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Details

Kategorie: Magisterarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 104
Note: 2,5
Literaturverzeichnis: ~ 88  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 2731 KB
Archivnummer: V63847
ISBN (E-Book): 978-3-638-56794-7
Anmerkungen :
Analyse des Grades der Integration von Arbeitsmigranten (am Beispiel der Türken)und Aussiedlern.

Textauszug (computergeneriert)

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Philosophische Fakultät

Hausarbeit
Zur Erlangung des Grades einer Magistra Artium

Zur Integration der Migranten in Deutschland

Svenja Barner

 

Inhaltsverzeichnis


1. Einleitung ... 1

2. Migration ... 5

2.1 Eine Definition ... 5
2.2 Art und Ursache von Migration ... 8

3. Migrantengruppen ... 13

3.1 Arbeitsmigranten ... 13
3.1.1 Arbeitsmigration bis 1945 ... 13
3.1.2 Arbeitsmigration nach 1945 ... 15
3.1.3 Die türkischen Arbeitsmigranten ... 17
3.2 Aussiedler ... 20
3.2.1 Deutsche in der Sowjetunion ... 22
3.2.2 Deutsche in Polen ... 23
3.2.3 Deutsche in Rumänien ... 25

4. Integration ... 30

4.1 Eine Definition ... 30
4.2 Integrationstheorien ... 31
4.2.1 Integrationstheorien von Gordon und Eisenstadt ... 32
4.2.2 Integrationstheorie von Hartmut Esser ... 34
4.2.2.1 Die Eingliederung aus Sicht des Wanderers ... 35

5. Die Ausländer- und Integrationspolitik Deutschlands ... 42

5.1 Die Aufgaben der Ausländerpolitik ... 42
5.2 Die Notwendigkeit der Integrationspolitik ... 43
5.3 Die Notwendigkeit der Einbürgerung ... 44
5.4 Die Geschichte des Ausländergesetzes ... 45
5.5 Bestimmungen des Ausländergesetzes bis 2004 ... 47
5.6 Das Zuwanderungsgesetz ... 49
5.6.1 Förderung der Integration ... 49
5.6.2 Einbürgerung ... 50
5.7 Maßnahmen zur Integration von Migranten ... 51

6. Gesetzliche Bestimmungen für Aussiedler ... 54

6.1 Gesetzliche Bestimmungen zur Regelung der Aussiedlerzuwanderung ... 54
6.2 Das Bundesvertriebenengesetz (BVFG) ... 56
6.3 Der Einbürgerungsprozess ... 57
6.4 Der Sprachtest ... 58
6.5 Die Wohnortzuweisung ... 58

7. Voraussetzungen zur Integration seitens der Migranten ... 60

7.1 Sprachkenntnisse ... 60
7.2 Soziale Beziehungen ... 65
7.3 Wohnsituation ... 69
7.4 Schulische Bildung ... 73
7.5 Berufliche Bildung und Berufstätigkeit ... 74
7.6 Bleibeabsicht ... 77

8. Fazit ... 80

9. Literaturverzeichnis ... 90

Anhang ... 98

 

 

1. Einleitung


„Eine Weltkarte. Schwärme von blauen und roten Pfeilen, die sich zu Wirbeln verdichten und gegenläufig wieder zerstreuen. Unterlegt ist dieses Bild mit Kurven, die farbig getönte Zonen verschiedenen Luftdrucks voneinander abgrenzen“ (Enzensberger 1992: 9).

