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Die Staatstheorien von Hobbes und Locke - Locke's Zwei Abhandlungen über die Regierung als Zähmung des Leviathan?

Autor: Sebastian Meyer
Fach: Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

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Details

Veranstaltung: Einführung in die Politische Philosophie: Platon – Locke – Marx
Institution/Hochschule: Universität Regensburg (Institut für Politikwissenschaft)
Tags: Staatstheorien, Hobbes, Locke, Zwei, Abhandlungen, Regierung, Zähmung, Leviathan, Einführung, Politische, Philosophie, Platon, Locke, Marx
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 21
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 20  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 214 KB
Archivnummer: V63830
ISBN (E-Book): 978-3-638-56779-4

Textauszug (computergeneriert)

Universität Regensburg, Institut für Politikwissenschaft
Grundkurs: Einführung in die Politische Philosophie: Platon – Locke – Marx
Sommersemester 2006, 4. Fachsemester

Die Staatstheorien von Hobbes und Locke –
Locke′s Zwei Abhandlungen über die Regierung
als Zähmung des Leviathan?

von: Sebastian Meyer

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Hobbes’ Leviathan  4

2.1. Hobbes’ Menschenbild  4
2.2. Der Naturzustand  5
2.3. Die Staatsgründung, Legitimation und Staatsform  7

3. Zwei Abhandlungen über die Regierung von Locke  10

3.1. Menschenbild, Naturzustand und Kriegszustand 10
3.2. Die Staatsgründung, Legitimation und Staatsform  12

4. Vergleich der Theorien  15

5. Schlussbetrachtung 19

Literaturverzeichnis 20

Quellen 20

Weiterführende Literatur 20




 

1. Einleitung

Thomas Hobbes und John Locke zählen zu den bedeutendsten neuzeitlichen Philosophen. Ihre Werke stehen für die revolutionäre Neubegründung der politischen Philosophie. Beide stellen bisherige philosophische Lehren in Frage und überwinden die scholastische Philosophie. Sowohl für Hobbes als auch für Locke stellt das Gottesgnadentum keine ausreichende Legitimation für politische Herrschaft dar. Vielmehr nehmen beide an, Herrschaft „sei nur legitim, wenn sie den Herrschern auf Grund eines Vertrages zwischen den späteren Bürgern übertragen worden sei.“1 Dennoch kommen beide Philosophen zu höchst unterschiedlichen Ergebnissen in Bezug auf die beste Staatsform. Diese Arbeit soll in einem Vergleich zwischen dem Hobbes’schen Leviathan und den Zwei Abhandlungen über die Regierung von John Locke diese Unterschiede aufzeigen und erklären. Dies geschieht unter besonderer Beachtung der Fragestellung:

Inwieweit stellt Locke’s Werk Zwei Abhandlungen über die Regierung eine Zähmung des Leviathan von Thomas Hobbes dar?

Die Arbeit gliedert sich in folgende Abschnitte:
Der zweite Abschnitt befasst sich mit der Staatsphilosophie von Thomas Hobbes. Bei der Bearbeitung dieses Abschnittes stand Hobbes eigenes Werk: Leviathan or the Matter, Forme, and Power of A Commonwealth Ecclesiasticall and Civil im Vordergrund. Der dritte Abschnitt beschäftigt sich anschließend mit der politischen Theorie Locke’s. Auch hier stützt sich die Arbeit hauptsächlich auf Locke’s eigene Gedanken in Zwei Abhandlungen über die Regierung. Der vierte Abschnitt stellt einen Vergleich beider Theorien dar und erörtert die aufgeworfene Frage. Bei der Bearbeitung dieses Abschnittes fanden diverse Werke anderer Autoren Berücksichtigung, so etwa Die Antwort des Leviathan von Bernard Willms oder John Locke zur Einführung von Walter Euchner. Im letzten Abschnitt wird die aufgeworfene Frage vor dem Hintergrund der vorangegangenen Analyse näher beleuchtet und beantwortet.

