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Seminararbeit, 2005, 12 Seiten
Autor: Alexandra Schulz
Fach: Ethnologie / Volkskunde
Details
Institution/Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München (Institut für Ethnologie und Afrikanistik)
Tags: Bewusstsein, Hinblick, Fragestellungen, Grundkurs, Religionsethnologie
Jahr: 2005
Seiten: 12
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-56918-7
Dateigröße: 156 KB
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Textauszug (computergeneriert)
LMU München, Institut für Ethnologie und Afrikanistik
Sommersemester 05, 3. Fachsemester
Grundkurs Religionsethnologie
Bewusstsein im Hinblick auf religionsethnologische Fragestellungen
von: Alexandra Schulz
1. Einleitung - 2 -
2. Begriffsanalyse - 2 -
2.1. Etymologie des Begriffes - 2 -
2.2. Begriffsgeschichte - 3 -
2.3. Grundbedeutung / Problematik - 3 -
3. Ansätze wissenschaftlicher Disziplinen - 5 -
3.1. Religionswissenschaft / Ethnologie - 5 -
3.2. Naturwissenschaften - 6 -
3.3. Psychologie - 7 -
3.4. Philosophie - 8 -
4. Aktueller Forschungsstand und Ausblick - 8 -
Zitierte Literatur - 10 -
1. Einleitung
Unter dem Stichwort „Bewusstsein“ sind in ethnologischen Nachschlagewerken kaum Einträge vorhanden. Verwunderlich, sind doch Themen wie „Bewusstseinsveränderungen“, „Träume“ etc. besonders im Bereich der religiösen Praktiken und Rituale in den meisten Kulturen von großer Relevanz und die Veränderung von Bewusstseinszuständen durch Tanz, Rhythmus, Drogen, Meditation etc. ein zentrales Thema. Diese Diskrepanz gab den Ausschlag zu einer tiefer greifenden Auseinandersetzung mit dem Begriff „Bewusstsein“.
In einem ersten Schritt erfolgt eine etymologische Analyse des Begriffes, dass heißt eine Untersuchung nach Herkunft, Geschichte und Grundbedeutung, mit dem Ziel, ein Grundverständnis des Begriffes und einen Einblick in seine Problematik zu ermöglichen. Ergänzend wird hier ebenso ein Blick auf die Alltagsverwendung des Begriffes geworfen. Nachfolgend sollen, mit dem Versuch einer groben exemplarischen Beleuchtung des Begriffes aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Blickwinkeln, verschiedene Theorien und Herangehensweisen aufgezeigt werden. Abschließend soll anhand des aktuellen Forschungsstandes ein Blick auf wichtige wissenschaftliche Diskurse der Gegenwart und Zukunft geworfen werden.
2. Begriffsanalyse
2.1. Etymologie des Begriffes
Der Begriff Bewusstsein wurde aus dem lateinischen „conscientia“ gebildet, was zum einen übersetzt werden kann mit „Mitwissen“ (cum = „mit“, „zusammen“; scire = „wissen“) oder auch „Wissen“ als Erfassung von Erlebnis-, Wahrnehmungs- und Denkinhalten, daneben aber auch mit „Gewissen“. „Conscientia“ bezieht sich somit sowohl auf Dinge der äußeren Wahrnehmung, als auch auf das Wissen von inneren Dingen. Weitere Bezeichnungen für „Bewusstsein“ sind im engl. consciousness oder mind, im franz. conscience, im griech. synesis, synaisthesis, phronesis oder im lat. cogitation, sensus internus, mens.
2.2. Begriffsgeschichte
Der Bewusstseinsbegriff wird im Deutschen als substantivierter Infinitiv („bewust seyn“) zum ersten Mal 1719 von Christian Wolff verwendet, der moderne Bewusstseinsbegriff (cogitatio) hingegen wurde geprägt von dem französischen Philosophen und Mathematiker René Descartes. Ebenfalls von ihm stammt das berühmte Zitat „Cogito ergo sum“ - „Ich denke, also bin ich“ - und mit der Einführung dieses Bewusstseinbegriffs entstand auch der Diskurs um das Leib-Seele-Problem (Metzinger 1996a: 57). Hier wird die Frage aufgeworfen, ob das Bewusstsein und andere geistige Phänomene unabhängig vom Körper sind (Dualismus), ob Bewusstsein Substanz ist (Materialismus), beziehungsweise wie der Charakter der Beziehungen zwischen Leib und Seele / Körper und Geist sei (McGinn 2001: 30-43, Searle 1997: 9-10).
2.3. Grundbedeutung / Problematik
2.3.1. Definition
Die Wissenschaft verfügt bis heute über keine klare und einheitliche Definition des Begriffes „Bewusstsein“ (Kemmerling 1998: 56, Bieri 1996: 61) und in vielen Sprachen existieren nicht einmal äquivalente Konzepte (Bieri 1996: 61). Der hier diskutierte Begriff des Bewusstseins ist durch und durch abendländischer Herkunft, wodurch sich des Weiteren unter ethnologischen Gesichtspunkten die Frage nach der Problematik einer unkritischen Übertragung auf außereuropäische Denk- und Religionssysteme stellt. Neben Begriffsinhalten wie „das Wissen um etwas“, Erkenntnis, Aufmerksamkeit, Überzeugung, Denken und Denkinhalte, sieht dieses abendländische Modell Bewusstsein als geistige Klarheit, als Fähigkeit zu denken und zu erkennen, als eine Erfahrung, die sich zusammensetzt aus (Sinnes-) Wahrnehmungen, Gedanken, Gefühlen und Wünschen. In der Alltagsverwendung spricht man beispielsweise von „jemand ist bei Bewusstsein“ um den Zustand der Person zu beschreiben, im Kontrast dazu stehen semantische Oppositionen wie „Koma“, „Bewusstlosigkeit“, „(traumloser) Tiefschlaf“ etc. (Heckmann 1998: 12), welche durch das Fehlen eben dieser Erfahrungen gekennzeichnet sind.
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