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Filme im Literaturunterricht: Filmanalyse "Das Fest"

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 24 Pages
Author: Kira Stiehr
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Event: HS Filme im Literaturunterricht
Institution/College: Free University of Berlin
Tags: Filme, Literaturunterricht, Filmanalyse, Fest, Filme, Literaturunterricht
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2006
Pages: 24
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V64017
ISBN (E-book): 978-3-638-56927-9

File size: 208 KB


Excerpt (computer-generated)

Filme im Literaturunterricht: Filmanalyse "Das Fest"

von: Kira Stiehr

 


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung: Fragestellung und Vorgehensweise 2

II. Filmanalyse – Methoden und theoretische Grundlagen  3

II.I Methoden der Filmanalyse  3
II.II Grundlegende filmische Mittel  5

III. „Das Fest“: Einführung in das Genre Dogma 11

IV. „Das Fest“: Filmanalyse  12

IV.I. Die Handlung  12
IV.II. Analyse  13

V. Resümee: „Das Fest“ im Deutschunterricht  20

VII. Literaturverzeichnis  24

VII.I. Forschungsliteratur  24
VII.II. Romane / Dramen 24

 



 

I. Einleitung: Fragestellung und Vorgehensweise

Jeder kann mit Hilfe der Digitalisierung Filme machen, so lautet die Feststellung Lars von Triers, einem dänischen Jung-Regisseur, der im März 1995 zusammen mit Thomas Vinterberg im Pariser Odeom anlässlich der Feier zum hundertsten Geburtstag des Films die Verkündung eines neuen Regelwerks für den Film, aufgeschrieben auf roten Flugblättern1, kund tat.2 Hierauf wurden – um „[…] gewissen Tendenzen im zeitgenössischen Film entgegenzuwirken“3 - 10 Regeln niedergeschrieben, welche unter dem Namen Dogma95 eine Anleitung zum Filmdrehen darstellen. Dogma stellt die Reduzierung der Filmkunst durch konsequenten Verzicht und Vereinfachung dar.4 Zu diesen Filmen des Genres Dogma ist auch der Film „Das Fest“ von Regisseur Thomas Vinterberg zu zählen, welcher als erster Dogma-Film 1998 ins Kino gebracht wurde und sogleich in Cannes mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde.5

Die vorliegende Arbeit wird eben diesen Film einer Analyse unterziehen, wobei der Beginn der Arbeit ausgewählte Methoden und theoretisches Grundwissen der Filmanalyse nennen und erklären wird, um eine detaillierte Filmanalyse von „Das Fest“ zu ermöglichen. Nach Klärung der Grundlagen wird die Verfasserin der Arbeit eine Einführung in das Genre Dogma und dessen Regelwerk liefern. Anschließend wird die vorliegende Arbeit ausgewählte Szenen von „Das Fest“ nach den im ersten Abschnitt vorgestellten Methoden analysieren. In dieser Analyse sollen speziell folgende Fragen berücksichtigt werden:

- Wie wirkt sich das Dogma-Regelwerk stilistisch auf „Das Fest“ aus?
- Welche Besonderheiten treten dabei auf?

Ein abschließendes Resümee wird dann anhand der Analyse versuchen, mögliche Einbettungen des Themas in den Deutschunterricht aufzuführen.

II. Filmanalyse – Methoden und theoretische Grundlagen

II.I Methoden der Filmanalyse

Filmanalyse ist zugehörig zur Filmgeschichte und zu der Filmtheorie.6 Zum grundlegenden Handwerkszeug der Analyse gehört die Kenntnis der formalen Analysemethoden von Film- und Fernsehprodukten. Auf allen Analyse-Ebenen (Mise-en-Scène, Kameratechnik, Montage und Tongestaltung) werden dann Einsatz, Intention und Wirkung der Mittel betrachtet.7

Dabei heißt einen Film zu interpretieren immer, Interpretationen auf Grundlage einer subjektiven Herangehensweise und eines subjektiven Erkenntnisinteresses vorzunehmen. Die Interpretationsweisen eines Filmes können dabei sehr unterschiedlich sein, wobei sich zwei grundlegende analytische Verfahren unterscheiden lassen: Zum einen ein empirisch sozialwissenschaftliches Analyseverfahren, zum anderen das hermeneutische Analyseverfahren. Diese beiden Interpretationsansätze werden im Folgenden kurz skizziert, um die Auswahl eines der beiden Verfahren für die vorliegende Arbeit zu begründen.

1) Empirisch-sozialwissenschaftliches Analyse:

Bei den empirisch-sozialwissenschaftlichen Analysen handelt es sich um Inhaltsanalysen, welche häufig im sozial- und publizistikwissenschaftlichen Bereich verwendet werden.8 Dabei steht quantifizierbare Ermittlung von Strukturen in Filmen im Vordergrund. Vorformulierte Hypothesen werden nach einer statistischen Methode überprüft und bestätigt oder abgelehnt. Ziel ist es, eine für andere nachvollziehbare und überprüfbare Analyse zu erhalten. Diese Analysemethode eignet sich besonders zur Erhebung über die Häufigkeit bestimmter Merkmale (Frequenzanalyse).9 Wie bereits erwähnt existiert neben der empirischsozialwissenschaftlichen Analyse eine weitere Interpretationsmöglichkeit: die hermeneutische Analyse.

2) Hermeneutische Analysen

[...]


1 von Trier, Lars, in: Hallberg, Jana, Wewerka, Alexander (Hrsg.): Dogma 95. Zwischen Kontrolle und Chaos. Berlin 2001. S. 11.

2 Diese Aktion erinnert stark an die Nouvelle Vague, eine Filmströmung der 60iger Jahre in Frankreich, die sich unter anderem gegen das kommerzielle Hollywoodkino richtete. Vgl. Monaco, James: Film verstehen. Hamburg 2002. S. 331 ff.

3 von Trier, Lars, Vinterberg, Thomas: Dogma 95. Manifest und Keuschheitsgelübde. In: Hallberg, Jana, Wewerka, Alexander (Hrsg.): Dogma 95. Zwischen Kontrolle und Chaos. S. 11.

4 Vorwort in: Hallberg, Jana, Wewerka, Alexander (Hrsg.): Dogma 95. Zwischen Kontrolle und Chaos.

5 Originaltitel: „Festen“ (Dänemark 1998), Drehbuch: Thomas Vinterberg und Mogens Rukov, Regie: Thomas Vinterberg, Spielzeit: 106 Minuten

6 Hickethier, Knut: Film- und Fernsehanalyse. Stuttgart 1996. S. 26.

7 Vgl. Hickethier, Knut: Film- und Fernsehanalyse. S. 27 ff.; Monaco, James: Film verstehen. Hamburg 2002. S. 66 ff.

8 Hickethier, Knut: Film- und Fernsehanalyse. S. 32.

9 Hickethier, Knut: Film- und Fernsehanalyse. S. 31.


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