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Autor: Simone Schroth
Fach: Politik - Sonstige Themen
Details
Institution/Hochschule: FernUniversität Hagen (Politikwissenschaft)
Tags: Eine Analyse des Politikfeldes Gentechnologie am Beispiel der 2002 getroffenen Entscheidung zum Import embryonaler Stammzellen
Jahr: 2002
Seiten: 27
Note: sehr gut
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 263 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-13981-6
Textauszug (computergeneriert)
Das Politikfeld Gentechnologie: Eine Analyse am Beispiel
der Entscheidung zum Import embryonaler Stammzellen
von Simone Schroth
Inhaltsverzeichnis
I) Einleitung: Politikfeldanalyse und Gentechnologiepolitik
II) Das Politikfeld Gentechnologie - die Grundstrukturen
II.1) Die Akteure
II.2) Die Positionen
II.3) Die Koalitionen
III) Die Entscheidung zum Import embryonaler Stammzellen -
eine Analyse
III.1) Der Hintergrund: Embryonale Stammzellen
III.2) Die Entscheidung vom 30. Januar 2002:
Akteure, Positionen und Koalitionen
IV) Der Einfluss universitärer Akteure auf die Entscheidung am Beispiel
der Koalition der Hirnforscher Brüstle und Wiestler mit der DFG
IV.1) Die Akteure Brüstle und Wiestler und ihre Positionen
IV.2) Die Koalition mit der DFG
V) Fazit: Die Stammzellen-Entscheidung - ein Ausgleich der Interessen
aller Akteure ?
Literaturverzeichnis
Glossar
I) Einleitung: Politikfeldanalyse und Gentechnologiepolitik
Befasst man sich im Rahmen der Politikwissenschaft mit dem Thema Gentechnologiepolitik, so stellt man schnell fest, dass dies vor allem eine Thematik der unterschiedlichsten Positionen und Interessen ist. Und da hinter allen Positionen und Interessen immer Menschen stehen, gelangt man unweigerlich auch zu den Akteuren im Bereich der Gentechnologie . Betrachtet man diese Akteure, Positionen und Interessen näher, so ist man bereits mittendrin in der Analyse des Politikfelds Gentechnologie.
Seit Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts beschäftigt sich die Politikwissenschaft in Deutschland verstärkt mit der Analyse der einzelnen Politikfelder. Diese Hinwendung zur Politikfeldanalyse ist Ausdruck des wachsenden Interesses der Politikwissenschaft an der inhaltlichen Dimension von Politik (policy). Die Politikfeldanalyse kann daher als deutsches Pendant zu den angelsächsischen Policy Studies bzw. Policy Analysis verstanden werden. Die zentrale Fragestellung der Politikfeldanalyse lässt sich nach wie vor am treffendsten mit den Worten von Thomas R. Dye formulieren:
,,Policy analysis is finding out what governments do, why they do it, and what difference it makes".
Die deutsche Definition gestaltet sich entsprechend: Hier wird die Politikfeldanalyse als politikwissenschaftliches Teilgebiet beschrieben, das sich mit der Untersuchung konkreter, materieller Politikbereiche (Umwelt-, Haushalts-, Sozial-, Technologiepolitik etc.) beschäftigt und untersucht, was Regierungen und Verwaltungen tun (das Regierungshandeln), welche Gründe und Absichten sie verfolgen und was sie konkret bewirken und verändern können. Ziel dieser Studien ist es, aus der Politik praktische Erkenntnisse und theoretisches Wissen zu schöpfen und beides in Form von Politikberatung weiterzugeben. Wie oben bereits angedeutet, stehen im Mittelpunkt der Politikfeldanalyse die Akteure, also die an politischen Entscheidungen beteiligten Personen, Organisationen, Parteien, Interessengruppen, Firmen, Kirchen, Verbände etc., sowie deren Positionen und Interessen. Zudem richtet die Politikfeldanalyse ihr Augenmerk auf die Beziehungsgeflechte zwischen den politischen Akteuren, die als Koalitionen bzw. politische Netzwerke bezeichnet werden.
Alle genannten Aspekte der Politikfeldanalyse werden im folgenden zunächst bezüglich des Politikfeldes Gentechnologie im allgemeinen, im zweiten Schritt speziell hinsichtlich der Entscheidung zum Import embryonaler Stammzellen näher beleuchtet.
II) Das Politikfeld Gentechnologie - die Grundstrukturen
II.1) Die Akteure
Seit Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wird die Gentechnologiedebatte von der Politikwissenschaft vor allem als Konfliktfeld unterschiedlicher gesellschaftlicher Interessen verstanden. Deshalb sprechen viele politikwissenschaftliche Autoren, so auch Nils C. Bandelow, nicht von einer Gentechnologiedebatte, sondern passender von einem Gentechnologiekonflikt. Wer nun sind die Befürworter, wer die Gegner in diesem Konflikt?
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