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Seminararbeit, 2006, 15 Seiten
Autor: Sebastian Braun
Fach: Romanistik - Vergleichende Romanistik
Details
Institution/Hochschule: Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Tags: Beschimpfungen, Beispiel, Französischen, Spanischen, Proseminar
Jahr: 2006
Seiten: 15
Note: 2.0
Literaturverzeichnis: ~ 10 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-56855-5
ISBN (Buch): 978-3-638-79725-2
Dateigröße: 179 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit Beschimpfungen unter pragmatischen , sozial-kulturellen und ethnolinguistischen Gesichtspunkten. Die Beispiele beziehen sich vornehmlich auf das Französische und Spanische. Im ersten Teil der Arbeit wird der weitläufige Begriff der Beschimpfungen eingegrenzt und Probleme der Abgrenzung des Begriffes in den romanischen Sprachen kurz skizziert. Im zweiten Teil der Arbeit möchte ich auf allgemeine Merkmale, Kontexte und Stereotypen von Beschimpfungen eingehen. Zudem möchte ich anhand einiger Beispiele die Besonderheiten (syntaktischer und semantischer Art) von Beschimpfungen in den Beispielsprachen herausstellen.
Textauszug (computergeneriert)
Eberhard Karls Universität Tübingen, Romanisches Seminar
Proseminar II Sprachwissenschaft : Pragmatik
SS 2006, 6. Fachsemester
Beschimpfungen –
am Beispiel des Französischen und Spanischen
von: Sebastian Braun
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 1
1.1. Beschimpfungen in der Wissenschaft 1
1.2. Probleme der Abgrenzung 2
1.3. Definition von Beschimpfungen 2
II Hauptteil
2.1. Merkmale von Beschimpfungen 3
2.2. Kontexte von Beschimpfungen 4
2.3. Stereotypen: Ethnotypen/ Soziotypen/ Onotypen 5
2.4. Beschimpfungen: situativ oder essentiell? 6
2.5. Möglichkeiten des Beschimpften 6
2.6. Rolle von Dritten 7
2.7. Beschimpfungen in der Sprechakttheorie 7
2.8. Beschimpfungen im Nähe-Distanzsprachekontinuum 7
2.9. Merkmale von Beschimpfungen im Französischen 8
2.10. Merkmale von Beschimpfungen im Spanischen 9
III. Zusammenfassung 11
Bibliographie
I. Einleitung:
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit Beschimpfungen unter pragmatischen , sozial-kulturellen und ethnolinguistischen Gesichtspunkten. Die Beispiele beziehen sich vornehmlich auf das Französische und Spanische. Im ersten Teil der Arbeit wird der weitläufige Begriff der Beschimpfungen eingegrenzt und Probleme der Abgrenzung des Begriffes in den romanischen Sprachen kurz skizziert. Im zweiten Teil der Arbeit möchte ich auf allgemeine Merkmale, Kontexte und Stereotypen von Beschimpfungen eingehen. Zudem möchte ich anhand einiger Beispiele die Besonderheiten (syntaktischer und semantischer Art) von Beschimpfungen in den Beispielsprachen herausstellen.
1.1. Beschimpfungen in der Wissenschaft
Beschimpfungen werden erst seit dreißig 30 Jahren von Psychologen, Soziologen, Sprachwissenschaftlern, Ethnologen und anderen untersucht.1 In der Psychologie nennt man Beschimpfungen Verbalaggressionen, in der Soziologie konzentriert man sich auf Beschimpfungen in und zwischen Gruppen (Ausländern, religiöse Gruppen), in der Rechtssprechung untersucht man die Grenzen zwischen öffentlichen Beleidigungen und Meinungsfreiheit. Ein Beispiel hierfür wären Prominente, die Boulevardzeitungen verklagen. Nach Laforest / Vincent kann man sich in der Linguistik dem Thema der Beschimpfungen auf 4 Weisen annähern (vgl. Laforest / Vincent 2004: 60)
1. lexikalisch-semantisch oder syntaktisch: das heißt man untersucht bestimmte Formen der Konstruktion oder einen bestimmten Wortschatz.
2. soziolinguistisch: es werden Gangsprachen oder Jugendsprachen untersucht.
3. pragmatisch: man konzentriert sich auf die performative Dimension einer Äußerung.
4. ethnolinguistisch: wie wird in den jeweiligen Sprachen beschimpft? Im Folgenden möchte ich versuchen, auf alle 4 Aspekte einzugehen.
1.2. Probleme der Abgrenzung
Im Französischen und Spanischen gibt es Probleme bei der Bezeichnung von Beschimpfungen , es gibt eine Vielzahl von Begriffen (vgl. Fischer 2004: 49).Hier eine kleine Auswahl aus dem Französischen: insulte, invective, apostrophe, vanne , juron, blasphème, gros mot, outrage; und Spanischen : insulto, injuria, insultada, ultraje, afrenta, agravio, dicharacho. Bezeichnen diese Begriffe alle dieselbe Handlung oder denselben sprachlichen Akt? Meiner Meinung nach sind die Grenzen weitgehend fließend, trotzdem sind die Begriffe sehr kontextabhängig und nicht beliebig austauschbar. Blasphème beispielsweise bezieht sich auf religiöse Kontexte, während juron eine Anrede in barschem Ton ist.
1.3. Definitionen
Um Unklarheiten zu vermeiden und nicht zu sehr vom Thema abzuweichen , werde ich mich deshalb auf zwei Definitionen stützen, die für den Kontext der weiteren Punkte meiner Arbeit relevant sind: Kerbrat-Orecchioni definiert Beschimpfungen folgendermaßen:2
’’ Eine Beschimpfung ist jede Art der abschätzigen Äußerung über ein Individuum, das anwesend oder abwesend ist.’’
Largorgette geht in seiner Definition noch einen Schritt weiter:
’’ Eine Beschimpfung ist jeder aggressive Ausspruch, der Tabus bricht, auf eine gewisse Weise im sozial-kulturellen Kontext herabwürdigend oder beleidigend ist oder vom Hörer als solcher aufgefasst wird (vgl. Lagorgette 2004: 6).’’
Er fügt hinzu, daß eine Beleidigung im Sinne der Pragmatik nicht nur als propositionaler Akt stattfindet, sondern Faktoren wie die Sprechsituation, die Beziehung zwischen Hörer und Sprecher, der soziale Status, der formelle oder informelle Kontext, kulturelle Eigenheiten und sprachliche und gesellschaftliche Konventionen hinzukommen.3
II. Hauptteil
2.1. Merkmale von Beschimpfungen
[...]
1 Lagorgette, D. / Larrivée, P. (2004): ’’ Interprétation des insultes et relations de solidarité ’’ in: La Langue Française 144: Les insultes: approches sémantiques et pragmatiques. Paris: Larousse. S. 3-12.
2 Kerbrat-Orecchioni (2001): Les actes de langage dans le discours. Paris: Nathan.
3 Interessante Unterschiede in kulturellen Beschimpfungen finden sich in der Arbeit von Derive/ J. und Derive, M. (2004): ’’ Processus de création et valeur d’emploi des insultes en français populaire de Côte d’Ivoire ’’ in: La Langue Française 144: Les insultes: approches
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