Internationale Gartenschau Hamburg 2013 - Event und Stadtentwicklungsinstrument? Planerische Möglichkeiten der Kombination von Großereignis und Stadtentwicklung durch Koordination der Gartenschauplanung mit den Auswirkungen von gesellschaftlichen, räumlichen und ökonomischen Entwicklungen in Wilhelmsburg

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Details

Titel: Internationale Gartenschau Hamburg 2013 - Event und Stadtentwicklungsinstrument? Planerische Möglichkeiten der Kombination von Großereignis und Stadtentwicklung durch Koordination der Gartenschauplanung mit den Auswirkungen von gesellschaftlichen, räumlichen und ökonomischen Entwicklungen in Wilhelmsburg
Autoren: Sarah Schreiner, Nadine Appelhans
Fach: Raumwissenschaften, Stadt- und Raumplanung
Institution/Hochschule: Technische Universität Hamburg-Harburg
Kategorie: Bachelorarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 107
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 94  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 416 KB
Archivnummer: V63929
ISBN (E-Book): 978-3-638-56860-9

Zusammenfassung / Abstract

Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg beschloß im Jahr 2001 die Bewerbung zu einer Internationalen Gartenbauausstellung (IGS) 2013 in Wilhelmsburg aufgrund von akutem Handlungsbedarf der Quartiers- und Stadtentwicklung. Dieser Stadtteil ist innerhalb des Hamburger Stadtgebiets der strukturell am schwächsten ausgebildete. Verschiedene Akteursgremien bildeten sich, um die Zukunft von Wilhelmsburg zu gestalten. Die bauliche, soziale und ökonomische Situation des Stadtteils ist insgesamt problematisch ausgeprägt. Die IGS 2013 soll einen Anstoß zum Strukturwandel geben. Sie ist eingebettet in das Senatsleitbild der „Metropole Hamburg – Wachsende Stadt“. Die IGS ist offensichtlich im planerischen Zusammenhang mit weiteren Großereignissen („Olympia 2016- Bewerbung“ oder „Hafencity“- Bau) ein Baustein der Stadt Hamburg, um Ziele zur Gesamtentwicklung der Hansestadt umzusetzen. Zum einen als Großereignis, zum anderen zur Stadtteilgestaltung im Rahmen der Stadtentwicklung ausgerichtet, soll sie positive Effekte auf die klein- und großmaßstäbliche Situation des städtischen Umfeldes bieten. Ein Imagewandel und damit einhergehend, auch eine Strukturverbesserung für Wilhelmsburg und Hamburg wird erwartet. Die bisherigen Planungen und Aussagen einiger von Behörden publizierter Konzepte sind zum Teil widersprüchlich oder diffus formuliert. Kann die „Internationale Gartenschau Hamburg 2013“ auf den Flächen des zentralen IGS- Parks in Wilhelmsburg gleichzeitig als Großereignis und Instrument der Stadtteilentwicklung fungieren? Welche Nutzungsansprüche müssen hierfür berücksichtigt werden? Wie können diese Nutzungsansprüche koordiniert werden? Raumrelevante Strukturen in Wilhelmsburg unterliegen dynamischen Veränderungen. Räumliche Polarisierungstendenzen, Zu- Und Abwanderung sowie eine Veränderung der Beschäftigtenstruktur ist im Stadtteil aufgrund von gesellschaftlichen Veränderungen zu erwarten. Zukünftig werden Individualisierungstendenzen zu veränderten Ansprüchen an Freiflächen führen. Zur Relevanz gesellschaftlicher Schichten kommt eine Ausprägungen von „sozialen Milieus“ hinzu. Die Entwicklungsbedürfnisse an Freiräume müssen an diesen Veränderungen gemessen werden.

Textauszug (computergeneriert)

Technische Universität Hamburg- Harburg

Bachelor Thesis

Internationale Gartenschau Hamburg 2013 – Event und Stadtentwicklungsinstrument?

Planerische Möglichkeiten der Kombination von Großereignis und Stadtentwicklung
durch Koordination der Gartenschauplanung mit den Auswirkungen von gesellschaftlichen,
 räumlichen und ökonomischen Entwicklungen in Wilhelmsburg

vorgelegt von: Nadine Appelhans und Sarah Schreiner
vorgelegt im: Sommersemester 2004

 

Vorwort

Die vorliegende Bachelorthesis wurde zur Erlangung des akademischen Titels des Bachelor of Science im Studiengang Stadtplanung an der Technischen Universität Hamburg-Harburg erstellt.
Sie baut auf den Inhalten der Fächer „Stadtplanung im regionalen Kontext“ sowie „Informelle Planungsverfahren auf Stadtteil- und Quartiersebene“ auf.
Die Arbeit entstand in der Zeit vom 14.06.2004 bis 16.08.2004.
 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort ... 2
Inhaltsverzeichnis ... 3
Abkürzungsverzeichnis 5... 