Diese blauen und roten Pfeile auf einer Wetterkarte sind mit Migrationsströmen zu vergleichen. Sie führen unter anderem auch nach Deutschland. Durch die zunehmenden Wanderungen hat sich das Gesellschaftsbild Deutschlands verändert. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die Bundesrepublik Deutschland durch Wanderungsbewegungen geprägt. Im Jahre 2004 lebten 6,7 Millionen Ausländer in Deutschland. Das sind 8,1% der deutschen Bevölkerung (vgl. BAMF (Hrsg.) 2004: 71). Hinzu kommt eine große Anzahl an Aussiedlern. Seit 1950 kamen über 4,5 Millionen Deutschstämmige aus den ost- und südosteuropäischen Staaten nach Deutschland (vgl. Focus Migration 2005). Trotz rückgängiger Zuwanderungszahlen wird Deutschland auch in Zukunft ein Land mit hohem Ausländer- und Aussiedleranteil sein.
Der in der Arbeit behandelte Begriff „Migration“ bezeichnet den Wechsel des Wohnortes auf unbestimmte Zeit. Mit der genaueren Darstellung des Migrationsbegriffs wird eine Grundlage für alle weiteren Punkte, die im Verlauf der Arbeit behandelt werden, geschaffen. Die Migration lässt sich in verschiedene Arten unterscheiden, die jeweils mit unterschiedlichen Ursachen in Verbindung gebracht werden können. Dies wird anhand von einzelnen Theorien belegt.
Die Integration von Migranten wird an zwei Einwanderergruppen analysiert. Gastarbeiter und Aussiedler werden nebeneinander betrachtet und miteinander verglichen. Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland und die darauf folgenden Anwerbeabkommen führten eine große Zahl an Arbeitsmigranten nach Deutschland. Anhand der Gastarbeiter wird eine Gruppe dargestellt, die einen großen Anteil der Ausländer ausmacht. Sie sind mit der festen Absicht nach Deutschland gekommen, nach einer gewissen Zeit wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Sie selbst, wie auch die Deutschen, sahen seinerzeit keine Notwendigkeit für Integrationsmaßnahmen. Die Gastarbeiter werden durch die Gruppe der Türken dargestellt. Die seit 1961 angeworbenen Arbeitskräfte und zahlreiche Zuzüge von Familienangehörigen sowie die geringen Rückkehrzahlen machen die türkischstämmigen Zuwanderer zu der größten Gruppe der ausländischen Bevölkerung in Deutschland. Mit 1.764.318 Personen betrug der Anteil der in Deutschland lebenden Türken im Jahre 2004 gut 26% des gesamten Ausländeranteils (vgl. BAMF (Hrsg.) 2004: 75).
Der größte Teil der türkischen Bevölkerung lebt heute in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt beheimatet dieses Bundesland knapp ein Drittel aller in Deutschland lebenden Türken. Nach Nordrhein-Westfalen folgt Baden-Württemberg; hier leben 17% aller Türken (vgl. www.zft-online.de am 14.03.2006). Dies zeigt, dass die herangezogene Studie über die türkische Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen als repräsentativ gelten kann.
Die in den 50er und 60er Jahren zugewanderten Gastarbeiter waren Gäste, die nach einer gewissen Zeit wieder in ihre Heimat zurückkehren wollten. Als sich abzeichnete, dass sie nicht mehr in ihre Heimat zurückgehen würden, wurden aus den Gästen Fremde. Der Status des Fremden ist mit einer Zwitterstellung verbunden. Denn Fremdsein bedeutet einerseits die Nähe zu Einheimischen, andererseits fehlt die Zugehörigkeit zur Gesellschaft.
An dieser Stelle ist die Betrachtung der Aussiedler besonders interessant. Einerseits sind sie aus Sicht des Staates Deutsche (Einheimische), andererseits haben sie häufig einen anderen kulturellen Hintergrund sowie eine andere Geschichte und sind somit fremd. Sie sind zwar deutsche Staatsbürger und erhalten die gleichen Rechte und Sozialleistungen wie andere Deutsche, jedoch gelten sie in der Gesellschaft meist als Ausländer.
Die Geschichte der Aussiedler beginnt mit der Aussiedlung von Deutschen in die osteuropäischen Gebiete. Die Nachfahren der schon zum Teil seit 900 Jahren in Osteuropa lebenden Deutschen kommen heute als Aussiedler nach Deutschland. Diskriminierung und Unterdrückung brachte viele Deutschstämmige, vor allem zum Ende der 80er bis zu Beginn der 90er Jahre, aus der ehemaligen Sowjetunion, Polen und Rumänien nach Deutschland. Jede Gruppe aus den einzelnen Herkunftsländern weisen unterschiedliche Auswanderungsgründe und Ausreisezeitpunkte auf.
Hauptsächlich werden die Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion in dieser Arbeit als Beispiel zugrundegelegt. Sie machen die größte Gruppe der in Deutschland lebenden Aussiedler aus und platzieren sich mit ihrem „Deutschsein“ zwischen den Rumänen und Polen.

Hartmut Esser hat mit seiner Eingliederungstheorie ein Modell entwickelt, bei dem Fremde im Idealfall zu Einheimischen werden können. Er betrachtet den Wanderungsprozess und die folgende Eingliederung von Migranten in die Aufnahmegesellschaft. Für seine Theorie bieten die Erkenntnisse von Milton M. Gordon und Shmuel N. Eisenstadt die Grundlage. Esser verbindet beide Theorien miteinander und ergänzt sie in einigen Punkten. In der folgenden Arbeit wird Essers Begriff der Eingliederung außerhalb seiner Theorie mit dem Begriff der Integration gleichgesetzt.

 

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