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Autor: Bachelor of Arts Dagmar Bona
Fach: Medien / Kommunikation - Medienethik
Details
Tags: Gebote, Medien, Eine, Untersuchung, Vergleich, Leitlinien, Deutschland, Großbritannien
Jahr: 2006
Seiten: 99
Note: 1,5
Literaturverzeichnis: ~ 21 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 467 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-56959-0
Textauszug (computergeneriert)
Die Gebote der Medien
Eine Untersuchung und ein Vergleich verschiedener
journalistischer Leitlinien in Deutschland und
Großbritannien
HOCHSCHULE MITTWEIDA (FH)
UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES
Fachbereich Medien
eingereicht als
BACHELORARBEIT
Bona, Dagmar
2006
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 05
2. Freiwillige Selbstkontrolle der Presse ... 07
2.1 Der Begriff der freiwilligen Selbstkontrolle ... 07
2.2 Der Deutsche Pressrat ... 08
2.2.1 Historischer Überblick ... 08
(a) Die Entstehung und erste Phase (1956 – 1981) ... 08
(b) Die Pause (1981 – 1985) ... 14
(c) Der neue Deutsche Presserat (ab 1985) ... 15
2.2.2 Die Beschwerdearbeit ... 17
(a) Die Beschwerdeordnung ... 17
(b) Statistiken ... 18
(c) Beispielfälle ... 22
2.2.3 Die Publizistischen Grundsätze (Pressekodex) ... 25
(a) Entstehung und Geschichte ... 25
(b) Inhaltliche Aspekte ... 28
(c) Verbindlichkeit ... 33
2.2.4 Zusammenfassung zum Deutschen Presserat ... 34
2.3 Die Press Complaints Commission ... 35
2.3.1 Historischer Überblick ... 35
(a) General Council of the Press (1953 – 1963) ... 35
(b) The Press Council (1963 – 1991) ... 37
(c) The Press Complaints Commission (ab 1991) ... 41
2.3.2 Die Beschwerdearbeit ... 44
(a) Die Beschwerdeordnung ... 44
(b) Statistiken ... 45
(c) Beispielfälle ... 49
2.3.3 The Code of Practice ... 51
(a) Entstehung und Geschichte ... 51
(b) Inhaltliche Aspekte ... 53
(c) Verbindlichkeit ... 56
2.3.4 Zusammenfassung zur Press Complaints Commission ... 57
2.4 Vergleich: Presse-Selbstkontrolle in Deutschland und Großbritannien ... 58
2.4.1 Der Deutsche Presserat und die Press Complaints Commission ... 58
2.4.2 Die Publizistischen Grundsätze (Pressekodex) und der Code of Practice ... 60
3. Exkurs: Das Ethical Journalism Guidebook der New York Times ... 64
4. Leitlinien zu Fernsehproduktionen ... 66
4.1 Die Programmleitlinien des WDR ... 66
4.1.1 Hintergrund ... 66
4.1.2 Inhaltliche Aspekte ... 67
4.1.3 Einschätzung ... 71
4.2 BBC Editorial Guidelines ... 72
4.2.1 Hintergrund ... 72
4.2.2 Inhaltliche Aspekte ... 74
4.2.3 Einschätzung ... 80
4.3 Vergleich: Programmleitlinien des WDR und BBC Editorial Guidelines ... 81
5. Ausblick: Ein europäischer Medienrat? ... 83
6. Fazit ... 86
Quellenverzeichnis ... 88
Anhang
Anlage I – Der Pressekodex des Deutschen Presserates ... 91
Anlage II – The Code of Practice der Press Complaints Commission ... 94
1. Einleitung
Medien sind allgegenwärtig und aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Viele Menschen verlassen sich täglich darauf, dass ihr Inhalt der Wahrheit entspricht. Die Medien tragen maßgeblich zur Meinungsbildung der Bürger bei. Wir erwarten eine faire, wahrheitsgemäße und unabhängige Berichterstattung. Die Presse- und Rundfunkfreiheit ist ein wichtiges Gut in einer Demokratie; sie braucht aber auch Grenzen. Gesetze schaffen Grenzen, dürfen aber nicht zu weit gehen, um diese Freiheit nicht zu beschneiden. Um dennoch einem Missbrauch vorzubeugen, bedarf es zusätzlicher Regeln.
Doch wie sehen diese Regeln aus, welchen Einfluss haben sie und erzielen sie tatsächlich die gewünschte Wirkung? Das Thema verliert nicht an Aktualität, denn immer wieder wird öffentlich diskutiert ob Presse und Fernsehen nicht wieder einmal zu weit gegangen sind. So auch beispielsweise die Diskussion über die Mohamed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung, die Affäre um vom Journalisten Michael Born gefälschte Fernsehberichte, oder allgemein die Frage, ob die Berichterstattung über die Vogelgrippe nur Panik schürt. Um solche Fälle zu vermeiden gibt es in den meisten Ländern Regeln und Leitlinien außerhalb des Gesetzes, die Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit sind.