1 Einleitung ... 6
1.1 Problemstellung ... 7
1.2 Allgemeine Zielformulierung ... 10
1.3 Methodik ... 12

2 Internationale Gartenschauen ... 13
2.1 Begriffsklärung ... 13
2.2 Kurzer historischer Abriss ... 14
2.3 Planungsverlauf und Organisation einer Gartenschau ... 15

3 „Hamburg im Fluss – IGS auf den Inseln“ Die Internationale Gartenschau 2013 in Hamburg ... 17
3.1 Einbettung in planerisch- politische Rahmenbedingungen ... 18
Exkurs: Ist die IGS ein Großereignis? ... 19
3.2 Das Konzept ... 22
3.3 Planungsverlauf der IGS 2013 ... 24

4 Wilhelmsburg ... 26
4.1 Wasser ... 26
4.2 Grünflächen ... 26
4.3 Bauten ... 27
4.4 Verkehrsinfrastruktur ... 27
4.5 Alter ... 28
4.6 Ethnie ... 30
4.7 Einkommen ... 32
4.8 Bildung ... 33

5 Das Untersuchungsgebiet ... 34
5.1 Abgrenzung des Untersuchungsgebiets ... 34
5.1.1 Das weitere Planungsgebiet ... 34
5.1.2 Das konkrete Planungsgebiet ... 35
5.2 Grüncharakteristika von Räumen ... 36
5.2.1 Grünkategorien ... 38
5.2.2 Legitimationskategorien von öffentlichen innerstädtischen Grün- und Freiräumen ... 40
5.2.3 Anwendung auf das IGS- Kerngebiet ... 42
Exkurs: Kleingärten ... 45
5.3 Bestehende Nutzungsansprüche ... 47
5.3.1 Regiegrün ... 48
5.3.2 Latentes Grün 5... 0
5.3.3 Offenes Grün ... 50
5.3.4 Strukturgrün ... 50
5.3.5 Privates Grün ... 50

6 Feststellung der Entwicklungsbedürfnisse von Grünflächen ... 52
6.1 Zukünftige strukturelle Rahmenbedingungen der IGS ... 52
6.2 Konsequenzen für die Entwicklung der Grün- und Freiraumplanung in Wilhelmsburg ... 52
6.2.1 Konsequenzen für die Entwicklung der Grün- und Freiraumplanung in Wilhelmsburg ... 57

7 Zwischenfazit ... 59

8 Zielkonkretisierung ... 64

9 Konzeptbausteine ... 67
9.1 Generelle Anforderungen an Gartenschauen ... 67
9.2 Übertragung auf Wilhelmsburg ... 69
9.2.1 Phasenungebundene Anforderungen ... 71
9.2.2 Planungsphase/ Konzeption ... 72
9.2.3 Veranstaltungszeitraum ... 77
9.2.4 Nach der Veranstaltung ... 78

10 Fazit ... 80

Kurzfassung ... 82

Quellenverzeichnis ... 89

Grünbegriffe – Offene Liste ... 98
 

1 Einleitung

Die vorliegende Bachelorthesis beschäftigt sich mit der Internationalen Gartenschau (IGS) 2013, die in Hamburg- Wilhelmsburg stattfinden wird.
Als strukturschwacher Stadtteil in Innenstadtnähe, hat Wilhelmsburg einige Probleme baulicher, sozialer und ökonomischer Art. Die IGS soll Impulse zu einer Verbesserung der Strukturen bewirken. So soll sie nach städtischen Vorstellungen einerseits als Großereignis wirken, andererseits aber auch eine nachhaltige Quartiersentwicklung in Gang setzen. Daraus soll ein positiver Imagewandel für Wilhelmsburg und Gesamthamburg resultieren.

