Nun aber gleich zum ersten Kapitel, in dem sich die versprochene Einführung in die Gender-Thematik und der mit ihr verbundenen Forschung finden lässt.

I. Gender und Gender Studies

1. Gender – Begriff, Kategorie und Bedeutung

Möchte man den Begriff Gender in die deutsche Sprache übersetzen, so fällt es nicht leicht ein adäquates Wort zu finden. Gender bedeutet zwar im eigentlichen Sinne ‚Geschlecht’, aber dennoch muss man diese Übersetzung präzisieren. Gemeint ist hier nämlich nicht das biologische Geschlecht, welches seine englische Entsprechung in dem Wort ‚sex’ hätte, sondern das soziokulturelle Geschlecht.

An dieser Stelle würden sicherlich die meisten Menschen, die noch nie mit dem Gender- Begriff1 konfrontiert wurden, fragen, was es denn damit auf sich hat. Die Antwort ergibt sich dabei schnell aus dem Begriff selbst: Das soziokulturelle Geschlecht ist eine soziale und kulturelle Konstruktion, die durch gesellschaftliche Erwartungen entsteht und durch zahlreiche Institutionen wie z.B. die Schule oder die Medien – teils bewusst, teils unbewusst − aufrechterhalten und beeinflusst wird. Dieser Sachverhalt kann durch ein ganz einfaches Beispiel erläutert werden:

Ein Kind wird geboren. Aufgrund seines biologischen Geschlechts – sprich: seiner Geschlechtsmerkmale – wird es beispielsweise als Mädchen klassifiziert. Nach geschehener geschlechtlicher Einordnung wird es zunächst durch die Eltern, dann durch sein gesellschaftlich und kulturell geprägtes Umfeld hinsichtlich Kleiderwahl, Haarschnitt oder etwa Spielzeugauswahl beeinflusst. So sind einem Mädchen in den meisten Kulturen z.B. Röcke, Kleider und Puppen vorbehalten, während diese Dinge für kleine Jungen oft Tabu sind2, was diese häufig zunächst nicht begreifen oder akzeptieren wollen. Ihnen werden stattdessen eher Autos oder technisches Spielzeug durch Eltern und Umgebung nahe gelegt.

So werden die Kinder bereits ab der Geburt in ein zweigeschlechtliches System eingeordnet und der jeweils passenden Gender-Kategorie zugeordnet. Die Folgen dieser Zuordnung sind zum Einen die oben beschriebene geschlechtsspezifische Erziehung3 und eine daran angepasste individuelle Sozialisation, zugleich aber auch die allgemeine Zuschreibung von unterschiedlichen Charaktereigenschaften für Zugehörige der beiden Kategorien „männlich“ und „weiblich“. Diese verschiedenen Eigenschaften bilden oft sogar Gegensatzpaare, wie z.B. stark - schwach, mutig - ängstlich oder aktiv - passiv, so dass durch diese stereotypen Zuschreibungen die Polarisierung der Geschlechter weiter unterstützt wird. (MÜHLEN ACHS: Frauenbilder: Konstruktionen des anderen Geschlechts, 21f.) Eingebettet in ihr soziokulturelles Umfeld verinnerlichen die Kinder in der Regel die ihnen zugedachten geschlechtlichen Attribuierungen und wirken so durch die Selbstkonstituierung im Verlaufe ihrer Sozialisation am Entstehungsprozess ihres soziokulturellen Geschlechts mit. Dieser geschlechtsbildende Prozess, der in der Forschung mit doing gender bezeichnet wird, lässt sich durch das sehr prägnante und berühmte Zitat von Simone de Beauvoir auf den Punkt bringen: „Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.“ (Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht) Allerdings müsste diese Aussage auf den Mann erweitert werden, da dieser ebenso von der geschlechtlichen Einordnung und deren Folgen betroffen ist, wie die Frau.

[...]


1 Näheres zum Gender-Begriff, siehe STEPHAN: Gender , Geschlecht und Theorie, S.58f.

2 Zur Abgrenzung der Jungen gegenüber allem Weiblichen, vgl. AUFENANGER: Neue Helden für die Männer. Eine sozialisationstheoretische Betrachtung von Männlichkeit und Medien, S.76-78.

3 Mittlerweile existieren zwar auch Konzepte, die sich mit der genderfree education befassen, die jedoch bis jetzt keine breite Basis finden konnten.

Kommentare

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http://www.grin.com/e-book/63593/