Erstgespräch und Krisenintervention bei einer Gefährdung des Kindeswohls close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Erstgespräch und Krisenintervention bei einer Gefährdung des Kindeswohls

Autor: Christine Kiffmeier
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Lesen Sie im E-Book



Details

Veranstaltung: Beratungsansätze bei rechtlicher und psychosozialer Problemstellung in der Jugendhilfe
Institution/Hochschule: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (Fakultät für Soziale Arbeit)
Tags: Erstgespräch, Krisenintervention, Gefährdung, Kindeswohls, Beratungsansätze, Problemstellung, Jugendhilfe
Kategorie: Studienarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 23
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 218 KB
Archivnummer: V63655
ISBN (E-Book): 978-3-638-56656-8

Textauszug (computergeneriert)

Erstgespräch und Krisenintervention bei einer
Gefährdung des Kindeswohls

von: Christine Kiffmeier

Wintersemester 2003/04

 


Gliederung

I. Einleitung 3

II. Fakten zum Thema 3

1. Der Begriff: Kindeswohl 3
2. Der Begriff: Vernachlässigung 4
3. Ursachen der Kindesvernachlässigung 4

3.1 Armut 4
3.2 Hohes Krisenpotential 5
3.3 Mangelnde Kompetenzen 5

4. Merkmale und Symptome 6

4.1 Beim Kleinkind 6
4.2 Beim Kind 7

III. Der Fall 7

IV. Vorgehensweise nach Standard 7

1. Die Mitteilung 8

1.1 Vorgehensweise beim Eingang einer Mitteilung 8
1.2 Anwendung am Fall 8

2. Der Hausbesuch 9

2.1 Rechtlicher Standpunkt 9
2.2 Der Hausbesuch als Krisenintervention 9
2.3 Vorgehensweise während des Gesprächs 10

2.3.1 Standardisierter Anamnesebogen 12
2.3.2 Anwendung am Fall 12
2.3.3 Schlussfolgerungen 14

3. Risikoeinschätzung 14
4. Hilfeplan 15

4.1 Rahmenbedingungen 15
4.2 Festlegung der konkreten Hilfe 16
4.3 Anwendung am Fall 16

5. Rechtsgrundlagen 18

V. Schluss 19

VI. Literaturverzeichnis 21

VII. Anhang 22


 


 

I. Einleitung

Die Vernachlässigung eines Kindes ist ein Problem, dass Familien aller Schichten betreffen kann. Während die meisten Leute davon ausgehen, dass Vernachlässigung nur in sozial schwachen Familien vorkommt, haben Studien gezeigt, dass dieses Problem auch in den so genannten „Mittel- und Oberschichtfamilien“ vorkommt. Grund für die falsche Annahme der Laien ist die Tatsache, dass strukturell unterschiedliche Formen der Vernachlässigung existieren. Während bei den sozial – schwachen Familien deutlich sichtbar ist, dass die Kinder nicht mit genug Nahrung oder Kleidung versorgt werden, ist die emotionale Vernachlässigung der „normalen“ Familien nach außen hin nicht zu sehen. Daher möchte ich im Rahmen dieser Arbeit nicht nur den vorgegebenen Fall bearbeiten, sondern auch einige Grundfakten zum Fall vorstellen. Aus Gründen des flüssigen Lesestils wird in folgenden Ausführungen die männliche Schreibweise gewählt, gemeint sind jedoch immer auch die weiblichen Personen, wie beispielsweise die Sozialarbeiterin.

II. Fakten zum Thema

Wenn man einen Fall von Kindesvernachlässigung oder einer anderen Art der Gefährdung des Kindeswohls bearbeitet, muss man vorweg über gewisse Grundkenntnisse zum Thema verfügen ohne die eine genaue Begutachtung der Situation nicht möglich ist.

