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Fotomontage als Instrument politischer Propaganda: Wenn Bilder die Wahrheit verzerren oder Können wir glauben, was wir sehen?

Scholary Paper (Seminar), 2005, 22 Pages
Author: Katharina Krause
Subject: Communications - Media History

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 22
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V63808
ISBN (E-book): 978-3-638-56762-6

File size: 731 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Paderborn, Fakultät für Kulturwissenschaften
Proseminar: „Montage, Collage“
Sommersemester 2005

Fotomontage als Instrument politischer Propaganda:
Wenn Bilder die Wahrheit verzerren oder Können
wir glauben, was wir sehen?

von: Katharina Krause

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  3

2. Stalin und die schwarzen Löcher  5

2.1 Personenkult um Stalin und Machterhaltung  5
2.2. Damnatio memoriae 7

3. Propaganda im Dritten Reich  10

3.1. Führermythos  10
3.2 Propaganda  12

4. Resümée  15

5. Quellenverzeichnis  18

6. Literaturverzeichnis 21


 


 

1. Einleitung

Das Phänomen ist nicht neu: Seitdem es bildliche Darstellungen gibt, gibt es die Manipulation der Bilder, aber auch die Manipulation durch Bilder. Die Historie bietet genügend Beispiele dafür, dass besonders in der Politik oftmals Fotos „bearbeitet“ wurden (und werden), um die öffentliche Meinung zu beeinflussen bzw. das Denken und Handeln der Menschen in eine bestimmte (politische) Richtung zu lenken. Während in diesem Zusammenhang „Bildbearbeitung“ meistens noch positiv verstanden wird, sind Begriffe wie „Manipulation“, „Fotomontage“ und spätestens seit dem Dritten Reich auch „Propaganda“ eher negativ konnotiert. Warum ist das so, zumal die (Foto-) Montage nicht ausschließlich als Synonym für Verfälschung von Bildmaterial stehen darf, sondern auch als Technik künstlerischen Arbeitens verstanden werden muss? Manipulation ist vom Wortsinn her nichts anderes als eine „kunstgerechte Handhabung“, „geschickt zu Werke gehen“ oder ein „Kunstgriff“; der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ursprünglich „mit der Hand füllen“ (von lat.: manu plere).

Propaganda leitet sich ebenfalls aus dem Lateinischen ab (von lat.: propagare = aus-, verbreiten) und hatte seine Wurzeln in der Kirchengeschichte, als im Hochmittelalter der Ketzerei durch die Weiterverbreitung des Katholizismus begegnet werden sollte. Später stand Propaganda für „Werbung“ oder auch „Bestrebung“ – eigentlich also kein negativer Begriff. Warum also der unangenehme Beigeschmack, mit einer Fotomontage etwas Falsches oder Verfälschtes vorgesetzt zu bekommen?

Dieser Frage soll die vorliegende Hausarbeit unter anderem nachgehen. Es wird herauszustellen sein, wie die Fotografie, zeitweilig aber auch die Malerei in der Geschichte für politische Zwecke benutzt wurden. Am Beispiel des stalinistischen Regimes in der UdSSR (1929-1953) sowie der national sozialistischen Diktatur in Deutschland (1933-1945) soll herausgearbeitet werden, wie politische Propaganda betrieben wurde und wie weit sie ging. Methodisch bietet sich hierfür ein Vergleich der Propaganda beider politischen Systeme an, wobei die Ausführungen aufgrund des begrenzten Rahmens dieser Hausarbeit auf bildliche Darstellungen/Fotografie beschränkt bleiben soll.

Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema wurde auf diverse Literatur zurückgegriffen, besonders hilfreich war „Stalins Retuschen“ (1997) von David King, da hier eine äußerst umfangreiche Sammlung von aufgedeckten Fälschungen der Stalin-Ära zugrunde liegt, die recht aktuell ist. Willi Münzenbergs „Propaganda als Waffe“ ist zwar bereits 1937 erschienen, aber trotzdem bei der Bewertung der nationalsozialistischen Propaganda besonders wichtig, weil es ein zeitgenössisches Werk aus der Nazi-Zeit ist und die gezielten und niederträchtigen Inszenierungen des Reichspropagandaministeriums schon zu Zeiten der Hitler-Diktatur zu entlarven suchte – wenn auch aus dem Exil.

Ian Kershaws „Der Hitler-Mythos“ war hier zu berücksichtigen, da es zur Auseinandersetzung mit den Ausprägungen des Führermythos immer noch das Standardwerk schlechthin ist. Einige weitere Titel, die sich mit Propaganda („Der ferngelenkte Mensch?“ von v. Stackelberg), den Manipulationen durch die Massenmedien („Wann und wie lügen die Massenmedien?“ von Arnold), aber auch mit Möglichkeiten der Manipulation im allgemeinen („Bilder, die lügen“) beschäftigen, wurden ebenfalls bei der Ausarbeitung aufgegriffen.

Zur Abrundung dieser Arbeit wurde exemplarisch Bildmaterial eingearbeitet, das die Ausführungen unterstützend „am Objekt“ visualisieren soll. Bei der Auswahl der verwendeten Bilder war vor allem wichtig, dass die hier erörterten Faktoren besonders gut erkennbar waren. Das Internet war für diese Recherche eine sehr ertragreiche Quelle. Fotomontage als Instrument politischer Propaganda: Wenn Bilder die Wahrheit verzerren oder Können wir glauben, was wir sehen?

2. Stalin und die schwarzen Löcher

George Orwell schrieb 1949 in seinem Zukunftsroman „1984“ folgende Zeilen: „Tagtäglich und fast minütlich wurde die Vergangenheit aktualisiert. (...) Die Historie war ein Palimpsest, das genauso oft abgeschabt und neu beschriftet wurde, wie es nötig war.“1 Ob Orwell wusste, dass seine fiktionale Vision in Stalins Sowjetunion bereits seit Jahrzehnten Realität war?

2.1 Personenkult um Stalin und Machterhaltung

[...]


1 George Orwell: 1984, München 211949, S. 52.


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