Nach einer Einführung in die Rahmenbedingungen des Problemanlasses wird die Leitfrage der Thesis vorgestellt (Kap. 1). Daraufhin werden die Grundlagen einer Internationalen Gartenschau beschrieben (Kap. 2). Neben ihrer historischen Entwicklung umfasst dieser Themenbereich auch die allgemeine Organisationsform und Planungsablauf einer Gartenschau. Angewendet anhand des Beispieles Wilhelmsburg, wird die Planung der IGS 2013 exemplarisch dargestellt und das Konzept erläutert. Dazu gehört auch die Einbettung in die planerisch- politischen Rahmenbedingungen der IGS in Wilhelmsburg, da die Ausrichtung vom Senat der Stadt Hamburg beschlossen wurde und das Ereignis eingefügt ist in weitere städtische Planungen.
Warum die IGS 2013 ein Großereignis im Sinne einer stadtplanerischen Definition des „Festivals“ ist, zeigt der Exkurs A.
Kapitel 4 und 5 beschreiben die vorhandenen Strukturen in Wilhelmsburg, um einen Überblick über das Planungsgebiet zu geben. Als heterogener Stadtteil mit sehr verschiedenen Akteuren und Bewohnern, baulichen und landschaftlichen sowie sozialen Strukturen, ist Wilhelmsburg bisher insgesamt eher ein als sogenannter „armer Stadtteil“ bezeichneter Raum. Um die Bearbeitung der Fragestellung einzugrenzen, wird in ein weiteres und ein konkretes Untersuchungsgebiet unterschieden. Der Exkurs B beschreibt warum die IGS 2013 nicht nur ein Großerereignis, sondern auch ein Instrument der Stadtentwicklung ist. Bezogen auf Anwohner, Besucher und Nutzer werden Nutzungsansprüche herausgearbeitet, die von der Freiraumcharakteristik ausgehen. Um die Beschreibung der zentralen Fläche des IGS- Parks zu ergänzen, wird auf die Planungsbedingungen und Eigenschaften von Kleingärten eingegangen (Exkurs C).
Gestützt wird sich bei der Analyse der Grünräume maßgeblich auf das System der „Qualitativen Freiraumplanung“ von Sören Schöbel. Um zukünftige Entwicklungsbedürfnisse der Flächen zu bestimmen wird auf Tendenzen der gesellschaftlichen Veränderung eingegangen, die den Stadtteil prägen werden. Dazu gehören neben der Herausbildung „Sozialer Milieus“ auch Auswirkungen des demographischen Wandels.
Eine Konzeption der IGS und ihrer Planung wird in einem Konzeptteil generell formuliert und im zweiten Konzeptteil übertragen auf Wilhelmsburg in Form von Handlungsempfehlungen. Dies soll aufzeigen, wie die IGS 2013 sowohl als Großereignis als auch als Stadtentwicklungsinstrument fungieren kann. Dabei wurde eine Übertragbarkeit der generellen Empfehlungen für die integrierte Durchführung einer IGS beachtet. Als abschließende Betrachtung zeigt das Fazit (Kap. 10), welche Rahmen eine solche Untersuchung bieten kann.
 

1.1 Problemstellung

Die Situation im Stadtteil Wilhelmsburg, aus der heraus das Thema der vorliegenden Bachelor-Thesis entwickelt wurde, gründet sich aus dem Senatsbeschluss der Stadt Hamburg vom 10. Juli 2001 zur Bewerbung um die Austragung einer Internationalen Gartenbauausstellung in zentraler Lage in Wilhelmsburg, die in den Sommermonaten des Jahres 2013 stattfinden soll. (Querverweis IGA Teil) ( FHH, Umweltbehörde (Hrsg.) (2001: 10); Projektgruppe Internationale Gartenschau Hamburg 2013 (2004) Der Beschluß zur IGS fiel im Rahmen eines übergeordneten Leitbildes, dem „Leitbild: Wachsende Stadt- Metropolregion Hamburg“ und im Zuge des„Sprung über die Elbe“. Im Konzept werden die Ziele formuliert, die Innenentwicklung Hamburgs auf ein Zusammenwachsen der Hamburger Innenstadt über die neue Hafencity und die Elbinseln bis zum Harburger Zentrum zu lenken. Hierbei soll die IGS bestehende Strukturprobleme des Stadtteils Wilhelmsburg überwinden und integrierend auf die vielschichtigen, eigenständigen Strukturen der Insel wirken. (Hertelein (2003: 5) Der IGS wird damit nicht nur die Funktion einer Ausstellung mit Messecharakter zugesprochen, sondern sie wird von der Politik gezielt als Stadtentwicklungsinstrument eingesetzt. Hierin unterscheidet sich die IGS- Wilhelmsburg beispielsweise von der IGA Stuttgart. In Wilhelmsburg soll nicht nur eine Entwicklung von Grünflächen angestrebt werden, wie dies Stuttgart mit der Bildung des „Grünen U“ im Rahmen der IGA getan und dadurch einen bogenförmigen Stadtpark erhalten hat, sondern es soll durch die IGS eine positive Anschubwirkung für den gesamten Stadtteil erreicht werden. Der Beschluß entstand zudem aus der Feststellung der politischen Akteure heraus, daß im Stadtteil akuter Handlungsbedarf bezüglich seiner Entwicklung besteht.

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