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Scholary Paper (Seminar), 2004, 19 Pages
Author: Claudia Zimmermann
Subject: Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Details
Institution/College: http://www.uni-jena.de/ (Institut für Philosophie)
Tags: Rolle, Politik, Schillers, Briefen, Erziehung, Menschen, Proseminar
Year: 2004
Pages: 19
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-56872-2
ISBN (Book): 978-3-638-76742-2
File size: 161 KB
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Abstract
Die Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen- ein Werk, mit hohem sprachlichem Anspruch, welches eine sehr vielseitige Diskussionsgrundlage bietet. So gibt es bereits eine Vielzahl verschiedener Diskurse, die Betrachtungen von Problemstellungen liefern. Man findet in der Literatur unzählige Perspektiven auf die Ästhetik Schillers. Texte, die das Werk unter dem Gesichtspunkt der Anthropologie, Staats- oder Gesellschaftstheorie, der Erziehung oder der Geschichts-, Natur- und Moralphilosophie betrachten. Diese Arbeit wird den Versuch unternehmen, herauszufiltern, welche Rolle die Politik in der Thematik des Ästhetischen spielt. Dabei wird es vorerst um die Rahmenbedingungen gehen, welche Schiller vermutlich dazu veranlasst haben, eine solche Schrift zu verfassen. Folgend werden, gegliedert in drei Unterpunkte, im ungefähren Entsprechungsverhältnis zum Aufbau der Briefe, die inhaltlichen Aspekte thematisiert, welche den Bezug des Politischen zum Ästhetischen im Verlauf der Abhandlung verdeutlichen. Vergleichsweise wird im V. Punkt das ‚älteste Systemprogramm’ des deutschen Idealismus herangezogen, um die einheitliche Verdrossenheit über die Krise der Zeit, aber auch die ähnliche Herangehensweise zur Konstruktion eines Ausweges zu veranschaulichen. Schließlich soll zusammenfassend auf den Punkt gebracht werden, welche bzw. ob die Politik überhaupt eine Rolle im Ästhetischen spielt, oder ob man die Fragestellung nicht eher dahingehend umwandeln müsste, welche Rolle die Ästhetik in der Politik spielen soll.
Excerpt (computer-generated)
Friedrich- Schiller- Universität, Philosophisches Institut
Proseminar: Schillers „Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen“
4. Semester
Die Rolle der Politik in Schillers
"Ästhetischen Briefen über die Erziehung des Menschen"
von: Claudia Zimmermann
Gliederung
I. Einleitung 3
II. Die Biographische Situation Schillers und die politischen und sozialen Rahmenbedingungen zur Zeit der Entstehung der Briefe 4
III. Der ursprüngliche Gedanke Schillers: Der ästhetische Staat als Vorstufe eines Vernunftstaates 6
IV. Die Reproduktion des Politischen Ziels ins Ästhetische- die Erziehung zum sittlichen Mensch 10
V. Die Wiederaufnahme der Politik mit neuem Ziel 13
VI. Der Vergleich mit dem Verhältnis zum Staat im ‚ältesten Systemprogramm’ des deutschen Idealismus 15
VII. Schluss 17
Literaturnachweis 19
I. Einleitung
Die Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen- ein Werk, mit hohem sprachlichem Anspruch, welches eine sehr vielseitige Diskussionsgrundlage bietet. So gibt es bereits eine Vielzahl verschiedener Diskurse, die Betrachtungen von Problemstellungen liefern. Man findet in der Literatur unzählige Perspektiven auf die Ästhetik Schillers. Texte, die das Werk unter dem Gesichtspunkt der Anthropologie, Staats- oder Gesellschaftstheorie, der Erziehung oder der Geschichts-, Natur- und Moralphilosophie betrachten.
Diese Arbeit wird den Versuch unternehmen, herauszufiltern, welche Rolle die Politik in der Thematik des Ästhetischen spielt. Dabei wird es vorerst um die Rahmenbedingungen gehen, welche Schiller vermutlich dazu veranlasst haben, eine solche Schrift zu verfassen. Folgend werden, gegliedert in drei Unterpunkte, im ungefähren Entsprechungsverhältnis zum Aufbau der Briefe, die inhaltlichen Aspekte thematisiert, welche den Bezug des Politischen zum Ästhetischen im Verlauf der Abhandlung verdeutlichen. Vergleichsweise wird im V. Punkt das ‚älteste Systemprogramm’ des deutschen Idealismus herangezogen, um die einheitliche Verdrossenheit über die Krise der Zeit, aber auch die ähnliche Herangehensweise zur Konstruktion eines Ausweges zu veranschaulichen. Schließlich soll zusammenfassend auf den Punkt gebracht werden, welche bzw. ob die Politik überhaupt eine Rolle im Ästhetischen spielt, oder ob man die Fragestellung nicht eher dahingehend umwandeln müsste, welche Rolle die Ästhetik in der Politik spielen soll.
II. Die Biographische Situation Schillers und die politischen und sozialen Rahmenbedingungen zur Zeit der Entstehung der Briefe
Im Alter von 32 Jahren erkrankte Schiller im Jahr 1791 so schwer, dass Gerüchte seines unmittelbar bevorstehenden Todes umhergingen. Zwar erholte er sich bei einem Kuraufenthalt in Karlsbad leicht, doch es war ihm nicht möglich seine Lehrtätigkeit in Jena wieder aufzunehmen. Daraus resultierten große finanzielle Nöte. Als der Herzog Friedrich Christian von Schleswig- Holstein- Augustenburg und der Graf Ernst Heinrich Schimmelmann davon erfuhren, stifteten sie dem verehrten Dichter ein dreijähriges Stipendium in Höhe von 3000 Talern. Nun konnte sich Schiller auf drei Jahre unbeschwert dem Lesen, Denken und Schreiben widmen. Vor allem das Studium Kants und dessen Ästhetik wurden ein langwieriges Unterfangen.
Im Jahr 1792 bekam Schiller von der französischen Nationalversammlung die französische Ehrenstaatsbürgerschaft verliehen. Ein Jahr später begann er mehrere ästhetische Schriften, wie „Über Anmut und Würde“, „Über das Erhabene“ und die Briefe an den Augustenburger Prinzen, aus denen sich dann die Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen entwickelten, zu verfassen. In den folgenden Jahren machte er Bekanntschaft mit bedeutenden Philosophen wie Schlegel, Fichte, Herder und Hölderlin und begann die Freundschaft mit Goethe. Im Januar 1795 erschien dann das erste Stück der `Horen`, welchem bis zum Juni des Jahres noch fünf folgen sollten. Auf ein halbes Jahr verteilt wurden also die 27 ästhetischen Briefe veröffentlicht, welche Schiller, wie er selbst schrieb, „für das beste, was ich in meinem Leben gemacht habe"1 hielt. Trotzdem wendete er sich von 1797 an dem Ästhetischen und der Philosophie größtenteils ab und widmete sich von da an wieder vorwiegend Dramen, Balladen und Gedichten.
[...]
1 Friedrich Schiller, Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen, Stuttgart 2002, S. 209.
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