2. Hobbes’ Leviathan

Thomas Hobbes’ Abhandlung über die Staatstheorie Leviathan or the Matter, Forme, and Power of A Commonwealth Ecclesiasticall and Civil wurde erstmals in England im Jahre 1651 veröffentlicht. Um seine Vorstellungen über die beste Staatsform zu verstehen, ist es notwendig, vorab einen kurzen Blick auf das Menschenbild Hobbes’ zu werfen.

2.1. Hobbes’ Menschenbild

„Die Natur hat die Menschen hinsichtlich ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten so gleich beschaffen, dass trotz der Tatsache, dass bisweilen der eine einen offensichtlich stärkeren Körper oder gewandteren Geist als der andere besitzt, der Unterschied zwischen den Menschen alles in allem doch nicht so beträchtlich ist, als dass der eine auf Grund dessen einen Vorteil beanspruchen könnte, den ein anderer nicht ebenso gut für sich verlangen dürfte. Denn was die Körperstärke betrifft, so ist der Schwächste stark genug, den Stärksten zu töten – entweder durch Hinterlist oder durch ein Bündnis mit anderen, die sich in der selben Gefahr wie er selbst befinden. Und was die geistigen Fähigkeiten betrifft, so finde ich, dass die Gleichheit unter den Menschen noch größer ist als bei der Körperstärke […]. Denn Klugheit ist nur Erfahrung, die alle Menschen, die sich gleich lang mit den gleichen Dingen beschäftigen, gleichermaßen erwerben.“2 Für Hobbes sind demnach alle Menschen gleich geschaffen und mit den gleichen Fähigkeiten ausgestattet. Diese Gleichheit führt nach Hobbes dazu, dass alle Menschen die gleiche Hoffnung hegen, ihre eigenen Ziele und Absichten zu erreichen. Eine daraus resultierende Gefahr beschreibt Hobbes wie folgt: „Und wenn daher zwei Menschen nach demselben Gegenstand streben, den sie jedoch nicht zusammen genießen können, so werden sie Feinde und sind in der Verfolgung ihrer Absicht, die grundsätzlich Selbsterhaltung und bisweilen nur Genuß ist, bestrebt, sich gegenseitig zu vernichten oder zu unterwerfen.“3 Hobbes zeichnet also ein sehr negatives Menschenbild. Zwar sagt er, dass nicht alle Menschen von Natur aus böse seien, dennoch würde die Anwesenheit weniger Böser zu einem generellen Misstrauen unter den Menschen führen: „Denn wenn es auch weniger böse als gute Menschen gäbe, so kann man doch die Guten von den Bösen nicht unterscheiden, und deshalb müssen auch die Guten und Bescheidenen fortwährend Misstrauen hegen, sich vorsehen, anderen zuvorkommen, sie unterjochen und auf alle Weise sich verteidigen.“4 Für Hobbes sind die Menschen daher notwendiger Weise stets auf ihre eigenen Interessen und Absichten bedacht. Daher kommt Hobbes zu dem Schluss: Homo homini lupus est. Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. Die Charakterisierung des Menschen als Raubtier macht auch das Verhältnis der Menschen untereinander im Naturzustand deutlich.

2.2. Der Naturzustand

[...]


1 Euchner, Walter: John Locke. In: Maier, Hans/ Denzer, Horst (Hrsg.): Klassiker des politischen Denkens. Von Locke bis Max Weber. München 2004, S. 17.

2 Hobbes, Thomas: Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines bürgerlichen und kirchlichen Staates. Herausgegeben und eingeleitet von Iring Fetscher. Frankfurt a. M. 1966, S. 94.

3 Ebd., S. 95.

4 Hobbes, Thomas: Vom Menschen. Vom Bürger. Herausgegeben und eingeleitet von Günther Gawlik. Hamburg, 1966. S. 68.

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