1. Der Begriff: Kindeswohl

Hilfen zur Erziehung müssen gewährt werden, wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist. Das Kindeswohl ist jedoch ein unbestimmter Rechtsbegriff. Das heißt, dass seine Bedeutung nicht ein für alle mal festgelegt werden kann, sondern der Auslegung bedarf. Die Aufgabe, das Wohl des Kindes zu definieren, ggf. eine Nichtgewährleistung oder Gefährdung dieses Kinderwohls zu erkennen und zu benennen, liegt also bei den Fachleuten wie beispielsweise den Sozialpädagogen und nicht etwa beim Familiengericht. Grundlage hierfür bieten Erkenntnisse der Sozialpädagogik, der Psychologie und der Gesellschaftswissenschaften, die bestimmen, was ein Kind für eine „gesunde“ Entwicklung benötigt. (vgl. Seithe, 2001, S. 79 ff.)

2. Der Begriff: Vernachlässigung

„Unter Vernachlässigung von Kindern versteht man den Tatbestand, dass Kinder, die auf die Pflege, Ernährung, die gesundheitlichen Maßnahmen, die Aufsicht und den Schutz von ihren Eltern oder anderen Erwachsenen angewiesen sind, diese für ihr Überleben oder Wohlergehen erforderlichen Maßnahmen nicht oder nicht ausreichend erfahren und dadurch beeinträchtigt und geschädigt werden“ (Engfer, 1986, S.10). Eine Vernachlässigung besteht demnach in der mangelnden, unterlassenen Ausübung der elterlichen Sorge. Das bedeutet, dass sich die Eltern passiv gegenüber ihrem Kind verhalten, was häufig die Folge einer Überforderung ist. (vgl. Seithe, 2001, S. 117)

3. Ursachen der Kindesvernachlässigung

Die Liste der Ursachen von Kindesvernachlässigung ist lang. Verschieden Forschungen in den letzten dreißig bis vierzig Jahren haben unter anderem psychopathologische sowie sozial - situative und soziologische Erklärungsmodelle aufgestellt. Untersuchungen der letzten Jahre machen deutlich, dass die Ursachen der Kindesvernachlässigung sich als ein Zusammenspiel von Lebensgeschichte und Lebensverhältnisse darstellen. Ich möchte im Rahmen meiner Arbeit drei Faktoren dieses multifaktoriellen Geschehens darstellen.

3.1 Armut

Untersuchungen haben gezeigt, dass 90% der Vernachlässigungsfamilien arme Familien sind. (vgl. Kinderschutz - Zentrum, 1996, S. 9) Ein Grund hierfür ist, dass immer mehr Menschen in Deutschland arbeitslos sind und somit auch nach einer gewissen Zeit zum Sozialhilfeempfänger werden. Dazu kommt, dass viele Familien von schlecht bezahlten meist unqualifizierten Gelegenheitsarbeiten leben.

Kinder tragen die Folgen der Armut in verhängnisvollem Maße mit. Durch die fehlende wirtschaftliche Absicherung erhalten sie kein Taschengeld und müssen ohne zusätzliche Bücher und Arbeitsmittel auskommen. Die Armut wirkt sich auch auf die sozialen Beziehungen der Kinder aus. So können sie an den Klassenfahrten nicht teilnehmen und sind bei ihren Mitschülern wegen ihrer Kleidung „out“, während sie gleichzeitig mir den Existenzängsten ihrer Eltern konfrontiert werden. Auf die Ernährung der Kinder wirkt sich die Armut ebenfalls fatal aus. Besonders bei Familien deren finanzielle Mittel aus Leistungen des Bundessozialhilfegesetzes bestehen, findet oft keine angemessene Ernährung mehr statt. Die Kinder sind Fehl- und Unterernährt was wiederum zu Entwicklungsstörungen und Dauererkrankungen führt. (vgl. Cebulla, 2000, S. 33 f.)

3.2 Hohes Krisenpotential

[...]

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/63655/