Doch journalistische Leitlinien und Kodizes brauchen ein Organ, welches sie regelmäßig überarbeitet und über ihre Einhaltung wacht. Die freiwillige Selbstkontrolle der Presse ist eine solche Einrichtung. Verglichen werden soll in dieser Arbeit der Deutsche Presserat mit dem britischen Gegenstück, der Press Complaints Commission. Großbritannien ist in zweierlei Hinsicht ein geeignetes Vergleichsobjekt: Der britische Presserat galt nicht nur für die Bildung des Deutschen Presserates, sondern auch international, als Vorbild. Trotzdem hat er erst nach über 40 Jahren Bestehen einen Verhaltenskodex aufgestellt. Zudem weist Großbritannien einen sehr weit verbreiteten, populären und aggressiven Boulevardjournalismus auf.
Es gibt aber auch journalistische Leitlinien von Medienunternehmen. Hier sollen die Programmleitlinien des WDR und die BBC Editorial Guidelines untersucht und verglichen werden. Interessant dabei ist vor allem, dass sie medienübergreifend gelten. Außerdem ist der WDR die größte deutsche Rundfunkanstalt und die BBC genießt weltweit ein hohes Ansehen, vor allem, was die Qualität ihrer Produktionen betrifft. Ein kurzer Blick soll auch auf das Ethical Journalism Guidebook der New York Times geworfen werden, denn die Gray Lady ist eine einfluss- und traditionsreiche Zeitung und ihre Berichterstattung gilt als umfassend und gründlich.
Es gibt keine aktuellen Veröffentlichungen, die die freiwillige Presse- Selbstkontrolle in Deutschland und Großbritannien vergleichen. Da sowohl die Leitlinien der BBC, als auch die Programmleitlinien des WDR relativ neu sind, gibt es dazu noch keine Untersuchungen.
Es soll gezeigt werden, dass es durchaus sinnvoll ist Leitlinien für Medienschaffende zu erstellen, damit sie sich bei ihrer Arbeit daran orientieren können um ethisch richtig zu handeln. Für Medienkonsumenten sind solche Regeln wichtig, damit sicher gestellt wird, dass ihr Recht auf Information gewahrt bleibt und sie sich auf die Richtigkeit der Inhalte verlassen können. Betroffene hingegen werden in ihren Persönlichkeitsrechten geschützt.
Was nun die beste Alternative ist, allgemein formulierte, kurze Regeln wie im deutschen Pressekodex, oder eine detaillierte Ausführung wie in den BBC Editorial Guidelines, dies kann und soll diese Arbeit nicht beurteilen. Aber sie soll dem Leser einen Einblick verschaffen und verschiedene Arten von ethischen Grundsätzen für Journalisten beleuchten.
2. Freiwillige Selbstkontrolle der Presse
2.1 Der Begriff der freiwilligen Selbstkontrolle
Bisher gibt es keine klare Definition des Begriffs der freiwilligen Selbstkontrolle, auch nicht von staatlicher Seite. In der Literatur lässt sich jedoch eine Erklärung finden, die, wie der Begriff schon sagt, drei Elemente für die Erfüllung voraussetzt: Das Element der Freiwilligkeit, der Selbstkontrolle und der Kontrolle.1
Die Freiwilligkeit ist auch dann gegeben, wenn die Selbstkontrollorgane aufgrund politischen Drucks entstanden sind, z. B., um Gesetze zu verhindern, die die Pressefreiheit einschränken könnten, wie das in Deutschland, und noch deutlicher, in Großbritannien der Fall war. Die Motive für die Entstehung der Selbstkontrolle spielen also für den Aspekt der Freiwilligkeit keine Rolle. Sie können aber sehr wohl Auskunft über die Einstellung der Presse gegenüber ihrer Arbeit in der Selbstkontrollinstanz geben und gewähren somit einen Ausblick auf die Erfolgsaussichten dieser Einrichtung.2
Wichtig für den Aspekt der Freiwilligkeit ist nur, dass die Selbstkontrollinstanz „weder bezüglich ihrer Errichtung noch ihrer Arbeitsweise auf Gesetz“3 beruht. Organisation und Struktur der Einrichtung werden also nicht hoheitlich geregelt.
Der Selbstbezug der Kontrolltätigkeit ist dann gegeben, wenn die Kontrollierenden gleichzeitig die Kontrollierten sind.4 Das schließt jedoch nicht aus, dass außer Branchenvertretern auch branchenfremde Mitwirkende beteiligt sind.
[...]
1 Vgl. Wiedemann, Verena: Freiwillige Selbstkontrolle der Presse. Eine länderübergreifende Untersuchung. Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 1992, S. 19; Münch, Henning: Der Schutz des Einzelnen vor Presseveröffentlichungen durch den Deutschen Presserat und die britische Press Complaints Commission. Dissertation an der Universität Konstanz, Juristische Fakultät, 2001, S. 144; Gottzmann, Nicole: Möglichkeiten und Grenzen der freiwilligen Selbstkontrolle in der Presse und der Werbung. Der Deutsche Presserat und der Deutsche Werberat. Verlag C.H. Beck, München 2005, S. 11 ff.
2 Vgl. Wiedemann, S. 19
3 Münch, S. 144
4 Vgl. Gottzmann, S. 12
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